Marktwirtschaftliche Klimapolitik in NRW: Erderwärmung und soziale Kälte

Marktwirtschaftliche Klimapolitik“ in NRW:
Erderwärmung und soziale Kälte

Grafik: Wikipedia, Gemeinfrei.

L. M.

Im Juni 2017 haben Armin Laschet (CDU) und Chris­t­ian Lind­ner (FDP) den Ver­trag der neuen NRW-Koali­tion unterze­ich­net. Ein­er der Kern­punk­te des Koali­tionsver­trages ist die Vere­in­barung, Klimapoli­tik in NRW kün­ftig „mark­twirtschaftlich­er“ zu betreiben.

Eine Kost­probe dieser Poli­tik präsen­tierte die schwarz-gelbe Lan­desregierung Ende Novem­ber 2017: Bis 2020 soll­ten die Zuschüsse zum Sozialtick­et stufen­weise bis auf Null gekürzt wer­den. Dies hätte fak­tisch die Abschaf­fung der vergün­stigten (und immer noch zu teuren) Monatskarte für arme Men­schen in NRW bedeutet. Die einges­parten Mit­tel soll­ten in den Aus­bau von Straßen fließen.
Eine Welle von Empörung hat die Lan­desregierung schnell wieder zurück­zu­rud­ern und von diesem Plan Abstand nehmen lassen – ein gutes Beispiel dafür, was Wider­stand bewirken kann.

Ein Anlass für Ent­war­nung ist dies nicht. Weit­ere Angriffe sind zu erwarten. Und was die Klimapoli­tik bet­rifft, so waren wir in NRW auch unter den voraus­ge­gan­genen Regierun­gen schon mit ein­er Poli­tik geschla­gen, die betonierte Land­schaften, Autowahn und kli­maschädliche Energieerzeu­gung gefördert hat.
Siehe auch unsere Glosse auf Seite 2.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Dezember 2017

Scherz, Satire, Ironie und der Allmächtige auf Rädern

Scherz, Satire, Ironie und der Allmächtige auf Rädern

Der Allmächtige? Der neue Herr der Bag­ger in NRW Hen­drik Wüst – hof­fentlich nicht „Nomen est Omen!“ – ist das genau nicht. Eben­so wenig wie „Mike Bag­ger­willkom­men­skul­tur“ Groschek es war und sich den­noch eben so wahrnahm.

Ernst Kochanowski

Denn die Kri­tis­chen unter uns haben schon seit Langem gemerkt: Der wahre Herr und einzige Gott hat Räder und sein Odem ist Fein­staub und ver­bran­ntes Min­er­alöl.
Oh ihr Gläu­bi­gen eines einzi­gen von wer weiß wie vie­len Göt­tern: Was ist die All­macht des Allmächti­gen gegen die Macht der Heili­gen Räder, denen wir die Welt betonieren, asphaltieren, für die wir Ressourcen plün­dern, unsere und unser­er Kinder Gesund­heit und Leben opfern. Wie viel Ton­nen an Fein­staub, Gum­miabrieb und Ruß atmen wir ihm zu Ehren und zur Freude ein?

Zur Beruhi­gung unseres dadurch schlecht­en Gewis­sens wird ein wenig dem „Güter auf die Bahn“-Ruf gefol­gt. Also gibt’s dem­nächst die „BETUWE-Lin­ie“. Stuttgart 21(!!), Bren­ner-Basis­tun­nel und Got­thard­tun­nel sind eben­so Teil­stücke dieser Rot­ter­dam-Gen­ua-Verbindung.
Dazu gehört gle­ich­falls das vom dänis­chen Logis­tikgi­gan­ten Maer­sk vor Rot­ter­dam im Meer geplante Ter­mi­nal für die größten Con­tain­er­schiffe. Bis jet­zt müssen diese geld- und zeitaufwändig weit draußen, wo das Meer tief genug ist, auf kleinere Schiffe umladen. Mit dem neuen Ter­mi­nal kön­nen dann viel schneller viel mehr Con­tain­er gelöscht wer­den.
Damit diese Massen auch in der Welt verteilt wer­den kön­nen, braucht es LKW. Diese wiederum brauchen Straßen.

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Gesellschaftlicher Klimawandel Repression statt Integration

Gesellschaftlicher Klimawandel:
Repression statt Integration

Der Abbau demokratis­ch­er und sozialer Rechte hat in Deutsch­land auf ver­schiede­nen Ebe­nen stattge­fun­den. Er bet­rifft das Demon­stra­tionsrecht, aber auch das Streikrecht und das Sozial­recht und zeigt sich im Aus­bau des Überwachungsstaats (1). Und es wer­den immer neue repres­sive Maß­nah­men für erforder­lich erk­lärt und einge­führt. Warum?

Petra Stanius

Heute, wo die Schere zwis­chen arm und reich weit auseinan­der geht, die Herrschen­den den über­großen Teil des von ihnen nicht geschaf­fe­nen Reich­tums für sich beanspruchen und manch­er den eige­nen Wohl­stand bedro­ht sieht durch Men­schen, die um ihre nack­te Exis­tenz kämpfen.
In ein­er Zeit, in der an Jugendzen­tren, Freizeit- und Bil­dungsange­boten für junge Men­schen ges­part wird.
In der die Kinder­erziehung, die Pflege von Kranken und Alten und all­ge­mein das Sich-Küm­mern um men­schliche Bedürfnisse als öffentliche Auf­gaben gestrichen und in zunehmend über­forderte Fam­i­lien ver­lagert wer­den.

In ein­er Zeit, in der es nicht selb­stver­ständlich ist, dass zur Würde des Men­schen unter anderem auch ein entsprechen­des Auskom­men, eine men­schen­würdi­ge Woh­nung – und Wertschätzung gehören.
In der es im Gegen­teil nicht ein­mal den gesellschaftlichen Anspruch gibt, dass Arbeit­seinkom­men zum Leben reichen muss.
Wo es darauf hin­aus läuft, dass ein Drit­tel der Bevölkerung dauer­haft aus­ge­gren­zt, vom gesellschaftlichen Leben aus­geschlossen und let­ztlich als über­flüs­sig abgeschrieben wird.

Wo Angst, Wut und die Wahrnehmung von Ungerechtigkeit wach­sen.
Wo es zunehmend Gründe für immer mehr Men­schen gäbe zu protestieren, sich zu wehren, zu streiken.
Wo von der herrschen­den Poli­tik gle­ichzeit­ig immer weniger Wert gelegt wird auf Inte­gra­tion.
Und Mit­tel zusam­mengestrichen wer­den für Präven­tion.

Heute, wo also auch in Deutsch­land nicht mehr – wie in der ange­blich so erstrebenswerten und der Ver­gan­gen­heit ange­hören­den „Sozialen Mark­twirtschaft“ – von den Kap­i­taleign­ern mit Hil­fe von Geld Zus­tim­mung für die kap­i­tal­is­tis­chen Ver­hält­nisse hergestellt wird.
Da find­et ein gesellschaftlich­er Wan­del statt, hin zur Repres­sion: zur Sicherung der herrschen­den Ord­nung mit Hil­fe von staatlich­er Überwachung, Dro­hung und Gewalt.
Er zeigt sich in Rufen nach Bewaffnung für Kom­mu­nale Ord­nungs­di­en­ste, nach Aufrüs­tung der Polizei und noch mehr noch schär­fen Geset­zen, die die Mei­n­ungsäußerung regle­men­tieren.
Er äußert sich in ausufer­n­der Gewalt von „Sicher­heit­skräften“ wie bei G20 bei gle­ichzeit­iger Krim­i­nal­isierung von Protesten und wider­ständi­ger, namentlich link­er, Gesin­nung. Die jüng­sten Durch­suchun­gen bei G20-Geg­ner­In­nen, eben weil gegen sie gar nichts strafrechtlich Rel­e­vantes vor­liegt, sind ein Beispiel dafür.

(1) Siehe auch die Aus­gaben Sep­tem­ber sowie Oktober/November der Avan­ti O.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Dezember 2017

Bundesregierung verschärft PKK-Verbot, um Beziehungen zum türkischen Despoten Erdogan zu verbessern

Zoff um Apo

Bundesregierung verschärft PKK-Verbot, um Beziehungen zum türkischen Despoten Erdogan zu verbessern

Nick Brauns

Nach dem Abbruch der Friedens­ge­spräche durch den türkischen Präsi­den­ten Recep Tayyip Erdo­gan im Früh­jahr 2015 wur­den die Haftbe­din­gun­gen des seit 1999 Weg mit dem PKK Verbot!inhaftierten Grün­ders und Vor­denkers der Arbeit­er­partei Kur­dis­tans Abdul­lah Öcalan erneut ver­schärft. In totaler Iso­la­tion hat „Apo“, wie ihn seine Anhänger nen­nen, auf der Gefäng­nisin­sel Imrali im Mar­marameer kein­er­lei Kon­tak­te zur Außen­welt. Zulet­zt durfte ihn sein Brud­er Mehmet im Sep­tem­ber 2016 besuchen, seit­dem fehlt jedes Leben­sze­ichen. Seine Anwälte durfte Öcalan seit Juli 2011 nicht mehr emp­fan­gen. Das Recht, Briefe zu schreiben oder zu emp­fan­gen oder Tele­fonate zu führen, beste­ht für Öcalan nicht.

Nach­dem türkische Medi­en behauptet hat­ten, Öcalan sei in Haft ver­stor­ben, began­nen kur­dis­che Organ­i­sa­tio­nen am 9. Okto­ber die Kam­pagne „Die Zeit ist reif – Frei­heit für Abdul­lah Öcalan“. Zehn­tausende Men­schen sind seit­dem weltweit mit Kundge­bun­gen, Ver­anstal­tun­gen, Hunger­streiks etc. aktiv gewor­den, um die Iso­la­tion des bekan­ntesten poli­tis­chen Gefan­genen der Türkei zu durch­brechen. In Deutsch­land traf diese Kam­pagne auf staatliche Repres­sion. So attack­ierte die Polizei am 4. Novem­ber – während sich in Ankara Bun­de­saußen­min­is­ter Sig­mar Gabriel mit seinem türkischen Amt­skol­le­gen Mevlüt Cavu­soglu zur Kit­tung der anges­pan­nten deutsch-türkischen Beziehun­gen traf – in Düs­sel­dorf eine Großdemon­stra­tion von Kur­den, türkischen und deutschen Linken mit Knüp­peln und Pfef­fer­spray.

Der Umgang von Polizei und Jus­tiz mit Öcalan ist in Deutsch­land allerd­ings nicht ein­heitlich. Das wurde im Novem­ber deut­lich, als ein Abdul­lah-Öcalan-Büchereibus mit einem großflächi­gen Bild des Poli­tik­ers im Rah­men ein­er Kam­pagne für die poli­tis­chen Gefan­genen in der Türkei durch Deutsch­land tourte. In den Städten, die der Bus anfuhr, fan­den neben Autoko­r­sos Ver­anstal­tun­gen zu den the­o­retis­chen Schriften Öcalans statt. Während die Kundge­bun­gen in Stuttgart, Ham­burg und Berlin ohne Prob­leme durchge­führt wer­den kon­nten, attack­ierte die Polizei in Han­nover den Bus, kratzte das Öcalan-Porträt ab und nahm mehrere Kur­den wegen ihrer Öcalan-T-Shirts fest. In Dort­mund hat­te die Polizei am fol­gen­den Tag die Kundge­bung gle­ich ganz ver­boten. Öcalan verkör­pere nach „all­ge­mein­er Recht­sauf­fas­sung“ die PKK, hieß es in der vom Oberver­wal­tungs­gericht Mün­ster bestätigten Ver­botsver­fü­gung.

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ISO erklärt sich solidarisch mit Kerem Schamberger in München

ISO erklärt sich solidarisch mit Kerem Schamberger in München

Am 23. Novem­ber 2017 hat das Sekre­tari­at der Inter­na­tionalen Sozial­is­tis­chen Organ­i­sa­tion (ISO) eine Sol­i­dar­ität­sadresse für Kerem Scham­berg­er ver­ab­schiedet.
Kerem Scham­berg­er ist stel­lvertre­tender Vor­sitzen­der des isw e.V. und Mit­glied der marx­is­tis­chen Linken. Ihm wird vorge­wor­fen, dass er auf seinen Inter­net-Por­tal­en Flaggen und Sym­bole der kur­dis­chen Wider­stand­sor­gan­i­sa­tion in Syrien PYD veröf­fentlich hat.

Die ISO drückt mit ihrer Erk­lärung Protest gegen das Vorge­hen der Behör­den aus und wertet es als Ver­such, oppo­si­tionelle Per­sön­lichkeit­en einzuschüchtern.
Sie weist darauf hin, dass die PYD der Haup­tak­teur des Kampfes gegen den so genan­nten Islamis­chen Staat in Syrien ist und in Deutsch­land nicht als ter­ror­is­tis­che Organ­i­sa­tion eingestuft wird. Allerd­ings ver­langt die türkische Regierung unter Führung von Erdo­gan ins­beson­dere von der deutschen Regierung, dass die PYD und ihre Schwes­t­eror­gan­i­sa­tio­nen wie ter­ror­is­tis­che Grup­pen behan­delt wer­den sollen. Denn alle, die mit kur­dis­chen Befreiung­sor­gan­i­sa­tio­nen sym­pa­thisieren, sind in den Augen der türkischen Regierung ter­rorverdächtig.

Den Wort­laut der Erk­lärung find­et Ihr auf der Web­site der ISO:

www.intersoz.org/iso-erklaert-sich-solidarisch-mit-kerem-schamberger-in-muenchen/

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Dezember 2017

Oberhausen Aus dem Rathaus Das Stadtarchiv kostet noch mehr Geld …

Aus dem Rathaus
Das Stadtarchiv kostet noch mehr Geld …

Andrea-Cora Walther

Stadtarchiv Oberhausen. Foto AvantiO.

Stadtarchiv Ober­hausen. Foto Avan­tiO.

und das kann man noch nicht ein­mal der Stadt­tochter OGM in die Schuhe schieben, hat doch die OGM damals genau das im Gebäude umge­set­zt, was von der Ver­wal­tung  damals beauf­tragt wor­den ist.
Hat Poli­tik also ver­sagt, als im Rat am 30.09.2013 beschlossen wurde, das Stadtarchiv der Stadt Ober­hausen in die Eschen­straße zu ver­lagern, hier­für ein neues Mag­a­zinge­bäude an einen vorhan­de­nen Baukör­p­er anzubauen sowie den vorhan­de­nen Baukör­p­er zu ren­ovieren, das Ganze für 995.000,00 €? Auch das eher nicht, schließlich kann doch Poli­tik nur über Inhalte in Vor­la­gen entschei­den, die von der Ver­wal­tung in Ver­wal­tungsvor­la­gen auch Erwäh­nung find­en.
Und da scheint es doch jet­zt eher so zu sein, dass die Ver­wal­tung den gewählten Volks-VertreterIn­nen Infor­ma­tio­nen zum Umbau voren­thal­ten hat. Statt alle Pla­nungs­dat­en trans­par­ent und voll­ständig offen­zule­gen und mit max­i­mal informierten Poli­tik­erIn­nen gemein­sam um sach­liche Entschei­dun­gen zu rin­gen, stre­icht die Ver­wal­tung „weniger wichtig erscheinende Bauar­beit­en“ und erhält so das gewün­schte Ergeb­nis ein­er zus­tim­mungs­fähi­gen Summe über die Poli­tik dann dumm gehal­ten, abstim­men darf.

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mehr wert als die Profite von Monsanto

… mehr wert als die Profite von Monsanto

Vierzig Men­schen demon­stri­erten am 22. Novem­ber 2017 vor der CDU-Geschäftsstelle in Ober­hausen für ein Ver­bot des Ack­ergifts Glyphosat

ACW/P.  S.

Protestaktion vor dem CDU-Büro, OB-Stadtmitte. Foto: ACW.

Protes­tak­tion vor dem CDU-Büro, OB-Stadt­mitte. Foto: ACW.

Vierzig Men­schen demon­stri­erten am 22. Novem­ber 2017 vor der CDU-Geschäftsstelle in Ober­hausen für ein Ver­bot des Ack­ergifts Glyphosat
Das Pes­tizid ste­ht im Ver­dacht, Krebs auszulösen und durch die Ver­nich­tung viel­er Pflanzenarten zum Arten­ster­ben beizu­tra­gen. Mehr als 1,3 Mil­lio­nen Men­schen aus ganz Europa haben eine Europäis­che Bürg­erini­tia­tive gegen Glyphosat unter­schrieben.

Die CDU war Ziel des Protests, da Noch-Bun­deskan­z­lerin Angela Merkel (CDU) und Land­wirtschaftsmin­is­ter Chris­t­ian Schmidt (CSU) ungeachtet dessen eine Erneuerung der aus­laufend­en Genehmi­gung für das Pes­tizid befür­wortet haben.

Die Demon­stran­tInnen forderten die lokalen CDU-VertreterIn­nen auf, sich in Berlin dafür ein­set­zen, dass Deutsch­land in Brüs­sel für das Ver­bot der Ver­wen­dung von Glyphosat in der Europäis­chen Union (EU) stimmt:
„Ster­ben die Pflanzen, ster­ben die Insek­ten, find­en Vögel nichts mehr zu fressen. Der Schutz unser­er Gesund­heit und unser­er Umwelt ist mehr Wert als die Prof­ite von Mon­san­to.“
Bekan­ntlich kam es anders:
In einem Allein­gang stimmte Chris­t­ian Schmidt wenige Tage später, am 27. Novem­ber, für die Ver­längerung der Genehmi­gung von Glyphosat. Er ermöglichte damit den Ein­satz des Giftes in der EU für weit­ere fünf Jahre. Mon­san­to wird es ihm danken.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Dezember 2017

Gelungene Veranstaltungsreihe Hundert Jahre Oktoberrevolution in Oberhausen

Gelungene Veranstaltungsreihe „Hundert Jahre Oktoberrevolution“ in Oberhausen

Die OrganisatorInnen machen auch 2018 gemeinsam weiter. Und spenden das Restgeld aus 2017 für die von Repression betroffenen G20-GegnerInnen.

C. P.

Dem Ver­anstal­tungs­bünd­nis ist es gelun­gen, von Sep­tem­ber bis Novem­ber 2017 ein bre­it gefächertes Ver­anstal­tungsange­bot rund um das The­ma „Okto­ber 1917“ auf die Beine zu stellen.
Die Ver­anstal­tungsrei­he wurde getra­gen, organ­isiert und finanziert von DIE LINKE Ober­hausen, DKP Oberhausen/Mülheim, His­torisch­er Vere­in Ober­hausen-Ost, ISO Ober­hausen und Paroli – Vere­in für poli­tis­che Kul­tur e.V. sowie weit­eren nicht genan­nten Einzelper­so­n­en.
Alle Bünd­nis­part­ner­In­nen sind sich einig, dass sie gemein­sam auch die im näch­sten Jahr anste­hen­den Jubiläen wie den 200. Geburt­stag von Karl Marx und die Novem­ber­rev­o­lu­tion 1918 mit einem entsprechen­den Ange­bot würdi­gen wollen.
Um sich sol­i­darisch mit den nach den G20-Protesten von Strafver­fahren und Haft­strafen Betrof­fe­nen zu zeigen, spendet das Bünd­nis das übrig gebliebene Geld, das zur Finanzierung der Rei­he zusam­menge­tra­gen wurde, für die Prozesskosten der G20-Geg­ner­In­nen.

Während der Ver­anstal­tungsrei­he wur­den auch Plakate mit Brechtgedicht­en gezeigt, die von Paroli e.V. in Zusam­me­nar­beit mit dem His­torischen Vere­in Ober­hausen Ost e.V. erstellt wur­den. Einen Auss­chnitt davon präsen­tieren wir hier zum Abschluss des Jubiläum­s­jahres.

Gedichte von Brecht - Veranstaltungsreihe "Oktoberrevolution" in Oberhausen.

Brecht- Veranstaltungsreihe "Oktoberrevolution" Oberhausen - Das Lied vom Klassenfeind.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Dezember 2017

Solidarität mit der Awami Workers Party

Solidarität mit der Awami Workers Party (Pakistan)

Die Awa­mi Work­ers Par­ty (1) ist heute die wichtig­ste Kraft der pak­istanis­chen Linken, die unter sehr widri­gen Bedin­gun­gen arbeit­et. Die AWP ist 2012 aus ein­er Serie von Vere­ini­gung­sprozessen ent­standen, bei denen die Genoss*innen der Labour Par­ty Pak­istan (LPP – per­ma­nente Beobachteror­gan­i­sa­tion bei der Vierten Inter­na­tionale) eine führende Rolle gespielt haben. Der Ein­fluss der rev­o­lu­tionären Marxist*innen kon­nte inzwis­chen gefes­tigt und aus­ge­baut wer­den. Entschei­dend hierzu war die kon­se­quente Mobil­isierungsar­beit

• in ver­schiede­nen Sek­toren der Arbeiter*innenklasse (u. a. Tex­til, Ziegelin­dus­trie, Belegschaften von pri­vatisierten Staat­sun­ternehmen),
• im Kampf für Frauen­rechte,
• beim Ein­treten gegen chau­vin­is­tis­che Kriegstreiberei im Kon­flikt mit Indi­en,
• in den Bewe­gun­gen zur Vertei­di­gung von Lan­drecht­en und
• in der Arbeit für demokratis­che und Min­der­heit­en­rechte.

Die Erfolge der Genoss*innen sind nicht ohne Gegen­reak­tion geblieben. Das ober­fläch­lich von kor­rupten bürg­er­lichen Parteien getra­gene, aber weit­er­hin unter starkem Mil­itäre­in­fluss ste­hende Regime set­zt immer wieder auf bru­tale Repres­sion, wenn Massen­mo­bil­isierun­gen begin­nen, an sen­si­ble Inter­essen zu rühren. Immer häu­figer wird dabei auf die Anti-Ter­ror­is­mus-Geset­zge­bung zurück­ge­grif­f­en, in unfairen Prozessen kommt es zu drakonis­chen Urteilen. Zwei beson­ders drastis­che Beispiele sind hier­für:

• die Verurteilung des Genossen Baba Jan zu ein­er lebenslänglichen Frei­heitsstrafe für seine Rolle in der Mobil­isierung von Über­leben­den ein­er Umweltkatas­tro­phe in der Min­der­heit­en-Region Gilgit-Baltistan und
• die Ver­haf­tung (zum Teil jahre­lang ohne Prozess, wie im Falle des AWP-Kaders Ghu­lam Dasta­gir Mehboob, der kür­zlich nach fünf Jahren Haft auf­grund gefälschter Mord­vor­würfe unter dem Druck ein­er Kam­pagne freige­lassen wor­den ist) und Mis­shand­lung von Mit­gliedern der Bauern- und Bäuerin­nenor­gan­i­sa­tion AMP in Okara (Prov­inz Pun­jab), die sich für die Rechte der­jeni­gen ein­set­zen, die das Land von „Mil­itär­far­men“ bestellen.
Die Kam­pag­nen zur Vertei­di­gung von Opfern der Repres­sion erfordert auch finanzielle Mit­tel, etwa für Anwälte, Trans­port zu Demon­stra­tio­nen und Pro­pa­gan­da­ma­te­r­i­al, welche die Möglichkeit­en der AWP über­steigen.

Wir unter­stützen die wichtige Arbeit unser­er pak­istanis­chen Genossin­nen und Genossen und bit­ten um Spenden an die Nichtregierung­sor­gan­i­sa­tion ESSF mit dem Stich­wort „Pak­istan“ (Siehe Kas­ten).

Europe sol­idaire sans fron­tières (ESSF), 2, rue Richard-Lenoir, 93100 Mon­treuil, Frankre­ich, http://www.europe-solidaire.org/

Fußnoten
(1) Siehe deren englis­chsprachige Web­site www.awamiworkersparty.org
(2) Siehe Berichte in „die inter­na­tionale“, zulet­zt Nr. 5/2017; die PDF-Datei der gesamten Aus­gabe kön­nt ihr herun­ter­laden unter.
www.inprekorr.de.

Es gibt zudem zahlre­iche Berichte und Aufrufe (englisch bzw. franzö­sisch) auf „Inter­na­tion­al View­point“ und der Home­page von „Europe sol­idaire sans fron­tières“ (ESSF), außer­dem Infos (englisch) unter https://en.wikipedia.org/wiki/Baba_Jan_(politician).

Spendenkon­to:
Kon­toin­hab­er: ESSF
IBAN: FR85 3000 2005 2500 0044 5757 C12
BIC / SWIFT: CRLYFRPP
Crédit Lyon­nais, Agence de la Croix-de-Chavaux (00525),
10 boule­vard Chanzy, 93100 Mon­treuil, France
Kon­ton­um­mer 445757C

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Dezember 2017