10 Jah­re nach Beginn des Super-Gau im japa­ni­schen Atom­kraft­werk Fukushima

Pres­se­mit­tei­lung von ES REICHT! - Ober­hau­sen soli­da­risch gegen Rechts
Am Don­ners­tag, 11. März jährt sich der Beginn des Super-Gau im japa­ni­schen AKW Fuku­shi­ma zum 10 Mal. Aus­ge­löst durch ein Erd­be­ben zer­stör­te ein Tsu­na­mi am 11. März 2011 wei­te Tei­le der japa­ni­schen Ost­küs­te, traf ins­be­son­de­re die Regi­on Fuku­shi­ma hart und zeig­te der Welt wie­der ein­mal, dass Atom­kraft­wer­ke kei­ne ver­ant­wort­ba­re Form der Ener­gie­er­zeu­gung dar­stel­len. Bis heu­te sind wei­te Tei­le der Regi­on auf­grund von radio­ak­ti­ver Strah­lung nicht bewohn­bar. Die in der Regi­on pro­du­zier­ten Lebens­mit­tel sind nicht genieß­bar. Mas­siv radio­ak­tiv kon­ta­mi­nier­tes Mate­ri­al sowie die Brenn­stä­be, bei denen es damals zur Kern­schmel­ze kam, kön­nen wei­ter­hin nicht gebor­gen wer­den. Die öko­lo­gi­sche und sozia­le Kata­stro­phe dau­ert unge­bremst an und wird durch die Ein­lei­tung gro­ßer Men­gen radio­ak­tiv kon­ta­mi­nier­ten Kühl­was­sers ins Meer durch die Betrei­ber­ge­sell­schaft Tep­co und die japa­ni­sche Regie­rung noch dras­tisch verschärft.

Wäh­rend die deut­sche Bun­des­re­gie­rung sich nach dem Reak­tor­un­fall in Fuku­shi­ma auf­grund des star­ken gesell­schaft­li­chen Drucks auf nahe­zu allen Ebe­nen auf einen aller­dings viel zu lang­sa­men Atom­aus­stieg bis 2022 einig­te (nach­dem nur weni­ge Mona­te vor­her eine Lauf­zeit­ver­län­ge­rung beschlos­sen wor­den war), set­zen vie­le ande­re Län­der auch wei­ter­hin auf gefähr­li­che, stö­rungs­an­fäl­li­ge Atom­kraft­wer­ke oder bau­en sogar neue – zum gro­ßen Pro­fit deut­scher Kon­zer­ne, die viel­fach an Bau, For­schung, Betrieb und War­tung betei­ligt sind.
Auch der Betrieb von For­schungs­re­ak­to­ren, Uran­an­rei­che­rungs­an­la­gen und Kon­di­tio­nie­rungs­an­la­gen ist vom Atom­aus­stiegs­be­schluss nicht betrof­fen und wird auch nach 2022 wei­ter geführt.

Statt­des­sen wird nun seit Jahr­zehn­ten trotz Aus­stiegs­be­schlus­ses Atom­müll wei­ter­hin pro­du­ziert, für den es welt­weit nach wie vor und wahr­schein­lich nie­mals ein als sicher zu dekla­rie­ren­des End­la­ger geben wird. In Deutsch­land ist im letz­ten Herbst nach 40 Jah­ren des akti­ven Wider­stands end­lich der völ­lig unsi­che­re Salz­stol­len in Gor­le­ben aus dem Ren­nen als End­la­ger genom­men wor­den. Des­sen unge­ach­tet wur­de auch im ver­gan­ge­nen Jahr, trotz der gras­sie­ren­den CoronaPandemie unter dem­entspre­chen­der dop­pel­ter Gefähr­dung ein Atom­müll­trans­port in das Zwi­schen­la­ger am AKW Bib­lis durch­ge­führt, auch für 2021 ist ein sol­cher Trans­port angekündigt.

Wir unter­strei­chen dies­be­züg­lich noch ein­mal die zen­tra­le For­de­rung der Anti­atom-Bewe­gung: „Nichts rein und nichts raus!“. Solan­ge es kein End­la­ger gibt, müs­sen die unsin­ni­gen und gefähr­li­chen Trans­por­te unterbleiben.
Dar­über hin­aus bie­tet der Betrieb von Atom­an­la­gen für vie­le Län­der die poten­ti­el­le Opti­on auf eige­ne ato­ma­re Bewaffnung.
50% des Grund­ka­pi­tal der EVO, hier in Ober­hau­sen der Grund­ver­sor­ger, gehört direkt oder indi­rekt der inno­gy SE, die 2018 vom Ener­gie­rie­sen E.ON auf­ge­kauft wur­de und davor eine Toch­ter­ge­sell­schaft der RWE war. Bei­de Kon­zer­ne zer­stö­ren für ihre Pro­fit­ma­xi­mie­rung welt­weit die Lebens­grund­la­gen von Men­schen und haben die Bun­des­re­gie­rung für den Atom­aus­stieg auf Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen in hoher Mil­lio­nen­hö­he ver­klagt – und sich kürz­lich mit die­ser geeinigt.

Wir for­dern die Abschal­tung aller Atom­an­la­gen welt­weit und sofort! Mit Blick auf den dras­ti­schen Aus­bau der fos­si­len Ener­gie­er­zeu­gung müs­sen wir jedoch fest­stel­len, dass auch nach Fuku­shi­ma die Chan­ce auf eine rege­ne­ra­ti­ve, kli­ma­ge­rech­te Ener­gie­wen­de in Deutsch­land klar ver­passt wur­de. Wir müs­sen weg von einer Form der Ener­gie­ge­win­nung, die ohne Rück­sicht auf die Natur als Lebens­grund­la­ge, ohne Rück­sicht auf sozia­le Gerech­tig­keit ein­zig und allein der Pro­fit­ma­xi­mie­rung bör­sen­no­tier­ter Kon­zer­ne dient. Die Ener­gie­ge­win­nung der Zukunft kann nur dezen­tral, öko­lo­gisch und frei von fos­si­len Ener­gie­trä­gern statt­fin­den. Sie muss gekop­pelt sein an eine effi­zi­en­te­re Nut­zung der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Res­sour­cen – ohne Ver­kehrs­wen­de kei­ne Energiewende!
Auch hier in Ober­hau­sen müs­sen wir jedoch erle­ben, dass zuguns­ten eines ver­al­te­ten Mobi­li­täts­kon­zep­tes gro­ße Tei­le der ohne­hin schon sehr beschränk­ten Wald­flä­che in der Stadt gefällt wer­den sol­len. Auch sol­chen Groß­pro­jek­ten stel­len wir uns in den Weg – ganz im Sin­ne von glo­bal den­ken, lokal han­deln. Wir for­dern den Erhalt des Sterk­ra­der Wal­des und leh­nen den Aus­bau des Auto­bahn­kreu­zes und die dar­an gekop­pel­te För­de­rung für den Indi­vi­du­al­ver­kehr ab.

Wir sagen klar: ES REICHT!

Mit drei Groß­pla­ka­ten im Stadt­ge­biet (Dan­zi­ger Str./Mülheimer Str., Duis­bur­ger Str./Wilmsstr. und Hol­te­ner Str./Brüderstr.) wei­sen wir zwei Wochen lang gemein­sam mit aus­ge­strahlt und dem Umwelt­in­sti­tut Mün­chen e.V. in Ober­hau­sen auf den Jah­res­tag des SuperGau in Fuku­shi­ma und unse­re For­de­rung nach sofor­ti­ger Abschal­tung aller Atom­an­la­gen hin.
Atom­an­la­gen welt­weit und sofort abschal­ten. Kein wei­te­res Risi­ko einer erneu­ten nuklea­ren Kata­stro­phe. Eine soli­da­ri­sche und zukunfts­ge­wand­te Gesell­schafts­form ist möglich!

Es Reicht - Ober­hau­sen soli­da­risch gegen Rechts

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