Kämpfen wie die Löwen

Kämpfen wie die Löwen“

P.S.

Kundgebung der IG Metall beim Warnstreik am 23.01.18 in Mülheim/Ruhr. Foto: Avanti O.

Kundge­bung der IG Met­all beim Warn­streik am 23.01.18 in Mülheim/Ruhr. Foto: Avan­ti O.

Dem Aufruf der IG-Met­all Mül­heim, Essen, Ober­hausen sowie Gelsenkirchen zum Warn­streik waren 2.500 Kol­legIn­nen gefol­gt,  nach­dem die „Arbeit­ge­ber“ auch in der drit­ten Ver­hand­lungsrunde kein akzept­a­bles Ange­bot vorgelegt hat­ten. „Wir wer­den kämpfen wie die Löwen“, war auf eini­gen Streik­west­en zu lesen.
Die wesentlichen Forderun­gen, mit denen die IG-Met­all in die Tar­ifver­hand­lun­gen für die Met­all- und Elek­troin­dus­trie gegan­gen ist: 6 Prozent mehr Geld und eine Wahlop­tion auf Reduzierung der Arbeit­szeit auf bis zu 28 Stun­den für Beschäftigte, die z.B. Kinder erziehen oder Ange­hörige pfle­gen.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Januar/Februar 2018

Karl Marx wird 200 Teil I Eine neue Biografie

Karl Marx wird 200 (Teil I)
Eine neue Biografie

Manuel Kellner

Karl Marx war dafür, „alle Ver­hält­nisse umzuw­er­fen, in denen der Men­sch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein ver­lassenes, ein verächtlich­es Wesen ist.“ Aktuell bleibt auch seine Kri­tik der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise, die „die Erde und den Arbeit­er unter­gräbt“. Immer bere­it an allem zu zweifeln, ver­di­ent er nicht zum Säu­len­heili­gen gemacht zu wer­den. Sein Konzept der Selb­st­be­freiung der Arbei­t­erIn­nen­klasse als Mit­tel uni­ver­saler Emanzi­pa­tion bleibt allerd­ings entschei­den­der Bestandteil des rev­o­lu­tionären Kampfs für eine weltweite sozial­is­tis­che Gesellschaft.

Das Kapital als Sparbüchse. Foto: Avanti².

Das Kap­i­tal als Spar­büchse. Foto: Avan­ti².

Karl Marx wurde immer wieder zum „toten Hund“ erk­lärt oder wahlweise zum Ver­ant­wortlichen für den Gulag. Doch immer,  wenn spek­takuläre Krisen auftreten, ist seine Kri­tik der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise wieder in aller Munde. Seit 2013 gehören das Kom­mu­nis­tis­che Man­i­fest und Das Kap­i­tal gar zum Welt­doku­mentenerbe der UNESCO. Im Jan­u­ar 2017 stellte Die Zeit in großen Let­tern auf der Titel­seite die Frage: „Hat­te Marx doch recht?“

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Marktwirtschaftliche Klimapolitik in NRW: Erderwärmung und soziale Kälte

Marktwirtschaftliche Klimapolitik“ in NRW:
Erderwärmung und soziale Kälte

Grafik: Wikipedia, Gemeinfrei.

L. M.

Im Juni 2017 haben Armin Laschet (CDU) und Chris­t­ian Lind­ner (FDP) den Ver­trag der neuen NRW-Koali­tion unterze­ich­net. Ein­er der Kern­punk­te des Koali­tionsver­trages ist die Vere­in­barung, Klimapoli­tik in NRW kün­ftig „mark­twirtschaftlich­er“ zu betreiben.

Eine Kost­probe dieser Poli­tik präsen­tierte die schwarz-gelbe Lan­desregierung Ende Novem­ber 2017: Bis 2020 soll­ten die Zuschüsse zum Sozialtick­et stufen­weise bis auf Null gekürzt wer­den. Dies hätte fak­tisch die Abschaf­fung der vergün­stigten (und immer noch zu teuren) Monatskarte für arme Men­schen in NRW bedeutet. Die einges­parten Mit­tel soll­ten in den Aus­bau von Straßen fließen.
Eine Welle von Empörung hat die Lan­desregierung schnell wieder zurück­zu­rud­ern und von diesem Plan Abstand nehmen lassen – ein gutes Beispiel dafür, was Wider­stand bewirken kann.

Ein Anlass für Ent­war­nung ist dies nicht. Weit­ere Angriffe sind zu erwarten. Und was die Klimapoli­tik bet­rifft, so waren wir in NRW auch unter den voraus­ge­gan­genen Regierun­gen schon mit ein­er Poli­tik geschla­gen, die betonierte Land­schaften, Autowahn und kli­maschädliche Energieerzeu­gung gefördert hat.
Siehe auch unsere Glosse auf Seite 2.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Dezember 2017

Zukunft = „Industrie-4.0“?

Zukunft = „Industrie-4.0“?

Dig­i­tale Tech­nolo­gien ließen sich auf unter­schiedlich­ste Weise ein­set­zen. „Indus­trie-4.0“ aber ist ein neolib­erales Konzept für die Dig­i­tal­isierung der Gesellschaft, das keine Alter­na­tive ken­nt.

Petra Sta­nius   

Ste­hen wir an der Schwelle zur vierten indus­triellen Rev­o­lu­tion?

Mit der ersten indus­triellen Rev­o­lu­tion wurde mit­tels Wass­er- und Dampfkraft die Pro­duk­tion mech­a­nisiert. Mit der zweit­en wurde durch den Ein­satz von elek­trisch­er Energie und Fließbän­dern Massen­pro­duk­tion möglich. Die dritte brachte mit der Infor­ma­tion­stech­nik die ganzheitlichen Pro­duk­tion­ssys­teme (GPS) mit com­puterun­ter­stützter Pla­nung, Steuerung und Fer­ti­gung her­vor.
In den kom­menden zehn bis fün­fzehn Jahren wird die Wirtschaft nun eine neue Stufe der tech­nis­chen Entwick­lung erk­lim­men, die die Pro­duk­tion rev­o­lu­tion­ieren und umfassende gesellschaftliche Verän­derun­gen mit sich brin­gen wird. In welche Rich­tung diese Verän­derun­gen gehen wer­den, ste­ht bere­its heute im Wesentlichen fest.
Dies verkün­den zumin­d­est die Pro­pa­gan­dis­ten von „Indus­trie-4.0“.

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Scherz, Satire, Ironie und breitgetretener Quark …

Scherz, Satire, Ironie und breitgetretener Quark …

... also das Bohei um den verkauf­sof­fe­nen Son­ntag, den uns die ver.di ange­blich weg­nahm. Es ist schon graus­lich, was wir von Medi­en und Han­del da zu lesen und zu hören bekom­men. Was ist denn eigentlich passiert?

Ernst Kochanowski

Die Gew­erkschaft, unter deren Dach sich auch die Beschäftigten des Einzel­han­dels organ­isieren, hat mal die Gerichte angerufen um zu klären, ob vom Han­del ver­langte und von den Kom­munen eil­fer­tig genehmigte Öff­nungszeit­en an diversen Son­nta­gen legal seien. Damit hat sie genau das gemacht, wofür wir sie auch gegrün­det haben und brauchen. Näm­lich, unsere Arbeits­be­din­gun­gen, unsere Gesund­heit, unser Fam­i­lien­leben und damit unser aller Woh­lerge­hen ein wenig zu verbessern.
Und siehe da, sämtliche angerufe­nen Gerichte waren sich einig und haben nicht nur die ange­sproch­enen Son­ntagsöff­nun­gen für unge­set­zlich erk­lärt, son­dern auch die Kri­te­rien für solche noch mal deut­lich gemacht. Den zuständi­gen Gremien muss man wohl manch­mal etwas nach­drück­lich­er kom­men, denn auch da scheint der neolib­erale und unglaublich blöde Grund­satz, dass der Markt alles regelt, schon verin­ner­licht wor­den zu sein. Legal? Ille­gal? Scheiße­gal! Wozu braucht es noch TTIP, wenn schon heute beste­hende Geset­ze und Verord­nun­gen als Han­delshemm­nisse erkan­nt und, wenn kein­er hin­schaut, auch umgan­gen wer­den?

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Big Data oder Wir brauchen eine Willkommenskultur für Datensammler

Scherz, Satire, Wahnsinn und Big Data

oder

Wir brauchen eine Willkommenskultur für Datensammler

Ernst Kochanowski BDSG 3A - Datensammler

Mut­ti Merkel auf dem IT-Gipfel am Don­ner­stag, den 17.11.2016 in Saar­brück­en: „Denn das Prinzip der Datensparsamkeit, wie wir es vor vie­len Jahren hat­ten, kann heute nicht die generelle Leitschnur sein für die Entwick­lung neuer Pro­duk­te.“
Am Son­ntag, den 27.11. 2016 fie­len ca. 900.000 Router der Telekom einem Hack­eran­griff zum Opfer und wur­den lah­mgelegt.
Was haben diese bei­den Ereignisse gemein­sam?

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Care Revolution: Sorge-Arbeit im Dienste der Menschen, nicht für Profite

Care Revolution:

Sorge-Arbeit im Dienste der Menschen, nicht für Profite

Am 22./23. Oktober 2016 fand in Hamburg ein bundesweites Treffen des Netzwerks Care Revolution statt. Neben dem internen Funktionieren des Netzwerks stand die Verabredung gemeinsamer Aktivitäten auf der Tagesordnung.

 

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Bundesweiter Aktionstag gegen TTIP und CETA

Bundesweiter Aktionstag gegen TTIP und CETA

 

E.K.    Demo gegen TTIP und CETA am 17.9.2016 in Koeln. Foto: AvantiO.

Am 17. Sep­tem­ber demon­stri­erten 350.000 Men­schen in sieben deutschen Städten für einen „gerecht­en“ Welthandel.
In Köln trafen sich ca. 50.000 besorgte Bürg­er, Glob­al­isierungs­geg­ner­In­nen und Linke.
Auch Gew­erkschafts­fah­nen und -west­en wur­den gese­hen. Lei­der für diesen Anlass bestürzend wenige, obwohl der DGB und die Einzel­gew­erkschaften zur Demo aufriefen und auch Busse organ­isierten.

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TTIP & CETA oder: die Unterwerfung der Welt unter die Vorherrschaft des Kapitals

TTIP & CETA

oder: die Unterwerfung der Welt unter die Vorherrschaft des Kapitals

Demo gegen TTIP / CETA am15.10.2015 in Berlin. Foto: Foodwatch, de.Wikipedia.org

Demo gegen TTIP/CETA am15.10.2015 in Berlin. Foto: Food­watch, de.Wikipedia.org

R.J.

Die neolib­eralen Frei­han­delsabkom­men zwis­chen EU und USA bzw. Kana­da, TTIP und CETA, rück­en näher. Trotz der Ver­suche u. a. der Sozialdemokratie, auf­grund von Wider­stand in größeren Teilen der Bevölkerung ein wenig Zeit zu gewin­nen und erst ein­mal das eine (CETA) durchzubrin­gen – und später dann das andere.
Es ist egal, was es an Ver­sprechun­gen von Arbeit­splätzen, neuen Möglichkeit­en des Kon­sum­ierens oder vielem anderen mehr gibt, mit dem verge­blich ver­sucht wird, eine größere Zus­tim­mung in der Bevölkerung zu diesen Verträ­gen zu erre­ichen. Denn es geht um Abkom­men, die geheim ver­han­delt wer­den. Deren Weg­bere­it­er schätzen es schon richtig ein, dass TTIP & CETA bei offe­nen Ver­hand­lun­gen nicht durch­set­zbar wären.

Übrig bleibt neben all den Ver­sprechen und Lock­un­gen bei ein­er Umset­zung von TTIP & CETA let­ztlich nur nahezu gren­zen­lose Frei­heit für das Kap­i­tal bei gle­ichzeit­iger Aushe­belung sozialer Rechte, Abstrichen beim Umweltschutz, Abbau von Ver­brauch­er­schutzrecht­en…

Stellen doch bish­er gel­tende Regelun­gen, so beschei­den sie mitunter auch sein mögen, „Han­delshemm­nisse“ – sprich: Ein­schränkun­gen der Prof­it­möglichkeit­en, dar. Die über­wiegend davon Betrof­fe­nen wer­den glob­al die Lohn­ab­hängi­gen sein.
Darum ruft auch der RSB Ober­hausen zur Teil­nahme an der Demo gegen TTIP & CETA am 17.09.2016 in Köln auf.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti 247, September 2016

Care Revolution: Eine Antwort auf die Krise der Sorge-Arbeit.

Care-Revolution:
Eine Antwort auf die Krise der Sorge-Arbeit.

Für die Haus- und Familienarbeit werden in Deutschland deutlich mehr Arbeitsstunden aufgewandt als für Erwerbsarbeit. Doch trotz ihres erheblichen Umfangs erfährt sie wenig Beachtung: Zumeist wird sie unbezahlt im „privaten“ Bereich verrichtet. Auch heute noch lastet dabei die Hauptverantwortung auf Frauen.

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