Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“ in Oberhausen Auftaktveranstaltung mit Dr. Manuel Kellner 17-04-2018

Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“
in Oberhausen

Auftaktveranstaltung mit Dr. Manuel Kellner:
Deutsche Revolution 1848/49 – Was hat das mit heute zu tun?

Dienstag, 17. April 2018, 19:00 Uhr
Fabrik K14, Lothringer Str. 64, 46045 Oberhausen.

Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“ in Oberhausen Auftaktveranstaltung mit Dr. Manuel Kellner am 17.04.2018 in Oberhausen.

Ver­anstal­tungs­fly­er zum Down­load.

In diesem Jahr wird das Bünd­nis „Rot­er Okto­ber“, das 2017 die Ver­anstal­tungsrei­he zur Rus­sis­chen Rev­o­lu­tion organ­isiert hat, in Ober­hausen erneut eine  Ver­anstal­tungsrei­he durch­führen: 2018 würde Karl Marx seinen 200. Geburt­stag feiern. Bert Brecht würde 120 Jahre alt. Die Märzrev­o­lu­tion 1848 jährt sich zum 170. Mal. Die Novem­ber­rev­o­lu­tion 1918 wird 100. Und der geschicht­strächtige Mai 1968 hat 50-jähriges Jubiläum.

Die neue Rei­he „Rev­o­lu­tion, Rev­o­lu­tion!“ begin­nt mit der Infor­ma­tions- und Diskus­sionsver­anstal­tung zur Deutschen Rev­o­lu­tion mit Manuel Kell­ner am 17.04.2018:

Die Ziele der deutschen Rev­o­lu­tion 1848/49 waren Demokratie, nationale Ein­heit und Unab­hängigkeit von den in der „Heili­gen Allianz“ zusam­mengeschlosse­nen Fürsten­häusern. Die Rev­o­lu­tion erzwang zunächst die „Märzk­abi­nette“, die dem lib­eralen Bürg­er­tum Zugeständ­nisse macht­en sowie die Wahl ein­er ver­fas­sunggeben­den Ver­samm­lung, die am 18. Mai 1848 in der Frank­furter Paulskirche zusam­men­trat. Die führende Rolle hat­ten dort die bürg­er­lich-lib­eralen Kräfte, die für eine kon­sti­tu­tionelle Monar­chie ein­trat­en. Die linke Min­der­heit war radikal demokratisch, näm­lich für eine par­la­men­tarisch-demokratis­che Republik.Als die Rev­o­lu­tion auf dem absteigen­den Ast war, schlug der preußis­che König die ihm von der „Paulskirche“ ange­tra­gene Kaiserkro­ne aus. Preußis­che und öster­re­ichis­che Trup­pen schlu­gen die Rev­o­lu­tion nieder.

Karl Marx zog die Bilanz, dass die Arbei­t­erIn­nen­klasse beim näch­sten Anlauf unab­hängig vom demokratis­chen Klein­bürg­er­tum auftreten müsse – zugun­sten ein­er „Rev­o­lu­tion in Per­ma­nenz“, bis alle mehr oder weniger besitzen­den Klassen von der Macht ver­drängt sind. Dr. Manuel Kell­ner, Jahrgang 1955, ist Mit­glied der ISO (Vierte Inter­na­tionale) und der Partei Die Linke sowie der IG Met­all. Er ist Redak­teur der Sozial­is­tis­chen Zeitung (SoZ).

Karl Marx wird 200 (Teil II) Ein bestimmtes Menschenbild

Karl Marx wird 200 (Teil II)
Ein bestimmtes Menschenbild

Manuel Kellner

Karl Marx – verfremdet von Bernd Köhler.

Karl Marx – ver­fremdet von Bernd Köh­ler.

Jed­wede Auflehnung gegen Unter­drück­ung wäre sinn­los, wenn das Bedürf­nis, andere Men­schen auszubeuten dem Men­sch­sein wesentlich zuge­hörte. Ein anderes  Men­schen­bild ist voraus­ge­set­zt, um sich über Ver­hält­nisse zu empören, in denen Men­schen einan­der bekämpfen, bekriegen, ver­sklaven und aus­nutzen.
Für den Philosophen Lud­wig Feuer­bach war der Men­sch grundle­gend gut. Auch wenn er böse ist, han­delt er doch gegen das, was er selb­st für gut hält: Heuchelei ist darum die Ver­beu­gung des Lasters vor der Tugend. Für Karl Marx hinge­gen sind die Men­schen zu allem fähig, im Guten wie im Schlecht­en: Sie brauchen men­schliche Ver­hält­nisse um sich men­schlich zu ver­hal­ten.
Mit dem Aufkom­men der gesellschaftlichen Arbeit­steilung, die den einzel­nen Men­schen Berufe zuweist und sie damit lebenslänglich an die Ausübung ein­er ganz bes­timmten Art von Tätigkeit ket­tet, begin­nt für Karl Marx die Ent­frem­dung:

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Veranstaltungsreihe Revolution, Revolution! Die deutsche Revolution 1848/49

Veranstaltungsreihe Revolution, Revolution!
Die deutsche Revolution 1848/49

O. G.

Straßenkämpfe am Alexanderplatz in Berlin im Jahr 1848 während der Deutschen Revolution. Abbildung: Wikipedia, Gemeinfrei.

Straßenkämpfe am Alexan­der­platz in Berlin im Jahr 1848 während der Deutschen Rev­o­lu­tion. Abbil­dung: Wikipedia, Geme­in­frei.

In diesem Jahr wird das Bünd­nis „Rot­er Okto­ber“, das 2017 die Ver­anstal­tungsrei­he zur Rus­sis­chen Rev­o­lu­tion organ­isiert hat, in Ober­hausen erneut eine  Ver­anstal­tungsrei­he durch­führen:
2018 würde Karl Marx seinen 200. Geburt­stag feiern. Bert Brecht würde 120 Jahre alt. Die Märzrev­o­lu­tion 1848 jährt sich zum 170. Mal. Die Novem­ber­rev­o­lu­tion 1918 wird 100. Und der fol­gen­re­iche Mai 1968 hat 50-jähriges Jubiläum.
Die Rei­he „Rev­o­lu­tion, Rev­o­lu­tion!“ begin­nt mit ein­er Infor­ma­tions- und Diskus­sionsver­anstal­tung zur Deutschen Rev­o­lu­tion 1848/49.
Sie find­et am Dien­stag, den 17. April um 19:00 Uhr in der Fab­rik K14 statt. Ref­er­ent ist Dr. Manuel Kell­ner aus Köln.

Aus der Ver­anstal­tungs­beschrei­bung:
„… Die Ziele der deutschen Rev­o­lu­tion 1848/49 waren Demokratie, nationale Ein­heit und Unab­hängigkeit von den in der „Heili­gen Allianz“ zusam­mengeschlosse­nen Fürsten­häusern. Die Rev­o­lu­tion erzwang zunächst die „Märzk­abi­nette“, die dem lib­eralen Bürg­er­tum Zugeständ­nisse macht­en sowie die Wahl ein­er ver­fas­sunggeben­den Ver­samm­lung, die am 18. Mai 1848 in der Frank­furter Paulskirche zusam­men­trat.
Die führende Rolle hat­ten dort die bürg­er­lich-lib­eralen Kräfte, die für eine kon­sti­tu­tionelle Monar­chie ein­trat­en. Die linke Min­der­heit war radikal demokratisch, näm­lich für eine par­la­men­tarisch-demokratis­che Repub­lik.

Als die Rev­o­lu­tion auf dem absteigen­den Ast war, schlug der preußis­che König die ihm von der „Paulskirche“ ange­tra­gene Kaiserkro­ne aus. Preußis­che und öster­re­ichis­che Trup­pen schlu­gen die Rev­o­lu­tion nieder.
Karl Marx zog die Bilanz, dass die Arbei­t­erIn­nen­klasse beim näch­sten Anlauf unab­hängig vom demokratis­chen Klein­bürg­er­tum auftreten müsse – zugun­sten ein­er „Rev­o­lu­tion in Per­ma­nenz“, bis alle mehr oder weniger besitzen­den Klassen von der Macht ver­drängt sind…“
Weit­ere Ter­mine der Ver­anstal­tungsrei­he wer­den in Kürze veröf­fentlicht, unter anderem auf unser­er Web­site.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, März 2018

Karl Marx wird 200 Teil I Eine neue Biografie

Karl Marx wird 200 (Teil I)
Eine neue Biografie

Manuel Kellner

Karl Marx war dafür, „alle Ver­hält­nisse umzuw­er­fen, in denen der Men­sch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein ver­lassenes, ein verächtlich­es Wesen ist.“ Aktuell bleibt auch seine Kri­tik der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise, die „die Erde und den Arbeit­er unter­gräbt“. Immer bere­it an allem zu zweifeln, ver­di­ent er nicht zum Säu­len­heili­gen gemacht zu wer­den. Sein Konzept der Selb­st­be­freiung der Arbei­t­erIn­nen­klasse als Mit­tel uni­ver­saler Emanzi­pa­tion bleibt allerd­ings entschei­den­der Bestandteil des rev­o­lu­tionären Kampfs für eine weltweite sozial­is­tis­che Gesellschaft.

Das Kapital als Sparbüchse. Foto: Avanti².

Das Kap­i­tal als Spar­büchse. Foto: Avan­ti².

Karl Marx wurde immer wieder zum „toten Hund“ erk­lärt oder wahlweise zum Ver­ant­wortlichen für den Gulag. Doch immer,  wenn spek­takuläre Krisen auftreten, ist seine Kri­tik der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise wieder in aller Munde. Seit 2013 gehören das Kom­mu­nis­tis­che Man­i­fest und Das Kap­i­tal gar zum Welt­doku­mentenerbe der UNESCO. Im Jan­u­ar 2017 stellte Die Zeit in großen Let­tern auf der Titel­seite die Frage: „Hat­te Marx doch recht?“

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Gelungene Veranstaltungsreihe Hundert Jahre Oktoberrevolution in Oberhausen

Gelungene Veranstaltungsreihe „Hundert Jahre Oktoberrevolution“ in Oberhausen

Die OrganisatorInnen machen auch 2018 gemeinsam weiter. Und spenden das Restgeld aus 2017 für die von Repression betroffenen G20-GegnerInnen.

C. P.

Dem Ver­anstal­tungs­bünd­nis ist es gelun­gen, von Sep­tem­ber bis Novem­ber 2017 ein bre­it gefächertes Ver­anstal­tungsange­bot rund um das The­ma „Okto­ber 1917“ auf die Beine zu stellen.
Die Ver­anstal­tungsrei­he wurde getra­gen, organ­isiert und finanziert von DIE LINKE Ober­hausen, DKP Oberhausen/Mülheim, His­torisch­er Vere­in Ober­hausen-Ost, ISO Ober­hausen und Paroli – Vere­in für poli­tis­che Kul­tur e.V. sowie weit­eren nicht genan­nten Einzelper­so­n­en.
Alle Bünd­nis­part­ner­In­nen sind sich einig, dass sie gemein­sam auch die im näch­sten Jahr anste­hen­den Jubiläen wie den 200. Geburt­stag von Karl Marx und die Novem­ber­rev­o­lu­tion 1918 mit einem entsprechen­den Ange­bot würdi­gen wollen.
Um sich sol­i­darisch mit den nach den G20-Protesten von Strafver­fahren und Haft­strafen Betrof­fe­nen zu zeigen, spendet das Bünd­nis das übrig gebliebene Geld, das zur Finanzierung der Rei­he zusam­menge­tra­gen wurde, für die Prozesskosten der G20-Geg­ner­In­nen.

Während der Ver­anstal­tungsrei­he wur­den auch Plakate mit Brechtgedicht­en gezeigt, die von Paroli e.V. in Zusam­me­nar­beit mit dem His­torischen Vere­in Ober­hausen Ost e.V. erstellt wur­den. Einen Auss­chnitt davon präsen­tieren wir hier zum Abschluss des Jubiläum­s­jahres.

Gedichte von Brecht - Veranstaltungsreihe "Oktoberrevolution" in Oberhausen.

Brecht- Veranstaltungsreihe "Oktoberrevolution" Oberhausen - Das Lied vom Klassenfeind.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Dezember 2017

Oktober 1917 – was bleibt?

Oktober 1917 – was bleibt?

Selbstorganisation von unten und revolutionäre Politik

Manuel Kellner bei der Veranstaltung am 2.11.2017 in Oberhausen. Foto: Avanti O.

Manuel Kell­ner bei der Ver­anstal­tung am 2.11.2017 in Ober­hausen. Foto: Avan­ti O.

Am 2. Novem­ber 2017 fand im Rah­men von „Hun­dert Jahre Okto­ber­rev­o­lu­tion“ zu diesem The­ma eine Ver­anstal­tung mit Manuel Kell­ner statt. 
Dr. Manuel Kell­ner, Jahrgang 1955, ist Mit­glied der ISO (Vierte Inter­na­tionale) und der Partei Die Linke sowie der IG Met­all. Er ist außer­dem Redak­teur der Sozial­is­tis­chen Zeitung (SoZ).
Die Okto­ber­rev­o­lu­tion 1917 in Rus­s­land hat viele spätere antikap­i­tal­is­tis­che Bewe­gun­gen inspiri­ert. Die Jahrzehnte währende bürokratis­che Dik­tatur diskred­i­tierte jedoch die sozial­is­tis­che Idee. 1991 wurde die Sow­je­tu­nion aufgelöst.

Was bleibt 100 Jahre danach?
Laut Manuel Kell­ner: Die Räte als demokratis­che Selb­stor­gan­i­sa­tion und Gegen­macht, der Inter­na­tion­al­is­mus als Ori­en­tierung auf die Wel­trev­o­lu­tion, die Rolle ein­er rev­o­lu­tionären Partei für die Eroberung der poli­tis­chen Macht durch die Arbei­t­erIn­nen­klasse.
Die rus­sis­che Rev­o­lu­tion von 1905 war nicht nur eine Massen­streik­be­we­gung, sie brachte auch als neue Erschei­n­ung die Arbei­t­erIn­nen­räte her­vor, eine demokratisch organ­isierte Gegen­macht.

In der rus­sis­chen Rev­o­lu­tion von 1917 taucht­en die Arbeit­er-, Sol­dat­en- und Bauern­räte noch mas­siv­er wieder auf. Die Bolschewi­ki errangen die Mehrheit in den Räten und führten sie zur Eroberung der poli­tis­chen Macht.
In Deutsch­land blieb die SPD die Mehrheit in den Räten und ver­hin­derte die sozial­is­tis­che Umwälzung.
Die Bolschewi­ki glaubten nicht an einen Sozial­is­mus nur im eige­nen (dazu noch rück­ständi­gen) Land. Sie set­zten auf die Rev­o­lu­tion in den entwick­el­ten kap­i­tal­is­tis­chen Län­dern und ergrif­f­en die Ini­tia­tive zur Grün­dung der Kom­mu­nis­tis­chen Inter­na­tionale.

Obwohl so Vieles in Rus­s­land und über­haupt in der Welt anders war als heute, und obwohl die rus­sis­che Rätere­pub­lik isoliert bald zu ein­er autoritären Herrschaft über die Arbei­t­erIn­nen­klasse wurde:
Die Lehren aus der Okto­ber­rev­o­lu­tion bleiben wichtig im Kampf für den Sozial­is­mus des 21. Jahrhun­derts.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Oktober/November 2017

Die Oktoberrevolution — Ein schwieriges, aber wichtiges Erbe

Die Oktoberrevolution

Ein schwieriges, aber wichtiges Erbe

Manuel Kellner

Bekanntgabe der Absetzung der Provisorischen Regierung in Petersburg, 25. Oktober 1917 (7. November 1917). Foto: Gemeinfrei.

Bekan­nt­gabe der Abset­zung der Pro­vi­sorischen Regierung in Peters­burg, 25. Okto­ber 1917 (7. Novem­ber 1917). Foto: Geme­in­frei.

Die Okto­ber­rev­o­lu­tion 1917 in Rus­s­land war keineswegs der Putsch ein­er kleinen Min­der­heit, son­dern ein Auf­s­tand. Er stützte sich auf die Mehrheit  der in Räten organ­isierten Arbei­t­erIn­nen­klasse der großen Städte und der über­wiegend bäuer­lichen Bevölkerung.
Damals ging es nicht um die Alter­na­tive „bürg­er­lich-par­la­men­tarische Demokratie“ oder „bolschewis­tis­che Dik­tatur“. Es ging um die Alter­na­tive „bru­tale Mil­itärdik­tatur und Fort­set­zung des Kriegs“ oder „alle Macht den Sow­jets (Räten)“. Die „gemäßigten“ sozial­is­tis­chen Kräfte (Sozial­rev­o­lu­tionäre und Men­schewi­ki) unter­stützten die bürg­er­liche Pro­vi­sorische Regierung, die um jeden Preis den Krieg fort­set­zen wollte. Sie weigerte sich, soziale Refor­men durchzuführen (Brot, Acht­stun­den­tag, Arbeit­erkon­trolle). Sie lehnte es ab, den Bauern Land und den Nation­al­itäten Selb­st­bes­tim­mung zu geben. Die Bolschewi­ki leis­teten – obwohl sie seit den Juliereignis­sen unter­drückt wor­den waren – entschei­dende Hil­fe bei der Nieder­schla­gung des Kornilow-Putschs. Danach errangen sie inner­halb weniger Wochen die poli­tis­che Hege­monie.

Im August 1917, wenige Monate vor der Rev­o­lu­tion, schrieb Lenin Staat und Rev­o­lu­tion. Er rekon­stru­ierte die Posi­tion von Marx und Engels zur Frage des Staates auf­grund von deren Ver­ar­beitung der Erfahrun­gen der Paris­er Kom­mune von 1871. Lenin ver­trat ein radikaldemokratis­ches Konzept: An die Stelle des alten Staat­sap­pa­rats sollte ein Staat vom Typ der Paris­er Kom­mune treten (die „Dik­tatur des Pro­le­tari­ats“), der von Anfang an den Keim des Abster­bens von Staatlichkeit über­haupt in sich trage. Eben in dieser Tra­di­tion sah sich auch die junge Sow­je­tre­pub­lik.

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1917–2017 Hundert Jahre Oktoberrevolution

1917–2017 Hundert Jahre Oktoberrevolution

Eine Veranstaltungsreihe

vom 30.9.2017 — 25.11.2017 in Oberhausen

Plakat zur Veranstaltungsreihe

Plakat zur Ver­anstal­tungsrei­he

 

Die Ver­anstal­tungsrei­he zu „100 Jahre Okto­ber­rev­o­lu­tion 1917 – 2017“ ist eine gemein­same Ver­anstal­tung der weit­er unten aufge­führten Organ­i­sa­tio­nen und Grup­pen sowie etlich­er an dem The­ma inter­essiert­er Einzelper­so­n­en.
Wir als Ver­anstal­terin­nen und Ver­anstal­ter hof­fen, mit der Ver­anstal­tungsrei­he nicht nur im Rah­men ein­er notwendi­gen linken Errin­nerungskul­tur zu wirken. Wir wollen vielmehr auch die Diskus­sion über notwendi­ge gesellschaftliche Verän­derun­gen, konkrete Alter­na­tiv­en und die Über­win­dung des Kap­i­tal­is­mus am Beispiel der Okto­ber­rev­o­lu­tion gemein­sam führen.

Programm:

Samstag, 30.9.17, 19:00 Uhr im K 14
Eröffnung der Veranstaltungsreihe und Eröffnung der Ausstellung mit den Reprints von Plakaten der Oktoberrevolution, die bis zum 2.11.2017 im K 14 zu sehen sein wird

Die Ausstel­lung präsen­tiert Blät­ter aus der bekan­nten Mappe „Plakate der rus­sis­chen Rev­o­lu­tion 1917 — 1929“. Die Bilder wider­spiegeln nicht nur die explo­sive Inten­sität, in der sich die rus­sis­che Gesellschaft der dama­li­gen Zeit befand, son­dern legten auch den Grund­stein für eine neue stil­rich­t­ende Kun­st­form, die bis heute fortwirkt. Außer­dem kann nicht überse­hen wer­den, dass das The­ma der „Inter­na­tionale des rev­o­lu­tionären Pro­le­tari­ats“ der ganzen Welt in diesen Bildern zum Aus­druck kommt, eine Prob­lematik, die bis heute nicht gelöst ist.

Dienstag, 10.10.17, 19:00 Uhr im K 14
Nationales Selbstbestimmungsrecht zwischen Lenin und Wilson mit Martin Massip

Von allen kriegs­führen­den Mächt­en im ersten Weltkrieg war es Rus­s­land unter Lenin, der das „Nationale Selb­st­bes­tim­mungsrecht der Völk­er“ zuerst forderte. Die USA unter Wil­son grif­f­en diese Forderung auf.

Auf die Vielvölk­er­staat­en Europas, KuK-Monar­chie, Osman­is­ches Reich und die Sow­je­tu­nion selb­st hat­te das weit­ge­hende Auswirkun­gen. In den Kolonien ent­standen unter Beru­fung darauf nationale Befreiungs­be­we­gun­gen. Der Vor­trag geht diesen Auswirkun­gen nach.

Dienstag, 17.10.17, 19:00 Uhr im K 14
Vortrag und Diskussion mit Anton Dannat zu Lenins Aprilthesen

Im April 1917 ver­langte Lenin von den Bolschewi­ki den Bruch mit der Unter­stützung der bürg­er­lichen Regierung und den Kurs auf die sozial­is­tis­che Rev­o­lu­tion, er gewann seine Partei. Die Kom­mu­nis­tis­che Inter­na­tionale über­nahm diese Poli­tik der Ver­weigerung der Klassen­zusam­me­nar­beit mit der Bour­geoisie. Dieser Kurs auf die Wel­trev­o­lu­tion begeis­terte Mil­lio­nen Unter­drück­te. Mit der Wende zur Volks­front­poli­tik 1935 wurde Lenins rev­o­lu­tionäre Poli­tik dann wieder zu Grabe getra­gen.

Donnerstag, 19.10.17, 19:00 Uhr im K 14 Text von Alexandra Kollontai
Diskussionsveranstaltung zu den Voraussetzungen und dem Verlauf der russischen Revolution mit Dr. Christoph Jünke

Vorgeschichte, Ursachen und Entwick­lung der Okto­ber­rev­o­lu­tion in den Jahren 1917 — 1921. Dr. Christoph Jünke (Bochum) ist His­torik­er und Pub­lizist.

Donnerstag, 26.10.17, 19:00 Uhr im K 14
„Lenin, Majakowski und ich – 100 Jahre Oktober“

Erich Schaffn­er spricht und singt. Briefe, Szenen, Lieder, Gedichte und Prosa. Am Klavier: Georg Klemp, Club Voltaire.

Erich Schaffn­er ist ein deutsch­er Schaus­piel­er und Rez­i­ta­tor. Er tritt mit Tex­ten von Karl Kraus („Die let­zten Tage der Men­schheit“), Bert Brecht, Kurt Tuchol­sky u. a. auf. Der Klavier­lehrer Georg Klemp begleit­et seit län­ger­er Zeit Erich Schaffn­er am Klavier.

Donnerstag, 2.11.17, 19:00 Uhr im K 14
Oktober 1917 – was bleibt? Selbstorganisation von unten und revolutionäre Politik, mit Dr. Manuel Kellner

Die Okto­ber­rev­o­lu­tion 1917 in Rus­s­land hat viele spätere antikap­i­tal­is­tis­che Bewe­gun­gen inspiri­ert. Die Jahrzehnte währende bürokratis­che Dik­tatur diskred­i­tierte jedoch die sozial­is­tis­che Idee. 1991 wurde die Sow­je­tu­nion aufgelöst. Was bleibt 100 Jahre danach? Laut Manuel Kell­ner: „Die Räte als demokratis­che Selb­stor­gan­i­sa­tion und Gegen­macht, der Inter­na­tion­al­is­mus als Ori­en­tierung auf die Wel­trev­o­lu­tion, die Rolle ein­er rev­o­lu­tionären Partei für die Eroberung der poli­tis­chen Macht durch die Arbeiter*klasse.“

Dr. Manuel Kell­ner, Jahrgang 1955, ist Mit­glied der ISO (Vierte Inter­na­tionale) und der Partei Die Linke sowie der IG Met­all, Redak­teur der Sozial­is­tis­chen Zeitung (SoZ).

Sonntag, 12.11.17, 11:00 Uhr im Linken Zentrum
Veranstaltung mit Raimund Ernst
1917: Die Überwindung der drei großen historischen Diskriminierungen öffnete den Weg zu demokratischem und sozialem Fortschritt

Der Rück­blick auf 1917 darf sich nicht erschöpfen im Bewahren des dama­li­gen „rev­o­lu­tionären Feuers“. Es geht darum, die „rev­o­lu­tionäre Glut“ weit­erzugeben, wie sie in Über­win­dung jen­er Diskri­m­inierun­gen weltweit als unverzicht­bare Errun­gen­schaften lebendig ist. Die unveräußer­lichen Men­schen­rechte unab­hängig von Rasse, Zen­sus und Geschlecht bleiben gefährdet. Ihre all­ge­meine Durch­set­zung ist aktuelles Pro­gramm und Per­spek­tive für den Sozial­is­mus.

Raimund Ernst ist His­torik­er mit dem Schw­er­punkt Osteu­ropa und Mither­aus­ge­ber der Marx­is­tis­chen Blät­ter.

Freitag, 17.11.17, 21:00 Uhr im Druckluft 

Plakat aus der Oktoberrevolution "Bücher aller Wissenszweige". Privatarchiv.

Plakat aus der Okto­ber­rev­o­lu­tion “Büch­er aller Wis­senszweige”. Pri­vatarchiv.


„Roter Punk“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „1917 — 2017, 100 Jahre Oktoberrevolution“

Es treten auf: „The Grabøwskis“ und „Manege frei“.

Bei­de Bands mis­chen sich pro­voka­tiv in heutige Auseinan­der­set­zun­gen ein und trat­en auf antifaschis­tis­chen Demon­stra­tio­nen in Erschei­n­ung.

Samstag, 25.11.17, 19:00 Uhr im Linken Zentrum
Abschlussveranstaltung „Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“

Buchau­tor Rain­er Stöck­er berichtet von seinem Groß­vater. Dieser wird als Kriegs­ge­fan­gener in Sibirien von der Rev­o­lu­tion befre­it und dann von den deutschen Mil­i­taris­ten an die West­front geschickt.

Sowie einem Schluss­wort und einem kleinen Mit­bring-Buf­fet und kurzen Zeichen­trick­fil­men aus der Zeit der Okto­ber­rev­o­lu­tion.

Brecht Gedichte
Es wird weiterhin Tafeln mit Gedichten von Bertolt Brecht geben, die aufgrund ihrer inhaltlichen Nähe zur Oktoberrevolution ausgesucht worden sind, und diese werden bei jeder Veranstaltung zu sehen sein.

Der antibürg­er­liche Schrift­steller Bert Brecht (1898 – 1956) entwick­elte sich in den 1920er Jahren zu einem marx­is­tis­chen Stück­eschreiber und Dichter. Unter dem Ein­druck der sozial­is­tis­chen Okto­ber­rev­o­lu­tion in Rus­s­land ver­fasste er zahlre­iche Stücke wie zum Beispiel „Die Mut­ter“ nach Max­im Gor­ki und die bekan­nten „Lehrstücke“.

Welt­berühmt wurde seine „Dreigroschenop­er“ zu Beginn der 1930er Jahre mit tausenden Auf­führun­gen in aller Welt und in vie­len Sprachen.

Die Machtüber­tra­gung an die NSDAP 1933 zwang Bert Brecht, wie zahlre­iche andere sozial­is­tis­che und human­is­tis­che Kün­st­lerin­nen und Kün­stler, zur Flucht aus dem faschis­tis­chen Deutsch­land.

Im Exil bis 1947 in vie­len Län­dern ent­standen seine berühmten und bis heute viel gespiel­ten Stücke, die er bis zu seinem Tod 1956 am „The­ater am Schiff­bauer­damm“ mit dem „Berlin­er Ensem­ble“ in der DDR und in ganz Europa als Regis­seur auf die Bühne brachte. […].

Veranstaltungsorte:

K 14: Lothringer Straße 64, 46045 Ober­hausen
Linkes Zen­trum: Elsäss­er Straße 19, 46045 Ober­hausen
Druck­luft: Am Förder­turm 27, 46049 Ober­hausen

 

Die Ver­anstal­tungsrei­he wird getra­gen, organ­isiert und finanziert von DKP Oberhausen/Mülheim, His­torisch­er Vere­in Ober­hausen-Ost, ISO Ober­hausen, die LINKE Ober­hausen und Paroli – Vere­in für poli­tis­che Kul­tur e.V. sowie weit­eren nicht genan­nten Einzelper­so­n­en.

September 1917 Kurs auf den bewaffneten Aufstand?

September 1917

Kurs auf den bewaffneten Aufstand?

Manuel Kellner

Kundgebung der Arbeiter- und Soldatenräte auf dem Verkündigungsplatz in Nischni Nowgorod. Oktober 1917. Foto: Wikipedia, Gemeinfrei.

Kundge­bung der Arbeit­er- und Sol­daten­räte auf dem Verkündi­gungsplatz in Nis­chni Now­gorod. Okto­ber 1917. Foto: Wikipedia, Geme­in­frei.

In den Wochen vor der Nieder­schla­gung des Kornilow-Putschs hat­ten die Bolschewi­ki ihre Losung „Alle Macht den Sow­jets!“ zurückgenom­men. Grund war die dama­lige  Vorherrschaft von Men­schewi­ki und Sozial­rev­o­lu­tionären in den Räten (Sow­jets). Diese Kräfte unter­stützten offen die bürg­er­liche Regierung Keren­s­ki, welche die Ent­waffnung der Arbei­t­erIn­nen vor allem Pet­ro­grads und die Unter­drück­ung der rev­o­lu­tionären Linken betrieb. Darum sucht­en die Bolschewi­ki in dieser Zeit nach Rück­halt einige Ebe­nen tiefer: bei den Fab­rikkomi­tees und anderen Massenor­gan­i­sa­tio­nen, in denen sie bere­its die Mehrheit hat­ten.
Die Bolschewi­ki hat­ten bei der Nieder­schla­gung des Putschs eine her­aus­ra­gende Rolle gespielt. Dadurch wur­den die Regierung Keren­s­ki und die von gemäßigten Kräften dominierten Sow­jets vor dem Unter­gang bewahrt. Diese Tat­sache und die am autoritären Pro­gramm Kornilows ori­en­tierte Poli­tik der Regierung Keren­s­ki änderten die Lage Anfang Sep­tem­ber 1917 grundle­gend. Der Ein­fluss der Bolschewi­ki in den Räten wurde nach den jüng­sten Erfahrun­gen immer größer.

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