Exkursion Auf den Spuren von Friedrich Engels in Wuppertal am 29.9.2018

Revolution, Revolution!

Exkursion nach Wuppertal „Auf den Spuren von Friedrich Engels“
am Samstag, 29.09.18

 

Die Exkursion findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“ statt.

Flugblatt zum Download. Exkursion am 29.09.2018 nach Wuppertal.

Flug­blatt zum Down­load

 

Wir fahren gemeinsam mit der Bahn nach Wuppertal. Dort beschäftigen wir uns mit der Frühindustrialisierung und begeben uns auf die Spuren von Friedrich Engels, ohne den es das Marxsche Werk nicht gegeben hätte.

 Sam­stag, 29. Sep­tem­ber 2018

Tre­ff­punkt:
Ober­hausen Haupt­bahn­hof, vor dem Hauptein­gang, um 9:15 Uhr

Kosten:
Max­i­mal 20 Euro, für Fahrtkosten und Mit­tagessen.

Bitte wenn vorhan­den VRR-Monatskarte mit­brin­gen – dann wird die Anfahrt bil­liger!

Du willst mit­fahren, aber die Kosten sind zu hoch? Bitte teile dies bei der Anmel­dung mit. Wir find­en eine Lösung.

 Jet­zt anmelden!

Für die Teil­nahme ist eine Anmel­dung bei der ISO Ober­hausen erforder­lich. Hier gibt es auch weit­ere Infor­ma­tio­nen zur Exkur­sion und zu den Kosten:

Info / Anmel­dung

 Zum Ablauf der Exkur­sion:

Dr. Dirk Krüger von der Marx-Engels-Stiftung führt mit einem Vor­trag ins The­ma ein.

Dann brechen wir auf zu einem etwa zweistündi­gen Stadtrundgang:

Wir gehen zum Kom­plex Engels-Garten / Engels-Haus, zum His­torischen Zen­trum und erhal­te­nen Arbeit­er-Häusern der Engelschen Fab­rik.

Nach ein­er Mit­tagspause geht es weit­er über die Friedrich-Engels-Allee, zur Unter­barmer Haup­tkirche und zum Unter­barmer Fried­hof. Wir kom­men schließlich zur Haspel­er Brücke, wo Engels 1849 Bar­rikaden-Inspek­teur war.

Auf den Rück­weg nach Ober­hausen fahren wir mit der Schwe­be­bahn über das Gelände des Bay­er-Werks.

Die Rück­ankun­ft in Ober­hausen ist für ca. 17:30 geplant.

Die Exkur­sion wird organ­isiert von ISO Ober­hausen & Fre­undIn­nen, in Koop­er­a­tion mit der Marx-Engels-Stiftung.

200 Jahre Karl Marx 200 Jahre Streiten um den Arbeitstag

200 Jahre Karl Marx

200 Jahre Streiten um den „Arbeitstag“

Informations- und Diskussionsveranstaltung

Veranstaltung 26.06.2018 - 200 Jahre Karl Marx - 200 Jahre Streiten um den Arbeitstag

Der Ver­anstal­tungs­fly­er zum Down­load

Der Arbeit­szei­t­ex­perte Tobias Michel berichtet von betrieblichen Kon­flik­ten um Erhol­ungspausen und Feier­abend, von 24-Stun­den-Schicht­en und vom Krank­feiern.

Der Autor der Schicht­plan­fi­bel (www.schichtplanfibel.de) zeigt am Beispiel von Gesund­heits­be­trieben, wie Karl Marx in seinem Hauptwerk „Das Kap­i­tal“ die Auseinan­der­set­zun­gen rund um den Arbeit­stag aufar­beit­et; und wie uns diese Erken­nt­nisse in unserem heuti­gen All­t­ag weit­er­helfen.

Tobias Michel ist gel­ern­ter Krankenpfleger und war als Betrieb­srat und Mitar­beit­er­vertre­tung im Kranken­haus tätig. Er ist bei der Gew­erkschaft ver.di aktiv und wirkt bis heute als Sachver­ständi­ger für Betriebs-, Per­son­al­räte und Mitar­beit­er­vertre­tun­gen.

Ein­tritt frei.

Die Ver­anstal­tungsrei­he „Rev­o­lu­tion, Rev­o­lu­tion“ wird getra­gen, organ­isiert und finanziert vom Bünd­nis „Rot­er Okto­ber“:
DIE LINKE. KV OB, DKP OB/MH, His­torisch­er Vere­in Ober­hausen Ost e.V., ISO OB & Fre­undIn­nen, Paroli e.V., Rosa-Lux­em­burg Club OB und weit­ere nicht genan­nte Einzelper­so­n­en.

Veranstaltungsreihe Revolution, Revolution! in Oberhausen 12-6-2018

Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“
in Oberhausen

Zwischen Romantik, Revolution und Reaktion
Ein Liederabend

Veranstaltungsflyer zum Download. 12.6.2018 in Oberhausen.

Ver­anstal­tungs­fly­er zum Down­load.

Dien­stag, 12.06.2018 
um 19:00 Uhr
in der
Fab­rik K 14
Lothringer Str. 64,
46045 Ober­hausen

Im Rah­men der Ver­anstal­tungsrei­he „Rev­o­lu­tion, Rev­o­lu­tion“ bieten der His­torische Vere­in Ober­hausen Ost e.V. gemein­sam mit Paroli e.V. einen Lieder­abend anlässlich der Deutschen Rev­o­lu­tion 1848 und dem 200. Geburt­stag von Karl Marx an.

Rain­er und Stephan spie­len Lieder von Fer­di­nand Freiligrath, Friedrich Heck­er und vie­len anderen.

Beglei­t­end mod­eriert Klaus Ober­schewen und liefert Ein­blick in den his­torischen Kon­text.

Ein­tritt frei.

Deutsche Revolution 1848/49 – Was hat das mit heute zu tun?

Deutsche Revolution 1848/49
Was hat das mit heute zu tun?

Am 17. April fand im K14 mit Manuel Kellner die Auftaktveranstaltung zur Reihe „Revolution, Revolution!“ statt.

P. S. / M. K.

Die Ver­anstal­tungsrei­he wird vom Ober­hausen­er Bünd­nis „Rot­er Oktober“(1) getra­gen. Die erste Ver­anstal­tung hat­te die Deutsche Rev­o­lu­tion zum The­ma.
Manuel Kell­ner beschrieb die poli­tis­che Sit­u­a­tion in der Zeit des Vor­märz und berichtete, wie es zur rev­o­lu­tionären Entwick­lung in Deutsch­land kam. Die zunehmende Indus­tri­al­isierung und die bedrück­ende soziale Lage der Arbei­t­erIn­nen spiel­ten hier­bei eine wichtige Rolle. Aus­lös­er für die Erhe­bung im März 1848 in Deutsch­land war dann die Feb­ru­ar­rev­o­lu­tion in Frankre­ich. Manuel Kell­ner schilderte die Ereignisse in den Jahren 1848/49 und erläuterte, welche Kräfte mit welchen Inter­essen beteiligt waren.
Ein Schw­er­punkt seines Vor­trags lag darauf, wie sich Karl Marx in der Deutschen Rev­o­lu­tion posi­tion­ierte. Im Feb­ru­ar 1848 hat­te er gemein­sam mit Friedrich Engels das Kom­mu­nis­tis­che Man­i­fest her­aus­gegeben. Den­noch schloss sich Marx den demokratis­chen Kräften an, um das Bürg­er­tum an die Macht zu brin­gen. Erst im Rück­blick zog er den Schluss, dass das Pro­le­tari­at damit zur Geisel der­jeni­gen wurde, die die Rev­o­lu­tion been­den woll­ten, sobald sie darin eine Gefährdung des Pri­vateigen­tums und damit ihrer Priv­i­legien sahen.

Zum Nach­le­sen
Manuel Kell­ner nan­nte während seines Vor­trags ver­schiedene Texte, auf die er sich bezog:
So auf Artikel von Marx und Engels in der Neuen Rheinis­chen Zeitung, “Organ der Demokratie”, die sich in den Bän­den 5 und 6 der Marx-Engels-Werke (MEW) find­en.
Die „Forderun­gen der Kom­mu­nis­tis­chen Partei“ vom März 1848 sind im MEW-Band 5 auf den Seit­en 3 bis 5 abge­druckt, geze­ich­net von Karl Marx, Karl Schap­per, H. Bauer, F. Engels, J. Moll und W. Wolff. Dieser Text zeigt, dass Marx und Engels diese Rev­o­lu­tion als bürg­er­liche Rev­o­lu­tion ver­standen, wobei Kom­mu­nis­ten und Arbeit­erk­lasse den linken Flügel des radikal-demokratis­chen Klein­bürg­er­tums unter­stützten. (Was sie nicht hin­derte, die Verge­sellschaf­tung des Trans­port- und Banken­we­sens zu fordern.)
In MEW 7 find­et sich auf den Seit­en 244 bis 254 die „Ansprache der Zen­tral­be­hörde an den Bund“ vom März 1850 von Marx und Engels, wo sie rück­blick­end auf die Rev­o­lu­tion von 1848/49 zwei Schlussfol­gerun­gen ziehen:
a) Unab­hängige Organ­isierung und selb­ständi­ges poli­tis­ches Auftreten der Arbeit­erk­lasse und b) „Rev­o­lu­tion in Per­ma­nenz“, bis alle mehr oder weniger besitzen­den Klassen von der Macht ver­drängt sind.
Fer­di­nand Las­salle und Ste­fan Born hat­ten übri­gens, was den Punkt a) bet­rifft, bere­its 1848 bzw. 1849 diese Schlussfol­gerun­gen gezo­gen. Was den Punkt b) bet­rifft, allerd­ings nicht.
Die Frage, mit wem und ent­lang welch­er Forderun­gen wir als Linke und Ange­hörige der arbei­t­en­den Klasse Bünd­nisse schließen, ist heute nicht min­der aktuell. Das gle­iche gilt für die strate­gis­che Frage, wie es gelin­gen kann „alle Ver­hält­nisse umzuw­er­fen, in denen der Men­sch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein ver­lassenes, ein verächtlich­es Wesen ist“ (2).

Fußnoten
(1) Am Bünd­nis „Rot­er Okto­ber“ sind beteiligt: DIE LINKE.OB, DKP OB/MH, His­torisch­er Vere­in OB-Ost e.V., ISO OB & Fre­undIn­nen, Paroli e.V., Rosa-Lux­em­burg-Club OB und weit­ere nicht genan­nte Einzelper­so­n­en.
(2) Karl Marx, Kri­tik der Hegelschen Recht­sphiloso­phie, MEW 1, 385.

Lit­er­a­turempfehlun­gen
Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschafts­geschichte. Zweit­er Band: Von der Refor­mära bis zur indus­triellen und poli­tis­chen „Deutschen Dop­pel­rev­o­lu­tion“ 1815–1845/1849. C. H. Beck, München 1987
Deutsche Geschichte, Band 4: Die bürg­er­liche Umwälzung von 1789 bis 1871, Köln 1984 (Pahl Rugen­stein), S. 282 ff

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, April/Mai 2018

Karl Marx wird 200 Teil 3 Ein radikaler Demokrat

Karl Marx wird 200 (Teil III)
Ein radikaler Demokrat

Manuel Kellner

Sockel des Marx-Denkmals in Chemnitz. Foto: Avanti².

Sock­el des Marx-Denkmals in Chem­nitz. Foto: Avan­ti².

Von Okto­ber 1842 bis Jan­u­ar 1843 war Marx lei­t­en­der Redak­teur der Rheinis­chen Zeitung. Die Geldge­ber waren bürg­er­liche Lib­erale, doch nun wurde die Rheinis­che  Zeitung radikal demokratisch. Das hieß damals, für eine demokratis­che Repub­lik einzutreten, während rechtere bürg­er­liche Demokrat­en für eine kon­sti­tu­tionelle Monar­chie waren.
In seinen Bemerkun­gen über die neueste preußis­che Zen­surin­struk­tion (MEW 1, S. 3 ff.) kommt Marx zu dem Schluss: „Die eigentliche Radikalkur der Zen­sur wäre ihre Abschaf­fung.“ Das hält ihn nicht davon ab, die königliche Instruk­tion in Preußen kri­tisch zu sezieren und sich über sie lustig zu machen: „Gewiss! Ist die Zen­sur ein­mal eine Notwendigkeit, so ist die freimütige, die lib­erale Zen­sur noch notwendi­ger.“ Ein Zen­suredikt von 1819, das nur pro­vi­sorisch fünf Jahre lang gel­ten sollte, war immer noch in Kraft. Die Instruk­tion ver­hieß aber keine Verbesserung.

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Karl Marx wird 200 Teil 4 Ein Demokrat wird Kommunist

Karl Marx wird 200 (Teil IV)
Ein Demokrat wird Kommunist

Manuel Kellner

Friedrich Engels schreibt im April 1895, er habe „von Marx immer gehört, grade durch seine Beschäf­ti­gung mit den Debat­ten über das Holzdieb­stahls­ge­setz […] sei er von der bloßen Poli­tik auf ökonomis­che Ver­hält­nisse ver­wiesen wor­den und so zum Sozial­is­mus gekom­men.”Marx-Denkmal in Chemniz. Foto: Avanti².

Marx‘ Artikel der Jahre 1842/43 in der Rheinis­chen Zeitung bestäti­gen das. Er schreibt zu den Debat­ten des Rheinis­chen Land­tags über das Holzdieb­stahls­ge­setz: „Gle­ich im Beginn der Debat­te opponiert ein Stadt­deputiert­er gegen die Über­schrift des Geset­zes, wodurch die Kat­e­gorie ‚Dieb­stahl´ auf ein­fache Holzfrev­el aus­gedehnt wird. Ein Deputiert­er der Rit­ter­schaft erwidert: ‚dass eben, weil man es nicht für einen Dieb­stahl halte, Holz zu entwen­den, dies so häu­fig geschehe´. Nach dieser Analo­gie müsste der­selbe Geset­zge­ber schließen: weil man eine Ohrfeige für keinen Totschlag hält, darum sind die Ohrfeigen so häu­fig. Man dekretiere also, dass eine Ohrfeige ein Totschlag ist.”

Der Land­tag stellt im Inter­esse der Waldeigen­tümer das bloße Sam­meln von abge­fal­l­en­em Holz als „Dieb­stahl” auf die gle­iche Stufe mit dem Abhauen und Entwen­den von ste­hen­dem grü­nen Holz. Marx weist nach, dass sog­ar die „hochnot­pein­liche Hals­gericht­sor­d­nung” des 16. Jahrhun­derts mit den Ärm­sten der Armen glimpflich­er umging und etwa den Mundraub von Frücht­en nur als eine Art von Ord­nungswidrigkeit ansah.

Die Waldeigen­tümer besitzen den Baum, aber nicht die Äste und Zweige, die die Natur selb­st vom Baum getren­nt hat, argu­men­tiert Marx, und so „lügt das Gesetz, und der Arme wird ein­er geset­zlichen Lüge geopfert”. So wird die Legit­im­ität der Geset­ze unter­graben: „Das Volk sieht die Strafe, aber es sieht nicht das Ver­brechen, und weil es die Strafe sieht, wo kein Ver­brechen ist, wird es schon darum kein Ver­brechen sehen, wo die Strafe ist.”

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Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“ in Oberhausen Auftaktveranstaltung mit Dr. Manuel Kellner 17-04-2018

Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“
in Oberhausen

Auftaktveranstaltung mit Dr. Manuel Kellner:
Deutsche Revolution 1848/49 – Was hat das mit heute zu tun?

Dienstag, 17. April 2018, 19:00 Uhr
Fabrik K14, Lothringer Str. 64, 46045 Oberhausen.

Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“ in Oberhausen Auftaktveranstaltung mit Dr. Manuel Kellner am 17.04.2018 in Oberhausen.

Ver­anstal­tungs­fly­er zum Down­load.

In diesem Jahr wird das Bünd­nis „Rot­er Okto­ber“, das 2017 die Ver­anstal­tungsrei­he zur Rus­sis­chen Rev­o­lu­tion organ­isiert hat, in Ober­hausen erneut eine  Ver­anstal­tungsrei­he durch­führen: 2018 würde Karl Marx seinen 200. Geburt­stag feiern. Bert Brecht würde 120 Jahre alt. Die Märzrev­o­lu­tion 1848 jährt sich zum 170. Mal. Die Novem­ber­rev­o­lu­tion 1918 wird 100. Und der geschicht­strächtige Mai 1968 hat 50-jähriges Jubiläum.

Die neue Rei­he „Rev­o­lu­tion, Rev­o­lu­tion!“ begin­nt mit der Infor­ma­tions- und Diskus­sionsver­anstal­tung zur Deutschen Rev­o­lu­tion mit Manuel Kell­ner am 17.04.2018:

Die Ziele der deutschen Rev­o­lu­tion 1848/49 waren Demokratie, nationale Ein­heit und Unab­hängigkeit von den in der „Heili­gen Allianz“ zusam­mengeschlosse­nen Fürsten­häusern. Die Rev­o­lu­tion erzwang zunächst die „Märzk­abi­nette“, die dem lib­eralen Bürg­er­tum Zugeständ­nisse macht­en sowie die Wahl ein­er ver­fas­sunggeben­den Ver­samm­lung, die am 18. Mai 1848 in der Frank­furter Paulskirche zusam­men­trat. Die führende Rolle hat­ten dort die bürg­er­lich-lib­eralen Kräfte, die für eine kon­sti­tu­tionelle Monar­chie ein­trat­en. Die linke Min­der­heit war radikal demokratisch, näm­lich für eine par­la­men­tarisch-demokratis­che Republik.Als die Rev­o­lu­tion auf dem absteigen­den Ast war, schlug der preußis­che König die ihm von der „Paulskirche“ ange­tra­gene Kaiserkro­ne aus. Preußis­che und öster­re­ichis­che Trup­pen schlu­gen die Rev­o­lu­tion nieder.

Karl Marx zog die Bilanz, dass die Arbei­t­erIn­nen­klasse beim näch­sten Anlauf unab­hängig vom demokratis­chen Klein­bürg­er­tum auftreten müsse – zugun­sten ein­er „Rev­o­lu­tion in Per­ma­nenz“, bis alle mehr oder weniger besitzen­den Klassen von der Macht ver­drängt sind. Dr. Manuel Kell­ner, Jahrgang 1955, ist Mit­glied der ISO (Vierte Inter­na­tionale) und der Partei Die Linke sowie der IG Met­all. Er ist Redak­teur der Sozial­is­tis­chen Zeitung (SoZ).

Karl Marx wird 200 (Teil II) Ein bestimmtes Menschenbild

Karl Marx wird 200 (Teil II)
Ein bestimmtes Menschenbild

Manuel Kellner

Karl Marx – verfremdet von Bernd Köhler.

Karl Marx – ver­fremdet von Bernd Köh­ler.

Jed­wede Auflehnung gegen Unter­drück­ung wäre sinn­los, wenn das Bedürf­nis, andere Men­schen auszubeuten dem Men­sch­sein wesentlich zuge­hörte. Ein anderes  Men­schen­bild ist voraus­ge­set­zt, um sich über Ver­hält­nisse zu empören, in denen Men­schen einan­der bekämpfen, bekriegen, ver­sklaven und aus­nutzen.
Für den Philosophen Lud­wig Feuer­bach war der Men­sch grundle­gend gut. Auch wenn er böse ist, han­delt er doch gegen das, was er selb­st für gut hält: Heuchelei ist darum die Ver­beu­gung des Lasters vor der Tugend. Für Karl Marx hinge­gen sind die Men­schen zu allem fähig, im Guten wie im Schlecht­en: Sie brauchen men­schliche Ver­hält­nisse um sich men­schlich zu ver­hal­ten.
Mit dem Aufkom­men der gesellschaftlichen Arbeit­steilung, die den einzel­nen Men­schen Berufe zuweist und sie damit lebenslänglich an die Ausübung ein­er ganz bes­timmten Art von Tätigkeit ket­tet, begin­nt für Karl Marx die Ent­frem­dung:

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Veranstaltungsreihe Revolution, Revolution! Die deutsche Revolution 1848/49

Veranstaltungsreihe Revolution, Revolution!
Die deutsche Revolution 1848/49

O. G.

Straßenkämpfe am Alexanderplatz in Berlin im Jahr 1848 während der Deutschen Revolution. Abbildung: Wikipedia, Gemeinfrei.

Straßenkämpfe am Alexan­der­platz in Berlin im Jahr 1848 während der Deutschen Rev­o­lu­tion. Abbil­dung: Wikipedia, Geme­in­frei.

In diesem Jahr wird das Bünd­nis „Rot­er Okto­ber“, das 2017 die Ver­anstal­tungsrei­he zur Rus­sis­chen Rev­o­lu­tion organ­isiert hat, in Ober­hausen erneut eine  Ver­anstal­tungsrei­he durch­führen:
2018 würde Karl Marx seinen 200. Geburt­stag feiern. Bert Brecht würde 120 Jahre alt. Die Märzrev­o­lu­tion 1848 jährt sich zum 170. Mal. Die Novem­ber­rev­o­lu­tion 1918 wird 100. Und der fol­gen­re­iche Mai 1968 hat 50-jähriges Jubiläum.
Die Rei­he „Rev­o­lu­tion, Rev­o­lu­tion!“ begin­nt mit ein­er Infor­ma­tions- und Diskus­sionsver­anstal­tung zur Deutschen Rev­o­lu­tion 1848/49.
Sie find­et am Dien­stag, den 17. April um 19:00 Uhr in der Fab­rik K14 statt. Ref­er­ent ist Dr. Manuel Kell­ner aus Köln.

Aus der Ver­anstal­tungs­beschrei­bung:
„… Die Ziele der deutschen Rev­o­lu­tion 1848/49 waren Demokratie, nationale Ein­heit und Unab­hängigkeit von den in der „Heili­gen Allianz“ zusam­mengeschlosse­nen Fürsten­häusern. Die Rev­o­lu­tion erzwang zunächst die „Märzk­abi­nette“, die dem lib­eralen Bürg­er­tum Zugeständ­nisse macht­en sowie die Wahl ein­er ver­fas­sunggeben­den Ver­samm­lung, die am 18. Mai 1848 in der Frank­furter Paulskirche zusam­men­trat.
Die führende Rolle hat­ten dort die bürg­er­lich-lib­eralen Kräfte, die für eine kon­sti­tu­tionelle Monar­chie ein­trat­en. Die linke Min­der­heit war radikal demokratisch, näm­lich für eine par­la­men­tarisch-demokratis­che Repub­lik.

Als die Rev­o­lu­tion auf dem absteigen­den Ast war, schlug der preußis­che König die ihm von der „Paulskirche“ ange­tra­gene Kaiserkro­ne aus. Preußis­che und öster­re­ichis­che Trup­pen schlu­gen die Rev­o­lu­tion nieder.
Karl Marx zog die Bilanz, dass die Arbei­t­erIn­nen­klasse beim näch­sten Anlauf unab­hängig vom demokratis­chen Klein­bürg­er­tum auftreten müsse – zugun­sten ein­er „Rev­o­lu­tion in Per­ma­nenz“, bis alle mehr oder weniger besitzen­den Klassen von der Macht ver­drängt sind…“
Weit­ere Ter­mine der Ver­anstal­tungsrei­he wer­den in Kürze veröf­fentlicht, unter anderem auf unser­er Web­site.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, März 2018

Karl Marx wird 200 Teil I Eine neue Biografie

Karl Marx wird 200 (Teil I)
Eine neue Biografie

Manuel Kellner

Karl Marx war dafür, „alle Ver­hält­nisse umzuw­er­fen, in denen der Men­sch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein ver­lassenes, ein verächtlich­es Wesen ist.“ Aktuell bleibt auch seine Kri­tik der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise, die „die Erde und den Arbeit­er unter­gräbt“. Immer bere­it an allem zu zweifeln, ver­di­ent er nicht zum Säu­len­heili­gen gemacht zu wer­den. Sein Konzept der Selb­st­be­freiung der Arbei­t­erIn­nen­klasse als Mit­tel uni­ver­saler Emanzi­pa­tion bleibt allerd­ings entschei­den­der Bestandteil des rev­o­lu­tionären Kampfs für eine weltweite sozial­is­tis­che Gesellschaft.

Das Kapital als Sparbüchse. Foto: Avanti².

Das Kap­i­tal als Spar­büchse. Foto: Avan­ti².

Karl Marx wurde immer wieder zum „toten Hund“ erk­lärt oder wahlweise zum Ver­ant­wortlichen für den Gulag. Doch immer,  wenn spek­takuläre Krisen auftreten, ist seine Kri­tik der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise wieder in aller Munde. Seit 2013 gehören das Kom­mu­nis­tis­che Man­i­fest und Das Kap­i­tal gar zum Welt­doku­mentenerbe der UNESCO. Im Jan­u­ar 2017 stellte Die Zeit in großen Let­tern auf der Titel­seite die Frage: „Hat­te Marx doch recht?“

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