Freitag, der 13. für H&M!

Freitag, der 13. für H&M!“

Für Fre­itag, den 13. Okto­ber hat­te die aktion ./. arbeit­sun­recht (1) wieder zum „Schwarzen Fre­itag“ aufgerufen, einem bun­desweit­en Aktion­stag gegen miese Jobs und Union Bust­ing. Dies­mal konzen­tri­erten sich die Proteste auf Hennes & Mau­ritz (H&M). In 18 Städten riefen lokale AkteurIn­nen, zum Teil in Koop­er­a­tion mit der Gew­erkschaft ver.di, zu Aktio­nen auf. Auch in der Essen­er Innen­stadt fand eine Kundge­bung vor H&M statt. AKUWILL (2) set­zte hier den Schw­er­punkt auf den Kampf gegen das gezielte Fer­tig­machen von Betrieb­sräten.

P. S.

Am 13.10.2017 in Essen vor H&M. Foto: Avanti O.

Am 13.10.2017 in Essen vor H&M. Foto: Avan­ti O.

Anlass für die Proteste am Fre­itag, den 13. sind zum einen die schlecht­en Arbeits­be­din­gun­gen bei H&M. Seine Waren lässt der glob­al agierende  Mod­ekonz­ern unter katas­trophalen Arbeits­be­din­gun­gen in Asien fer­ti­gen. In Deutsch­land sind Ket­ten-Befris­tun­gen, Flex-Verträge mit gerin­gen Wochen­stun­den­zahlen, die je nach Bedarf des Unternehmens mal um mehr und mal um weniger Stun­den aufge­stockt wer­den kön­nen, und Arbeit auf Abruf üblich. Dies sorgt für Unsicher­heit und macht eine Leben­s­pla­nung der Beschäftigten, sowohl finanziell als auch zeitlich, nur schw­er möglich. Bei Krankheit erzie­len die Kol­legIn­nen nur das Einkom­men, das sich aus der Stun­den­zahl im Arbeitsver­trag ergibt. Und zwis­chen den Zeilen ste­ht die Dro­hung, dass bei uner­wün­schtem Ver­hal­ten die Möglichkeit zur Mehrar­beit jed­erzeit ent­zo­gen wer­den kann.

Ein weit­er­er Grund für Protest ist die von der Geschäft­sleitung prak­tizierte sys­tem­a­tis­che Bekämp­fung von gew­erkschaftlichem Ein­fluss und wirk­samer Inter­essen­vertre­tung der Beschäftigten in dem Unternehmen („Union Bust­ing“). In diesem Zusam­men­hang wird auch der Plan von H&M gese­hen, das Lager in Großos­theim zu schließen: Ein großer Teil der dort Beschäftigten ist bei ver.di organ­isiert, und die Kol­legIn­nen set­zen sich für ihre Rechte ein.

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Baumarkt Hagebau Ziesak Bisher kein Tarifvertrag für die KollegInnen in Oberhausen

Baumarkt Hagebau Ziesak

Bisher kein Tarifvertrag für die KollegInnen in Oberhausen

Ein Großteil der Beschäftigten des Bau­mark­tes Hage­bau Ziesak an der Mül­heimer Straße hat sich gew­erkschaftlich bei ver­di organ­isiert und fordert einen Tar­ifver­trag. Mitte März schrieb ver­di die Unternehmensleitung an, ver­bun­den mit der Auf­forderung, einen Anerken­nungstar­ifver­trag zu unterze­ich­nen. Als keine Antwort erfol­gte, ver­liehen die Kol­legIn­nen ihrer Forderung Nach­druck.

R. J.

Mit 99 % Zus­tim­mung wurde am 26.05.2017 die Urab­stim­mung bei Ziesak abgeschlossen. Dieses starke Sig­nal führte dazu, dass bere­its wenige Tage später das erste Tar­ifge­spräch zwis­chen der Gew­erkschaft ver­di und der Geschäft­sleitung von Ziesak stat­tfand. Das Ergeb­nis der ersten Ver­hand­lung war eine Gesamtzusage der Geschäft­sleitung, dass die Beschäftigten 2017 das tar­i­fliche Urlaub­s­geld mit der Juli-Abrech­nung erhal­ten und die Tar­ifver­hand­lun­gen am 21.06.2017 fort­ge­set­zt wür­den. Auf der ver­di-Mit­gliederver­samm­lung wurde am gle­ichen Abend mit ein­er hohen Beteili­gung der Beschäftigten die Gesamtzusage vorgestellt. Die Beschäftigten freuten sich über das Ergeb­nis, stell­ten aber gle­ichzeit­ig fest, dass dies in der Per­spek­tive nicht aus­re­iche.

Bei Ziesak liegen die Löhne und Gehäl­ter zum Teil bis zu 30 % unter­halb des Tar­ifver­trages im Einzel­han­del. Die ger­ingfügig Beschäftigten erhal­ten nur den Min­dest­lohn in Höhe von 8,84 €. Dage­gen liegt die Arbeit­szeit mit 40–42 Stun­den pro Woche deut­lich über der tar­i­flich fest­gelegten Arbeit­szeit von 37,5 Stun­den. Eben­so erhal­ten die Beschäftigten viele Leis­tun­gen aus dem Tar­ifver­trag nicht. So wür­den die Kol­legIn­nen ohne ihr Engage­ment und ihre Kampf­bere­itschaft 2017 kein Urlaub­s­geld erhal­ten.

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Aufruf: Grenzenlose Solidarität statt G20!

Aufruf: „Grenzenlose Solidarität statt G20!“

Am 7. und 8. Juli kom­men zahlre­iche Präsi­den­ten und Premierminister*innen mit ihrem Tross zum 20. Gipfel­tr­e­f­fen der 19 „wichtig­sten Indus­trie- und Schwellen­län­der“ plus der Europäis­chen Kom­mis­sion in die Innen­stadt von Ham­burg. Sie wer­den alle dabei sein: Trump, Putin, Xi Jin­ping, Erdoğan, May, Macron, Macri, Modi, Temer, der saud­is­che König Salman ibn Abd al-Aziz, als Vertreter ein­er „Gast­na­tion“ der philip­pinis­che Präsi­dent Rodri­go Duterte und natür­lich die Gast­ge­berin Angela Merkel …

Sie wer­den so tun, als gebe es den zunehmenden Ver­lust an Legit­i­ma­tion der tra­di­tionellen Parteien und der neolib­eralen Eliten nicht, sie wer­den Loblieder auf „freie Märk­te“ anstim­men, über ihre Wider­sprüche hin­weg wer­den sie ihre Welt-Unord­nung hochhal­ten und ihre Macht demon­stri­eren.
Sofern sie sich auf etwas eini­gen wer­den, wer­den die Prekarisierung der Arbeitswelt, die Gen­tri­fizierung der Städte, die Pri­vatisierun­gen von öffentlichen Betrieben und Dien­sten, Fun­da­men­tal­is­men ver­schieden­er Aus­prä­gun­gen, reak­tionär­er Nation­al­is­mus, Frem­den­feindlichkeit und Ras­sis­mus, Mil­i­tarisierung, Antifem­i­nis­mus und Homo­pho­bie weit­erge­hen und gesteigert wer­den.

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Zukunft = „Industrie-4.0“?

Zukunft = „Industrie-4.0“?

Dig­i­tale Tech­nolo­gien ließen sich auf unter­schiedlich­ste Weise ein­set­zen. „Indus­trie-4.0“ aber ist ein neolib­erales Konzept für die Dig­i­tal­isierung der Gesellschaft, das keine Alter­na­tive ken­nt.

Petra Sta­nius   

Ste­hen wir an der Schwelle zur vierten indus­triellen Rev­o­lu­tion?

Mit der ersten indus­triellen Rev­o­lu­tion wurde mit­tels Wass­er- und Dampfkraft die Pro­duk­tion mech­a­nisiert. Mit der zweit­en wurde durch den Ein­satz von elek­trisch­er Energie und Fließbän­dern Massen­pro­duk­tion möglich. Die dritte brachte mit der Infor­ma­tion­stech­nik die ganzheitlichen Pro­duk­tion­ssys­teme (GPS) mit com­puterun­ter­stützter Pla­nung, Steuerung und Fer­ti­gung her­vor.
In den kom­menden zehn bis fün­fzehn Jahren wird die Wirtschaft nun eine neue Stufe der tech­nis­chen Entwick­lung erk­lim­men, die die Pro­duk­tion rev­o­lu­tion­ieren und umfassende gesellschaftliche Verän­derun­gen mit sich brin­gen wird. In welche Rich­tung diese Verän­derun­gen gehen wer­den, ste­ht bere­its heute im Wesentlichen fest.
Dies verkün­den zumin­d­est die Pro­pa­gan­dis­ten von „Indus­trie-4.0“.

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Flashmob bei XXXL Rück in Oberhausen

Dokumentation der Pressemitteilung von AKUWILL und work-watch zu dem Flashmob am 3. Dezember 2016:

Flashmob bei XXXL Rück in Oberhausen

 

Einige der AktivistInnen, Foto: Privat

Einige der AktivistIn­nen, Foto: Pri­vat

Mehr als ein Dutzend gew­erkschaftliche AktivistIn­nen und sol­i­darische Betrieb­sräte, unter anderem von Bauhaus, demon­stri­erten am Sam­stag im Möbel­haus XXXL Rück in Ober­hausen. Mit Parolen wie „Betrieb­srats­fress­er XXXL“ und „XXXLNICHT mein Möbel­haus“ began­nen sie ihren Protest in der Cafe­te­ria und zogen anschließend durch ver­schiedene Abteilun­gen des Möbel­haus­es, verteil­ten Flug­blät­ter und hiel­ten Plakate in die Luft.

Damit haben sie die Kund­schaft erneut auf die Machen­schaften von XXXL aufmerk­sam gemacht:
XXXL packt ein­fach alle Beschäftigten ein­er über­nomme­nen Fil­iale in ver­schiedene neu gegrün­dete Gesellschaften. Ser­vicege­sellschaften heißen sie. Diese Gesellschaften erledi­gen alle anfal­l­en­den Arbeit­en wie Verkauf, Betrieb des Restau­rants, Lager oder Kun­den­di­en­ste. Die Ser­vicege­sellschaften haben kein eigenes Ver­mö­gen, aus dem sie z.B. die Löhne und Gehäl­ter zahlen kön­nten. Sie haben nur Arbeit­skräfte.

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XXXL Rück: Einzelhandel ohne Personal?

XXXL Rück:

Einzelhandel ohne Personal?

Seit Anfang August wer­den die Kündi­gungss­chutzk­la­gen der Altbeschäftigten von Rück vor dem Lan­desar­beits­gericht in Düs­sel­dorf ver­han­delt. Das Unternehmen­skon­strukt von XXXLutz spielt hier eine zen­trale Rolle.

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Zensur eines kritischen Beitrags zu XXXL Rück: Offener Brief an Lokalkompass (u. a. Wochenanzeiger Oberhausen)

Dokumentation eines Beitrags von der Webseite von Akuwill.de

 

Zensur eines kritischen Beitrags zu XXXL Rück:
Offener Brief an Lokalkompass (u. a. Wochenanzeiger Oberhausen)

 

Sehr geehrtes Team von lokalkompass.de,

in meinem Artikel „Desin­for­ma­tion­skam­pagne im Wochenanzeiger Ober­hausen“ vom 07.08.2016 haben Sie einige Pas­sagen gelöscht und an den jew­eili­gen Stellen die Bemerkung „Von der Mod­er­a­tion wegen falsch­er Tat­sachen­be­haup­tung edi­tiert­er Bere­ich.“ hin­ter­lassen.

Dies bedeutet fak­tisch, dass Sie meinen Artikel zen­siert haben und mich zusät­zlich öffentlich der Lüge bezichti­gen.

In Ihrer Email vom 09.08.2016 schrieben Sie mir:

Guten Tag,
lei­der mussten wir Ihren oben genan­nten Beitrag (http://www.lokalkompass.de/oberhausen/politik/xxxl-rueck-desinformationskampagne-im-wochenanzeiger-oberhausen-d684068.html) nachträglich edi­tieren, da er nicht nachvol­lziehbare Tat­sachen­be­haup­tun­gen enthält, die sich zur Schädi­gung des im Text kri­tisierten Unternehmens eignen. Bitte acht­en Sie in Zukun­ft bei Ihrer Berichter­stat­tung darauf, auf Unter­stel­lun­gen zu verzicht­en, und sich stattdessen an Fak­ten zu hal­ten. Danke für Ihr Ver­ständ­nis und
Mit fre­undlichen Grüßen
Ihr Team von lokalkompass.de“

Nein, ich habe kein Ver­ständ­nis für Ihre Maß­nahme. Denn die von Ihnen ent­fer­n­ten Aus­sagen lassen sich sehr wohl durch Fak­ten bele­gen:

Gelöschter Teil Nr. 1:

Zum Konzept von XXXL gehört es, geset­zliche und tar­i­fliche Regelun­gen zu unter­laufen und die Expan­sion des Unternehmens auf Kosten der Beschäftigten voranzutreiben. XXXL Rück will nun mit ein­er Desin­for­ma­tion­skam­pagne im Wochenanzeiger sein ram­poniertes Image auf­polieren.

Mein Beitrag schädigt XXXL Rück bzw. die XXXLutz-Gruppe nicht, son­dern er benen­nt lediglich die Ruf­schädi­gung, die das Unternehmen sich selb­st durch seine Unternehmen­spoli­tik zufügt.

Dafür gibt es zahlre­iche Belege:

  • In der lokalen Presse, die über das rück­sicht­slose Vorge­hen von XXXL in Ober­hausen und ander­swo berichtet, z. B. http://shortlinks.de/556y,
  • auf Web­sites von ver­di, z. B. der Aufruf von ver­di Mül­heim-Ober­hausen zum Boykott von XXXL Rück http://shortlinks.de/855s
  • und auf den Web­sites von Organ­i­sa­tio­nen, die über frag­würdi­ge Prak­tiken von Unternehmen wie der XXXLutz-Gruppe informieren. Aus diesem Beitrag von Work Watch z. B. geht her­vor, dass es zum Expan­sion­skonzept von XXXL gehört, auf Kosten der Beschäftigten geset­zliche und tar­i­fliche Regelun­gen zu unter­laufen: http://shortlinks.de/56iz.
  • Dieser Artikel, der zuerst im Neuen Deutsch­land erschienen ist, macht eben­falls deut­lich, dass man die XXXL-Gruppe mit Recht als „Möbel­gang­ster“ beze­ich­nen kann: http://shortlinks.de/mu4i.
  • Immer eine gute Adresse für Infor­ma­tio­nen aus der Arbeitswelt ist das Labour­Net. Das Dossier zu XXXL: http://www.labournet.de/?p=101247.

Dies ist nur eine kleine Auswahl der vie­len Beispiele, die sich prob­lem­los im Inter­net find­en lassen.

Dass XXXL Rück angesichts der vie­len Neg­a­tivschlagzeilen mit­tels ein­er Kam­pagne sein schlecht­es Image auf­bessern will, ist nahe­liegend. Schließlich will XXXL Möbel verkaufen und lei­det darunter, wenn die Kund­schaft mit den Füßen abstimmt. Es fällt auf, dass XXXL Rück mit jed­er dieser in meinem Beitrag behan­del­ten Anzeigen ver­sucht, der begrün­de­ten öffentlichen Kri­tik (siehe die genan­nten Artikel oben) eine extrem geschönte Darstel­lung des Unternehmens ent­ge­gen zu set­zen. Dies ist eine Form von Desin­for­ma­tion.

Gelöschter Teil Nr. 2:

Fast zeit­gle­ich hat XXXL Rück im Wochenanzeiger Ober­hausen eine Wer­bekam­pagne ges­tartet, mit dem offenkundig das angeschla­gene Image des Unternehmens wieder auf­poliert wer­den soll. Mit­tler­weile sind vier Fol­gen ein­er Serie von Anzeigen erschienen, die geeignet sind, die LeserIn­nen hin­ters Licht zu führen.
Seit dem 13. Juli 2016 erscheint in der Mittwoch-Aus­gabe unten auf der let­zten Seite des Blattes eine halb­seit­ige Anzeige, die auf­grund ihrer Gestal­tung den Ein­druck erweckt, als ob es sich hier um einen redak­tionellen Beitrag des Wochenanzeigers han­deln würde. Das Wort „Anzeige“, das klein links oben über dem „Artikel“ ste­ht, ist leicht zu überse­hen
.

Zum Image des Unternehmens: siehe oben.

Dass der zweite Absatz der Wahrheit entspricht, wis­sen alle, die den Wochenanzeiger Ober­hausen im fraglichen Zeitraum gele­sen haben. Ich besitze alle Fol­gen dieser Kam­pagne und kann sie bei Bedarf gerne vor­legen, um meine Aus­sagen zu bele­gen.

Dass die Anzeigen auf­grund von Auf­machung und Inhalt geeignet sind, die LeserIn­nen hin­ters Licht zu führen, ist eben­falls ein Fakt. Ich bin beileibe nicht die einzige, die darauf hereinge­fall­en ist und zunächst geglaubt hat, dass der Wochenanzeiger tat­säch­lich Her­rn Götz inter­viewt hat. Und was den Wahrheits­ge­halt der schein­bar redak­tionellen Beiträge zur „Mitar­beit­erzufrieden­heit“, zu den Arbeits­be­din­gun­gen bei XXXL und zu den Ent­las­sun­gen in Ober­hausen ange­ht: siehe oben.

Gelöschter Teil Nr. 3:

In diesem „Inter­view“ will er [der Sprech­er der Geschäft­sleitung Hel­muth Götz] den LeserIn­nen weis­machen, dass die vie­len Kol­legIn­nen von Möbel Rück lei­der ent­lassen wer­den mussten: auf­grund ihrer man­gel­haften Arbeitsmoral, und weil sie sich den Neuerun­gen ver­weigert hät­ten, die das Möbel­haus auf Erfol­gskurs brin­gen sollen.

Der Text bezieht sich auf die erste Folge der Kam­pagne von XXXL Rück, in der Herr Götz schein­bar inter­viewt wird. Dass viele Kol­legIn­nen von Möbel Rück ent­lassen wer­den mussten, weil sie sich notwendi­gen Neuerun­gen ver­weigert hät­ten und damit dem Erfol­gskurs des Unternehmens im Wege ges­tanden haben sollen, ste­ht aus­drück­lich in dieser Anzeige. Dass die neu eingestell­ten Mitar­bei­t­erIn­nen im Gegen­satz zu den ent­lasse­nen Kol­legIn­nen die Ser­vice- und Kun­de­nori­en­tierung voll mit­tra­gen wür­den und sehr motiviert wären, ste­ht eben­falls darin.

Wo bitte soll hier eine „falsche Tat­sachen­be­haup­tung“ sein, wenn nur der Inhalt ein­er der Anzeigen wiedergegeben wird?

Dass Herr Götz den LeserIn­nen weis­macht, warum die Kol­legIn­nen ent­lassen wur­den, entspricht den Tat­sachen. Und nicht, dass er es ihnen ver­mit­telt, wie Sie es mich nach dem Ein­griff in meinen Artikel behaupten lassen. Fra­gen Sie doch ein­mal bei ver­di nach. Dort wer­den Sie u. a. erfahren, dass das Arbeits­gericht Ober­hausen den Großteil der Kündi­gun­gen für unwirk­sam erk­lärt hat.

Gelöschter Teil Nr. 4:

Mit bezahlten Scheinar­tikeln und Schein­in­ter­views, deren Inhalt auss­chließlich von den Auf­tragge­bern bes­timmt wird und deren Wahrheits­ge­halt nicht über­prüft wird, sollen die LeserIn­nen des Wochenanzeigers offen­bar manip­uliert und ver­dummt wer­den.

Viele Ober­hausener­In­nen kaufen schon länger nicht mehr bei Rück ein bzw. fol­gen dem Boykot­taufruf der Gew­erkschaft ver­di. Da das Unternehmen offen­bar nicht mit Fak­ten – z. B. mit der Wiedere­in­stel­lung der Altbeschäftigten – sein Image verbessern möchte, schal­tet die Geschäft­sleitung stattdessen Wer­beanzeigen mit für sie nüt­zlichem Inhalt. Was ist daran nicht nachvol­lziehbar oder unzutr­e­f­fend?

Und wollen Sie behaupten, dass der Inhalt der Anzeigen vor dem Abdruck auf ihren Wahrheits­ge­halt über­prüft wurde?

Was kann das Ziel der Anzeigenserie sein, außer, KundIn­nen mit dieser Manip­u­la­tion (wieder zurück) zu gewin­nen? Und was ist es anderes als Ver­dum­mung, wenn LeserIn­nen, die es eigentlich bess­er wis­sen (kön­nen), von XXXL mit schö­nen Worten ein­gelullt wer­den?

 

Auf welche Weise haben Sie denn den Wahrheits­ge­halt meines Textes über­prüft, bevor Sie Teile daraus gelöscht haben? Alles, was ich oben aus­ge­führt habe, sind öffentlich zugängliche Infor­ma­tio­nen, die auch Sie sich hät­ten beschaf­fen kön­nen.

Oder anders gefragt:

Auf der Grund­lage von welch­er Def­i­n­i­tion von „Wahrheit“ und von „Tat­sachen“ haben Sie meinen Beitrag „edi­tiert“? XXXL hat inzwis­chen fünf halb­seit­ige Anzeigen hin­tere­inan­der im Wochenanzeiger Ober­hausen geschal­tet und ist damit für Sie ein wichtiger Anzeigenkunde. War dies der Grund bzw. der Aus­lös­er für Ihre Ein­flussnahme? Und ist „Wahrheit“ für Sie das, was der geschrieben sehen will, der zahlt?

Ihre Begrün­dung für die Verän­derung meines Textes samt der Unter­stel­lung, ich würde die Unwahrheit sagen, ist jeden­falls mit den obi­gen Aus­führun­gen hin­fäl­lig. Ich gehe daher davon aus, dass Sie meinen ursprünglichen Beitrag wieder her­stellen, wie Sie Ihn am Ende dieses Schreibens noch ein­mal find­en.

Gerne kann ich die Belege für die von Ihnen monierten Aus­sagen als Fußnoten ein­fü­gen.

Auch finde ich eine Entschuldigung Ihrer­seits ange­bracht.
Mit fre­undlichen Grüßen

Petra Sta­nius, 11.08.2016

 

Der ursprüngliche Artikel auf www.lokalkompass.de (zen­sierte Pas­sagen in rot)

XXXL Rück: Desin­for­ma­tion­skam­pagne im Wochenanzeiger Ober­hausen

Nicht nur in der Ober­hausen­er Presse sind immer wieder Beiträge zu lesen, in denen die frag­würdi­ge Unternehmen­sprax­is der XXXLutz-Gruppe the­ma­tisiert wird. Zum Konzept von XXXL gehört es, geset­zliche und tar­i­fliche Regelun­gen zu unter­laufen und die Expan­sion des Unternehmens auf Kosten der Beschäftigten voranzutreiben. XXXL Rück will nun mit ein­er Desin­for­ma­tion­skam­pagne im Wochenanzeiger sein ram­poniertes Image auf­polieren.

Am 15. Juli 2016 hat die Gew­erkschaft ver­di die Bürg­erIn­nen zum Boykott des Möbel­haus­es Rück aufgerufen: „Wir fordern Sie auf, Ihren Einkauf bei XXXL Rück so lange einzustellen, bis XXXL Rück die Ver­fahren vor dem Lan­desar­beits­gericht zurückzieht, beziehungsweise diese im Inter­esse der Arbeit­nehmer been­det sind“, heißt es darin. Ver­di fordert dabei Stadt­spitze und Poli­tik auf, bei der Entschei­dung über die Ansied­lung von XXXL Rück am Cen­tro „auch das Ver­hal­ten von XXXL Rück gegenüber den ehe­ma­li­gen Beschäftigten zu berück­sichti­gen“.

Fast zeit­gle­ich hat XXXL Rück im Wochenanzeiger Ober­hausen eine Wer­bekam­pagne ges­tartet, mit dem offenkundig das angeschla­gene Image des Unternehmens wieder auf­poliert wer­den soll. Mit­tler­weile sind vier Fol­gen ein­er Serie von Anzeigen erschienen, die geeignet sind, die LeserIn­nen hin­ters Licht zu führen.

Seit dem 13. Juli 2016 erscheint in der Mittwoch-Aus­gabe unten auf der let­zten Seite des Blattes eine halb­seit­ige Anzeige, die auf­grund ihrer Gestal­tung den Ein­druck erweckt, als ob es sich hier um einen redak­tionellen Beitrag des Wochenanzeigers han­deln würde. Das Wort „Anzeige“, das klein links oben über dem „Artikel“ ste­ht, ist leicht zu überse­hen.

In der ersten Folge wird schein­bar der Sprech­er der Geschäft­sleitung, Hel­muth Götz, zum geplanten Umzug des Unternehmens in die Nähe des Cen­tros inter­viewt. In diesem „Inter­view“ will er den LeserIn­nen weis­machen, dass die vie­len Kol­legIn­nen von Möbel Rück lei­der ent­lassen wer­den mussten: auf­grund ihrer man­gel­haften Arbeitsmoral, und weil sie sich den Neuerun­gen ver­weigert hät­ten, die das Möbel­haus auf Erfol­gskurs brin­gen sollen. Die LeserIn­nen „erfahren“, dass XXXL Rück her­vor­ra­gen­den Ser­vice bietet, die Beschäftigten vor­bildlich ent­lohnt und oben­drein Steuern zahlt – sog­ar in Ober­hausen …

Die Folge 2 eine Woche darauf beschäftigt sich aus­führlich mit dem „einzi­gar­ti­gen Ange­bot“ von XXXL und weist dabei erneut auf die gute Bezahlung der Beschäftigten hin. Die geneigte Leserin muss sich fra­gen, warum eine Gew­erkschaft dieses mustergültige Unternehmen angreift. Wer dem Boykot­taufruf von ver­di fol­gt, scheint sich außer­dem ins eigene Fleisch zu schnei­den, weil er oder sie schein­bar grund­los auf das großar­tige Ange­bot des Möbel­händlers verzichtet.

In Folge 3 müssen die Kol­legIn­nen von Rück selb­st mit Bild und Namen für die Zwecke von XXXL her­hal­ten. In dem „Artikel“ wird die derzeit­ige Belegschaft in den höch­sten Tönen gelobt. Verkauf­sleit­er Carsten König schildert aus­führlich seinen beru­flichen Werde­gang bei Rück und bewirbt die her­vor­ra­gen­den Möglichkeit­en, die XXXL seinen Auszu­bilden­den bietet. Zumin­d­est wird der Ein­druck erweckt, dass er es tut.

In Folge 4 schließlich fällt die Betrieb­sratsvor­sitzende des eben­falls Anfang 2014 über­nomme­nen Möbel­haus­es XXXL Kröger, Ker­stin Hüt­tner, ihren Kol­legIn­nen aus Ober­hausen, die um ihren Arbeit­splatz und um die Ein­hal­tung geset­zlich oder tar­i­flich garantiert­er Stan­dards kämpfen, kräftig in den Rück­en. In einem „Inter­view“ schildert sie, wie sie die Über­nahme des Möbel­haus­es Kröger durch XXXL erlebt haben will: Alles sei bess­er gewor­den, sowohl für die KundIn­nen als auch für die Beschäftigten. Wer mit der Geschäft­sleitung Prob­leme habe, sei ein­fach nur unfähig, zu ver­han­deln. Von dem Ver­hand­lungs­geschick des Essen­er Betrieb­srates sollen auch die Kol­legIn­nen in Ober­hausen prof­i­tieren. Die mit einem untauglichen Betrieb­srat geschla­gen sind, wie men­sch zwis­chen den Zeilen lesen kann.

Mit bezahlten Scheinar­tikeln und Schein­in­ter­views, deren Inhalt auss­chließlich von den Auf­tragge­bern bes­timmt wird und deren Wahrheits­ge­halt nicht über­prüft wird, sollen die LeserIn­nen des Wochenanzeigers offen­bar manip­uliert und ver­dummt wer­den.

Wer Infor­ma­tio­nen über die Meth­o­d­en von XXXL Rück bzw. der XXXLutz-Gruppe haben möchte, kann sie z. B. bei AKUWILL oder bei bei Work Watch find­en.

Petra Sta­nius, 7. August 2016

Möbelhaus XXXL-Rück in Oberhausen: Widerstand gegen das Ausbeutungsmodell von XXXLutz

Dokumentation eines Artikels
zu XXXL-Rück von Akuwill


Möbelhaus XXXL-Rück in Oberhausen:

Widerstand gegen das Ausbeutungsmodell von XXXLutz

 

Zu Beginn des Jahres 2014 wurde die Möbel­stadt Rück durch die XXXLutz-Gruppe über­nom­men. Im Zuge der Über­nahme wurde allen Beschäftigten des Möbel­haus­es in Ober­hausen gekündigt. Den meis­ten von ihnen wur­den Arbeitsverträge in XXXLutz-Gesellschaften ange­boten – im Ver­gle­ich mit ihren alten Verträ­gen zu deut­lich schlechteren Bedin­gun­gen. Poten­tiell unbe­queme, „teure“ oder nicht so leicht künd­bare Beschäftigte, zum Beispiel Betrieb­sräte oder Schwer­be­hin­derte, erhiel­ten nicht ein­mal dieses Ange­bot. Die Geschäft­sleitung behauptet auch heute noch, dies sei recht­mäßig gewe­sen, weil das Möbel­haus geschlossen und durch XXXL wieder neu eröffnet wor­den wäre.

Kündi­gungss­chutzk­la­gen

Das Arbeits­gericht Ober­hausen sah dies jedoch anders und entsch­ied im Jahr 2016 in den meis­ten Fällen, dass die Kündi­gun­gen der Altbeschäftigten unzuläs­sig seien, weil ein Betrieb­süber­gang nach BetrVG § 613 stattge­fun­den habe. Tat­säch­lich ist der Geschäfts­be­trieb bei Rück nach der Über­nahme ohne Unter­brechung weit­er gelaufen.

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Schikanen bei MCS – Malteser Kliniken: Gegenwehr hat Erfolg

Schikanen bei MCS – Malteser Kliniken:

Gegenwehr hat Erfolg

Kolleginnen von MCS und UnterstützerInnen. mcs-malteser, Foto: Foto: Fatih Cimen

Kol­legin­nen von MCS und Unter­stützerIn­nen. Foto: Foto: Fatih Cimen

R.J.

Am 15. Juli gab es im Gew­erkschaft­shaus in Duis­burg Grund zu feiern: Hat doch die Gew­erkschaft IG BAU es mit Ver­hand­lun­gen erre­icht, dass gravierende Missstände bei der mehrheitlich den Mal­te­sern gehören­den Ser­vicege­sellschaft (siehe Avan­ti O. Nr. 22, Juni 2016) nun abgestellt wer­den. Wichtige Forderun­gen von Kol­legin­nen bei MCS wer­den erfüllt.

Was wurde erre­icht?
Zwei Kol­legin­nen bekom­men einen unbe­fris­teten Arbeitsver­trag. Zwei weit­ere Kol­legin­nen, die es sich auf­grund des Erlebten nicht vorstellen kön­nen, bei MCS weit­er zu arbeit­en, erhal­ten gute Abfind­un­gen. Den Vorar­bei­t­erin­nen, die an den Schika­nen beteiligt waren, ist nun der Kon­takt zu den betrof­fe­nen Kol­legin­nen unter­sagt. Alle ange­blich „verse­hentlich“ abgeschlossen Arbeitsverträge über 0,5 Wochenar­beitsstun­den wer­den in Verträge mit real­is­tis­chen Stun­den­zahlen umge­wan­delt. Auch die einst­weilige Ver­fü­gung gegen den Gew­erkschaftssekretär Mahir Sahin wurde zurück­ge­zo­gen.
Gefeiert wurde gemein­sam mit den Unter­stützerIn­nen der Kol­legin­nen, ohne die dieser Erfolg wohl nicht möglich gewe­sen wäre.

Und nicht vergessen:Nur gemein­sam sind wir stark!

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti 246,  Juli/August 2016