Deutsche Revolution 1848/49 – Was hat das mit heute zu tun?

Deutsche Revolution 1848/49
Was hat das mit heute zu tun?

Am 17. April fand im K14 mit Manuel Kellner die Auftaktveranstaltung zur Reihe „Revolution, Revolution!“ statt.

P. S. / M. K.

Die Ver­anstal­tungsrei­he wird vom Ober­hausen­er Bünd­nis „Rot­er Oktober“(1) getra­gen. Die erste Ver­anstal­tung hat­te die Deutsche Rev­o­lu­tion zum The­ma.
Manuel Kell­ner beschrieb die poli­tis­che Sit­u­a­tion in der Zeit des Vor­märz und berichtete, wie es zur rev­o­lu­tionären Entwick­lung in Deutsch­land kam. Die zunehmende Indus­tri­al­isierung und die bedrück­ende soziale Lage der Arbei­t­erIn­nen spiel­ten hier­bei eine wichtige Rolle. Aus­lös­er für die Erhe­bung im März 1848 in Deutsch­land war dann die Feb­ru­ar­rev­o­lu­tion in Frankre­ich. Manuel Kell­ner schilderte die Ereignisse in den Jahren 1848/49 und erläuterte, welche Kräfte mit welchen Inter­essen beteiligt waren.
Ein Schw­er­punkt seines Vor­trags lag darauf, wie sich Karl Marx in der Deutschen Rev­o­lu­tion posi­tion­ierte. Im Feb­ru­ar 1848 hat­te er gemein­sam mit Friedrich Engels das Kom­mu­nis­tis­che Man­i­fest her­aus­gegeben. Den­noch schloss sich Marx den demokratis­chen Kräften an, um das Bürg­er­tum an die Macht zu brin­gen. Erst im Rück­blick zog er den Schluss, dass das Pro­le­tari­at damit zur Geisel der­jeni­gen wurde, die die Rev­o­lu­tion been­den woll­ten, sobald sie darin eine Gefährdung des Pri­vateigen­tums und damit ihrer Priv­i­legien sahen.

Zum Nach­le­sen
Manuel Kell­ner nan­nte während seines Vor­trags ver­schiedene Texte, auf die er sich bezog:
So auf Artikel von Marx und Engels in der Neuen Rheinis­chen Zeitung, “Organ der Demokratie”, die sich in den Bän­den 5 und 6 der Marx-Engels-Werke (MEW) find­en.
Die „Forderun­gen der Kom­mu­nis­tis­chen Partei“ vom März 1848 sind im MEW-Band 5 auf den Seit­en 3 bis 5 abge­druckt, geze­ich­net von Karl Marx, Karl Schap­per, H. Bauer, F. Engels, J. Moll und W. Wolff. Dieser Text zeigt, dass Marx und Engels diese Rev­o­lu­tion als bürg­er­liche Rev­o­lu­tion ver­standen, wobei Kom­mu­nis­ten und Arbeit­erk­lasse den linken Flügel des radikal-demokratis­chen Klein­bürg­er­tums unter­stützten. (Was sie nicht hin­derte, die Verge­sellschaf­tung des Trans­port- und Banken­we­sens zu fordern.)
In MEW 7 find­et sich auf den Seit­en 244 bis 254 die „Ansprache der Zen­tral­be­hörde an den Bund“ vom März 1850 von Marx und Engels, wo sie rück­blick­end auf die Rev­o­lu­tion von 1848/49 zwei Schlussfol­gerun­gen ziehen:
a) Unab­hängige Organ­isierung und selb­ständi­ges poli­tis­ches Auftreten der Arbeit­erk­lasse und b) „Rev­o­lu­tion in Per­ma­nenz“, bis alle mehr oder weniger besitzen­den Klassen von der Macht ver­drängt sind.
Fer­di­nand Las­salle und Ste­fan Born hat­ten übri­gens, was den Punkt a) bet­rifft, bere­its 1848 bzw. 1849 diese Schlussfol­gerun­gen gezo­gen. Was den Punkt b) bet­rifft, allerd­ings nicht.
Die Frage, mit wem und ent­lang welch­er Forderun­gen wir als Linke und Ange­hörige der arbei­t­en­den Klasse Bünd­nisse schließen, ist heute nicht min­der aktuell. Das gle­iche gilt für die strate­gis­che Frage, wie es gelin­gen kann „alle Ver­hält­nisse umzuw­er­fen, in denen der Men­sch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein ver­lassenes, ein verächtlich­es Wesen ist“ (2).

Fußnoten
(1) Am Bünd­nis „Rot­er Okto­ber“ sind beteiligt: DIE LINKE.OB, DKP OB/MH, His­torisch­er Vere­in OB-Ost e.V., ISO OB & Fre­undIn­nen, Paroli e.V., Rosa-Lux­em­burg-Club OB und weit­ere nicht genan­nte Einzelper­so­n­en.
(2) Karl Marx, Kri­tik der Hegelschen Recht­sphiloso­phie, MEW 1, 385.

Lit­er­a­turempfehlun­gen
Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschafts­geschichte. Zweit­er Band: Von der Refor­mära bis zur indus­triellen und poli­tis­chen „Deutschen Dop­pel­rev­o­lu­tion“ 1815–1845/1849. C. H. Beck, München 1987
Deutsche Geschichte, Band 4: Die bürg­er­liche Umwälzung von 1789 bis 1871, Köln 1984 (Pahl Rugen­stein), S. 282 ff

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, April/Mai 2018

Karl Marx wird 200 Teil I Eine neue Biografie

Karl Marx wird 200 (Teil I)
Eine neue Biografie

Manuel Kellner

Karl Marx war dafür, „alle Ver­hält­nisse umzuw­er­fen, in denen der Men­sch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein ver­lassenes, ein verächtlich­es Wesen ist.“ Aktuell bleibt auch seine Kri­tik der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise, die „die Erde und den Arbeit­er unter­gräbt“. Immer bere­it an allem zu zweifeln, ver­di­ent er nicht zum Säu­len­heili­gen gemacht zu wer­den. Sein Konzept der Selb­st­be­freiung der Arbei­t­erIn­nen­klasse als Mit­tel uni­ver­saler Emanzi­pa­tion bleibt allerd­ings entschei­den­der Bestandteil des rev­o­lu­tionären Kampfs für eine weltweite sozial­is­tis­che Gesellschaft.

Das Kapital als Sparbüchse. Foto: Avanti².

Das Kap­i­tal als Spar­büchse. Foto: Avan­ti².

Karl Marx wurde immer wieder zum „toten Hund“ erk­lärt oder wahlweise zum Ver­ant­wortlichen für den Gulag. Doch immer,  wenn spek­takuläre Krisen auftreten, ist seine Kri­tik der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise wieder in aller Munde. Seit 2013 gehören das Kom­mu­nis­tis­che Man­i­fest und Das Kap­i­tal gar zum Welt­doku­mentenerbe der UNESCO. Im Jan­u­ar 2017 stellte Die Zeit in großen Let­tern auf der Titel­seite die Frage: „Hat­te Marx doch recht?“

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DIE LINKE. Oberhausen trauert um Thomas Haller

DIE LINKE. Oberhausen trauert um Thomas Haller

Thomas Haller - Oberhausen

Thomas Haller

Am ver­gan­genen Don­ner­stag ist Thomas Haller (55) im Kreis sein­er Fam­i­lie und eng­sten Fre­unde in Folge ein­er schw­eren Erkrankung ver­stor­ben. Die Ober­hausen­er Partei DIE LINKE. ver­liert damit einen wichti­gen Fre­und, Genossen und Kämpfer.

Das poli­tis­che Engage­ment hat sein Leben von Anfang an geprägt. Seine Fam­i­lie wurde Opfer poli­tis­ch­er Ver­fol­gung von Kom­mu­nistIn­nen durch das NS-Regime und die BRD. Selb­st hat er die poli­tis­che Land­schaft in Ober­hausen entschei­dend mit bee­in­flusst. Er gehörte zu den Grün­dungsmit­gliedern des Ober­hausen­er Jugend­club Courage und hat sich als Sozial­ist lei­den­schaftlich in Ober­hausen für Frieden und Antifaschis­mus stark gemacht. Er war 1997 sowohl Grün­dungsmit­glied des PDS- als auch 2007 des Kreisver­bands DIE LINKE. Ober­hausen.

Thomas war ein großer RWO-Fan. Auch nach sein­er Nier­en­trans­plan­ta­tion blieb der Sport­begeis­terte aktiv und engagierte sich im Behin­derten­sport des BSG Sterkrade.

Treu dem Mot­to „Sol­dat­en sind Mörder“ war er ein überzeugter Kriegs­geg­n­er, ver­weigerte seinen Wehr­di­enst und half in der deutschen Friedens­ge­sellschaft DFG-VK anderen Kriegs­di­en­stver­weiger­ern.

Seine Wegge­fährten haben ihn immer für seine klaren Posi­tio­nen zu Krieg und Frieden und für sein kom­pro­miss­los­es Engage­ment gegen Rechts geschätzt. Der Kreisver­band DIE LINKE. Ober­hausen und die LINKE.LISTE Rats­frak­tio­nen ver­lieren einen wichti­gen Weg­be­gleit­er. Zulet­zt ver­trat er DIE LINKE. in der Bezirksvertre­tung Sterkrade sowie im Sportauss­chuss und Behin­derten­beirat.
16.01.2018

Wir haben den Genossen Thomas als aufrecht­en Kom­mu­nis­ten und lebenslan­gen Kämpfer gegen Unrecht sehr geschätzt und sind gerne ein Stück des Weges mit ihm zusam­men gegan­gen.

ISO Ober­hausen & Fre­undIn­nen

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Januar/Februar 2018

ISO erklärt sich solidarisch mit Kerem Schamberger in München

ISO erklärt sich solidarisch mit Kerem Schamberger in München

Am 23. Novem­ber 2017 hat das Sekre­tari­at der Inter­na­tionalen Sozial­is­tis­chen Organ­i­sa­tion (ISO) eine Sol­i­dar­ität­sadresse für Kerem Scham­berg­er ver­ab­schiedet.
Kerem Scham­berg­er ist stel­lvertre­tender Vor­sitzen­der des isw e.V. und Mit­glied der marx­is­tis­chen Linken. Ihm wird vorge­wor­fen, dass er auf seinen Inter­net-Por­tal­en Flaggen und Sym­bole der kur­dis­chen Wider­stand­sor­gan­i­sa­tion in Syrien PYD veröf­fentlich hat.

Die ISO drückt mit ihrer Erk­lärung Protest gegen das Vorge­hen der Behör­den aus und wertet es als Ver­such, oppo­si­tionelle Per­sön­lichkeit­en einzuschüchtern.
Sie weist darauf hin, dass die PYD der Haup­tak­teur des Kampfes gegen den so genan­nten Islamis­chen Staat in Syrien ist und in Deutsch­land nicht als ter­ror­is­tis­che Organ­i­sa­tion eingestuft wird. Allerd­ings ver­langt die türkische Regierung unter Führung von Erdo­gan ins­beson­dere von der deutschen Regierung, dass die PYD und ihre Schwes­t­eror­gan­i­sa­tio­nen wie ter­ror­is­tis­che Grup­pen behan­delt wer­den sollen. Denn alle, die mit kur­dis­chen Befreiung­sor­gan­i­sa­tio­nen sym­pa­thisieren, sind in den Augen der türkischen Regierung ter­rorverdächtig.

Den Wort­laut der Erk­lärung find­et Ihr auf der Web­site der ISO:

www.intersoz.org/iso-erklaert-sich-solidarisch-mit-kerem-schamberger-in-muenchen/

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Dezember 2017

Gelungene Veranstaltungsreihe Hundert Jahre Oktoberrevolution in Oberhausen

Gelungene Veranstaltungsreihe „Hundert Jahre Oktoberrevolution“ in Oberhausen

Die OrganisatorInnen machen auch 2018 gemeinsam weiter. Und spenden das Restgeld aus 2017 für die von Repression betroffenen G20-GegnerInnen.

C. P.

Dem Ver­anstal­tungs­bünd­nis ist es gelun­gen, von Sep­tem­ber bis Novem­ber 2017 ein bre­it gefächertes Ver­anstal­tungsange­bot rund um das The­ma „Okto­ber 1917“ auf die Beine zu stellen.
Die Ver­anstal­tungsrei­he wurde getra­gen, organ­isiert und finanziert von DIE LINKE Ober­hausen, DKP Oberhausen/Mülheim, His­torisch­er Vere­in Ober­hausen-Ost, ISO Ober­hausen und Paroli – Vere­in für poli­tis­che Kul­tur e.V. sowie weit­eren nicht genan­nten Einzelper­so­n­en.
Alle Bünd­nis­part­ner­In­nen sind sich einig, dass sie gemein­sam auch die im näch­sten Jahr anste­hen­den Jubiläen wie den 200. Geburt­stag von Karl Marx und die Novem­ber­rev­o­lu­tion 1918 mit einem entsprechen­den Ange­bot würdi­gen wollen.
Um sich sol­i­darisch mit den nach den G20-Protesten von Strafver­fahren und Haft­strafen Betrof­fe­nen zu zeigen, spendet das Bünd­nis das übrig gebliebene Geld, das zur Finanzierung der Rei­he zusam­menge­tra­gen wurde, für die Prozesskosten der G20-Geg­ner­In­nen.

Während der Ver­anstal­tungsrei­he wur­den auch Plakate mit Brechtgedicht­en gezeigt, die von Paroli e.V. in Zusam­me­nar­beit mit dem His­torischen Vere­in Ober­hausen Ost e.V. erstellt wur­den. Einen Auss­chnitt davon präsen­tieren wir hier zum Abschluss des Jubiläum­s­jahres.

Gedichte von Brecht - Veranstaltungsreihe "Oktoberrevolution" in Oberhausen.

Brecht- Veranstaltungsreihe "Oktoberrevolution" Oberhausen - Das Lied vom Klassenfeind.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Dezember 2017

Beteiligt euch an den Aktionstagen im Braunkohlerevier

Beteiligt euch an den Aktionstagen im Braunkohlerevier!

Aufruf Klimacamp im Rheinland
ISO

Vom 6. bis 17. Novem­ber 2017 find­et auf dem UN-Cam­pus in Bonn die 23. Kli­makon­ferenz der Vere­in­ten Natio­nen (COP23) unter der Präsi­dentschaft der Repub­lik Fid­schi statt. Dort wird es um Ver­hand­lun­gen über die Umset­zung des Paris­er Kli­maabkom­mens gehen. In dem Paris­er Abkom­men (COP21) ist das Ziel for­muliert wor­den, die Kli­maer­wär­mung auf deut­lich unter 2, möglichst unter 1,5 Grad Cel­sius im Ver­gle­ich zu vorindus­triellen Werten zu beschränken. Doch die Selb­stverpflich­tun­gen der Staat­en sind so ger­ing, dass in den näch­sten Jahrzehn­ten ein Anstieg auf 3 bis 4 Grad zu befürcht­en ist.

Damit dro­ht das Schmelzen der Eis­massen an den Polen und das Auf­tauen der Tun­dra, bei dem mas­siv Methan freige­set­zt wird. Weit­ere Extremwet­ter­la­gen und der Anstieg des Meer­esspiegels sind die Fol­gen und kön­nen weite Teile der Erde unbe­wohn­bar machen. Während der „glob­ale Süden“ darunter zu lei­den hat, reagiert der „glob­ale Nor­den“ unzure­ichend. Oder die – viel zu gerin­gen – Maß­nah­men wer­den rück­gängig gemacht, wie in den USA unter Trump.

Das kap­i­tal­is­tis­che Wirtschaftssys­tem mit seinem Pri­mat der Prof­it­max­imierung bewirkt, dass immer mehr, immer schneller und bil­liger pro­duziert wer­den muss. Immer län­gere glob­ale Liefer­ket­ten erhöhen den Energie­ver­brauch. Die Kosten der Umweltver­schmutzung wer­den exter­nal­isiert, Men­schen und Natur wer­den aus­ge­beutet.

Auch ein „grün­er Kap­i­tal­is­mus“ kommt an dem Wach­s­tum­szwang nicht vor­bei, und Energieeinsparun­gen bewirken oft einen Rebound-Effekt. Beispiel: Der sink­ende Ben­z­in­ver­brauch führt zu Autos mit größeren Motoren.
Die Bun­desre­pub­lik Deutsch­land und die Regierun­gen in Bund und Land gerieren sich gerne als weltweite Vorkämpfer für Ökolo­gie und Kli­maschutz. Mehrere Pro­gramme wur­den aufgestellt, um den Ausstoß von Schad­stof­fen zu begren­zen. Gemäß dem Kli­maschutzpro­gramm von 2007 soll­ten die Emis­sio­nen von Treib­haus­gasen bis 2020 im Ver­gle­ich zu 1990 um 40 % zurück­ge­hen. Doch wie sieht es in Wirk­lichkeit aus? Die Reduzierung stag­niert bei knapp 27 %. Und die Bilanz wäre noch weit schlim­mer, hätte man nach 1990 nicht die ver­al­tete Indus­trie der DDR abgewick­elt. Beim jet­zi­gen Tem­po der Wende wür­den die Kli­maziele – wenn über­haupt – um das Jahr 2100 erre­icht wer­den.

Nicht genug, das rheinis­che Braunkohlere­vi­er ist die größte CO2-Dreckschleud­er in Europa, und diese ist nur 50 Kilo­me­ter von Bonn ent­fer­nt. Die neue schwarz-gelbe Lan­desregierung in NRW will „Nor­drhein-West­falen als Energieland Num­mer eins stärken, um führen­des Indus­trieland auch für energiein­ten­sive Indus­trien zu bleiben und Wertschöp­fungs­ket­ten zu erhal­ten. Bezahlbare Energiepreise und Ver­sorgungssicher­heit wer­den zukün­ftig wieder gle­ichrangig mit den Zie­len des Kli­maschutzes berück­sichtigt.“ Keine eige­nen Regelun­gen mehr, nur noch Selb­streg­ulierung mit­tels des Zer­ti­fikathandels. Damit knickt die Regierung vor den großen Konz­er­nen (vorne weg RWE) ein.
Die Klimaprotest­be­we­gung will nicht länger taten­los zuse­hen:

Sys­tem Change, not Cli­mate Change!
Es liegen genü­gend Stu­di­en für Alter­na­tiv­en ohne Atom­en­ergie und ohne aben­teuer­liche Großtech­nolo­gie-Pro­jek­te des „Geo-Engi­neer­ing“ vor. Ziele sind Klim­agerechtigkeit, Nach­haltigkeit und ein gutes Leben für die gesellschaftlichen Mehrheit­en. Und es man­gelt auch nicht an tech­nis­chem Sachver­stand.

Wenn emanzi­pa­torische ökol­o­gis­che Alter­na­tiv­en nicht durchge­set­zt wer­den, dann liegt das an der Macht des Kap­i­tals. Nicht nur sind fos­sile Brennstoffe für die Unternehmen bedeu­tend gün­stiger (sie brauchen sich ja um die gesellschaftlichen Fol­gen nicht zu küm­mern), im Sek­tor der Gewin­nung und Weit­er­ver­ar­beitung fos­siler Brennstoffe ist so viel Kap­i­tal investiert, dass ein frei­williges Ums­teuern völ­lig undenkbar ist.
Für das Ein­hal­ten der 2- und erst recht der 1,5-Grad-Grenze braucht es ein radikales Ums­teuern, sprich eine Ent­mach­tung des Kap­i­tals. Am dringlich­sten ist die Verge­sellschaf­tung des Energiesek­tors und der Auto­mo­bilkonz­erne. Die Kon­ver­sion dieser Indus­trien muss unter Kon­trolle der dort Beschäftigten und der bre­it­en Öffentlichkeit erfol­gen, und zwar mit Arbeit­splatz­garantie und all­ge­mein­er Arbeit­szeitverkürzung bei vollem Ent­geltaus­gle­ich. Ohne diesen Umbau und ohne eine Umverteilung der gesellschaftlich vorhan­de­nen Arbeit auf alle Hände wird es wed­er eine neue ökosozial­is­tis­che Zivil­i­sa­tion noch über­haupt eine men­schen­würdi­ge Zukun­ft geben.

Wir rufen auf zur Beteili­gung an den Aktio­nen und Debat­ten der Klimabe­we­gung im Rhein­land:

  • Fre­itag, 18., bis Dien­stag, 29. August: Kli­macamp im Rhein­land und Som­mer­schule,
  • Don­ner­stag, 24., bis Dien­stag, 29. August: Ende Gelände und Rote-Lin­ien-Aktio­nen mit Schw­er­punkt am Sam­stag, 26.08.,
  • Don­ner­stag, 2., bis Sam­stag, 11. Novem­ber: Protes­tak­tio­nen in Bonn und im rheinis­chen Revi­er.

Inter­na­tionale Sozial­is­tis­che Organ­i­sa­tion (ISO), 14. Juli 2017
www.intersoz.org/beteiligt-euch-an-den-aktionstagen-im-braunkohlerevier

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, August 2017

Veranstaltung Frauen- und ArbeiterInnenbewegung in den USA unter Trump mit Dianne Feeley

Frauen- und ArbeiterInnenbewegung
in den USA unter Trump

ArbeiterInnenbewegung in den USA unter Trump

Diskussionsveranstaltung mit der politischen Aktivistin und Gewerkschafterin Dianne Feeley (Detroit) Veranstaltung mit Dianne Feeley in Oberhausen am 28. August 2017.

Montag, 28. August 2017
19:00 Uhr
Fabrik K14
Lothringer Str. 64
46045 Oberhausen

Mit der Präsi­dentschaft von Trump hat sich das poli­tis­che und gesellschaftliche Kli­ma in den USA verän­dert.

Dianne Fee­ley umreißt, welche Auswirkun­gen seine von Ras­sis­mus, Antifem­i­nis­mus und “alter­na­tiv­en Fak­ten” geprägte Poli­tik auf den All­t­ag der Men­schen dort hat und berichtet, wie sich fortschrit­tliche Kräfte wie die Arbei­t­erIn­nen- und Frauen­be­we­gung dazu ver­hal­ten.

Im Jan­u­ar 2017 zum Beispiel sorgte der “Women’s March on Wash­ing­ton”, der Frauen­marsch auf Wash­ing­ton, für Auf­se­hen:

An die drei Mil­lio­nen Men­schen gin­gen in den USA und weltweit auf die Straße und protestierten für Frauen- und Men­schen­rechte.

  • Von welchen Kräften wer­den Proteste in den USA getra­gen, und worauf sind sie gerichtet?
  • Ist etwas geblieben von den starken Mobil­isierun­gen zu Beginn des Jahres?
  • Welche Erfolge und Mis­ser­folge gab es, und welche Schlüsse ziehen die Aktiv­en daraus?
  • Welche Per­spek­tiv­en hat der Wider­stand, der sich ja nicht allein auf die USA beschränkt, son­dern inter­na­tionale Bezüge hat?

Dianne Fee­ley wird ihre Ein­schätzung zu diesen Fra­gen zur Diskus­sion stellen.

Zu Dianne Fee­ley:

Die Ref­er­entin hat bis zu ihrem Ruh­e­s­tand in der Autoin­dus­trie, unter anderem bei Ford, gear­beit­et und ist weit­er­hin in der Auto­mo­bi­lar­bei­t­erIn­nengew­erkschaft UAW (Unit­ed Autowork­ers) aktiv.

Sie schreibt für „Labor Notes“, die wohl wichtig­ste Zeitschrift kon­se­quenter Gew­erkschaf­terIn­nen in den USA.

Dianne Fee­ley ist Leitungsmit­glied von „Sol­i­dar­i­ty“, ein­er Organ­i­sa­tion, die sich als sozial­is­tisch, fem­i­nis­tisch und anti­ras­sis­tisch begreift.

Eine Ver­anstal­tung der Inter­na­tionalen Sozial­is­tis­chen Organ­i­sa­tion (ISO) Ober­hausen, in Koop­er­a­tion mit Frauen-Plenum Ober­hausen, Ini­tia­tive gegen Rechts (IGR), DIE LINKE.LISTE-Fraktion Ober­hausen und Paroli – Vere­in für poli­tis­che Kul­tur e.V.

Aufruf: Grenzenlose Solidarität statt G20!

Aufruf: „Grenzenlose Solidarität statt G20!“

Am 7. und 8. Juli kom­men zahlre­iche Präsi­den­ten und Premierminister*innen mit ihrem Tross zum 20. Gipfel­tr­e­f­fen der 19 „wichtig­sten Indus­trie- und Schwellen­län­der“ plus der Europäis­chen Kom­mis­sion in die Innen­stadt von Ham­burg. Sie wer­den alle dabei sein: Trump, Putin, Xi Jin­ping, Erdoğan, May, Macron, Macri, Modi, Temer, der saud­is­che König Salman ibn Abd al-Aziz, als Vertreter ein­er „Gast­na­tion“ der philip­pinis­che Präsi­dent Rodri­go Duterte und natür­lich die Gast­ge­berin Angela Merkel …

Sie wer­den so tun, als gebe es den zunehmenden Ver­lust an Legit­i­ma­tion der tra­di­tionellen Parteien und der neolib­eralen Eliten nicht, sie wer­den Loblieder auf „freie Märk­te“ anstim­men, über ihre Wider­sprüche hin­weg wer­den sie ihre Welt-Unord­nung hochhal­ten und ihre Macht demon­stri­eren.
Sofern sie sich auf etwas eini­gen wer­den, wer­den die Prekarisierung der Arbeitswelt, die Gen­tri­fizierung der Städte, die Pri­vatisierun­gen von öffentlichen Betrieben und Dien­sten, Fun­da­men­tal­is­men ver­schieden­er Aus­prä­gun­gen, reak­tionär­er Nation­al­is­mus, Frem­den­feindlichkeit und Ras­sis­mus, Mil­i­tarisierung, Antifem­i­nis­mus und Homo­pho­bie weit­erge­hen und gesteigert wer­den.

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1. Mai 2017 ISO Oberhausen Welche Alternative

Flugblatt der ISO Oberhausen zum 1. Mai 2017:

Welche Alternative?

 

Flugblatt der ISO Oberhausen zum 1. Mai 2017

Flug­blatt der ISO Ober­hausen zum 1. Mai 2017

Wir begrüßen, dass der DGB ein deut­lich­es Zeichen gegen Rechts set­zen will. 

Der Aufruf des DGB, dass wir bei der anste­hen­den Land­tagswahl nicht die AfD, son­dern eine demokratis­che Partei wählen sollen, blendet jedoch aus, dass es für Lohn­ab­hängige nicht nur „post­fak­tis­che“ Gründe für Äng­ste und Unsicher­heit gibt.

Unwider­sprochen bleibt das neolib­erale Glaubens­beken­nt­nis: „There is no Alter­na­tive“, es gibt keine Alter­na­tive zu den herrschen­den Ver­hält­nis­sen. Und damit gibt es auch keine pos­i­tive Per­spek­tive. Gle­ichgültigkeit, Pas­siv­ität und Res­ig­na­tion, die durch Per­spek­tivlosigkeit befördert wer­den, bilden aber den Nährbo­den für die recht­en Parteien, die doch eigentlich bekämpft wer­den sollen.

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Zentrale Veranstaltung ISO in Köln

Zentrale Veranstaltung der ISO am 3.6.2017 in Köln

 

Info-Flyer zur Veranstaltung der ISO

Info-Fly­er zur Ver­anstal­tung

Ab 15:00 Uhr
Alte Feuerwache, Mel­chiorstr. 3

Mit dieser Ver­anstal­tung stellt sich die Inter­na­tionale Sozial­is­tis­che
Organ­i­sa­tion (ISO) – her­vorge­gan­gen aus der Vere­ini­gung von isl (inter­na­tionale sozial­is­tis­che linke) und RSB (Rev­o­lu­tionär Sozial­is­tis­ch­er Bund) – erst­mals einem bre­it­eren Pub­likum vor.

ABLAUF

15.00–16.30 Uhr, Kleines Forum
Besan­cenot und Löwy stellen ihr gemein­sames Buch vor:
Rev­o­lu­tionäre Annäherung – Unsere roten und schwarzen Sterne. Für die
Sol­i­dar­ität zwis­chen Marxist*innen und Anarchist*innen (Die Buch­macherei, 2016)

16.30–18 Uhr, Ausstel­lung­shalle
Pause, in der Essen ange­boten wird.

18.00–20 Uhr, Ausstel­lung­shalle
«Stop­pen wir die Recht­en und das Kap­i­tal! Ist Linkspop­ulis­mus die Antwort?»
mit Olivi­er Besan­cenot, Vio­let­ta Bock und Michael Löwy

Ab 20.15 Uhr Musik, Ausstel­lung­shalle
Es treten auf:
Mis­chi Stein­brück trägt Lieder aus dem griechis­chen antifaschis­tis­chen
Wider­stand vor.
Daniel Rodríguez singt rev­o­lu­tionäre Lieder aus Lateinameri­ka.

Um Anmel­dung wird gebeten.