Coro­na und Kri­se: Was tun!?

Demons­tra­tio­nen sind ver­bo­ten. Ver­an­stal­tun­gen und Tref­fen poli­ti­scher Grup­pen kön­nen nicht statt­fin­den.
Was nun? Ein­fach auf bes­se­re Zei­ten war­ten, ist kei­ne gute Idee.

P. S.

Der­zeit pas­siert Wider­sprüch­li­ches: Einer­seits erle­ben wir auto­ri­tä­re Ein­grif­fe ins täg­li­che Leben, die wir uns vor weni­gen Wochen noch nicht hät­ten vor­stel­len kön­nen. Frei­heits­rech­te wer­den deut­lich ein­ge­schränkt, die Not­wen­dig­keit der Maß­nah­men wird all­ge­mein akzep­tiert. Sie dro­hen jedoch, sich über die Kri­se hin­aus zu ver­ste­ti­gen.

Ande­rer­seits wer­den der­zeit poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen getrof­fen bzw. ernst­haft erwo­gen, die von Gewerk­schaf­ten und sozia­len Bewe­gun­gen lan­ge ein­ge­for­dert, aber als uner­füll­bar zurück­ge­wie­sen wur­den: die Finan­zie­rung von Kran­ken­häu­sern ori­en­tiert an ihrem Ver­sor­gungs­auf­trag und die finan­zi­el­le Auf­wer­tung der Tätig­kei­ten in der Daseins­vor­sor­ge sind nur zwei Bei­spie­le von vie­len. Auf ein­mal kön­nen Fahr­rad­strei­fen qua­si von heu­te auf mor­gen zulas­ten des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs aus­ge­wei­tet wer­den. Auch Ein­grif­fe in die „unter­neh­me­ri­sche Frei­heit“ zum Nut­zen der All­ge­mein­heit sind Optio­nen in Zei­ten der Kri­se.

Kön­nen wir Begehr­lich­kei­ten, unse­re Rech­te dau­er­haft zu beschrän­ken, abweh­ren?

Bringt uns die Erfah­rung, dass der Kapi­ta­lis­mus nur mit vie­ler­lei ihm eigent­lich frem­den Maß­nah­men künst­lich auf­recht erhal­ten wer­den kann, einer Gesell­schaft näher, die sich an den Bedürf­nis­sen der Vie­len ori­en­tiert, und nicht an den Pro­fit­in­ter­es­sen einer ver­schwin­den­den Min­der­heit?

Mit sol­chen Fra­gen soll­ten wir uns jetzt schon aus­ein­an­der­set­zen, nicht erst in einer unbe­stimm­ten Zukunft. Und unse­re Hand­lungs­fä­hig­keit bewah­ren. Aber wie?

Die aktu­ell not­wen­di­ge Redu­zie­rung von Kon­tak­ten birgt unter ande­rem die Gefahr der Ver­ein­ze­lung und der Zer­stö­rung von Struk­tu­ren. Zahl­rei­che Grup­pen suchen dar­um nach Mög­lich­kei­ten, ihre Mit­glie­der bei­sam­men und ihre Arbeit auf­recht zu erhal­ten.

Tele­fon­kon­fe­ren­zen, vir­tu­el­le Mee­tings und Webi­na­re auf Platt­for­men wie Zoom haben sich in den ver­gan­ge­nen Wochen ver­viel­facht. Vie­le, die sich zuvor davor scheu­ten, beschäf­ti­gen sich nun aus purer Not­wen­dig­keit mit den Mög­lich­kei­ten, die die moder­ne Tech­nik bie­tet. Grup­pen und ihre Mit­glie­der erwei­tern so ihre Medi­en­kom­pe­tenz, was auch in Zukunft nütz­lich bleibt. Vir­tu­el­le Tref­fen sind schnell zu orga­ni­sie­ren, ver­ur­sa­chen kaum Kos­ten und hel­fen, wei­te Rei­sen zu ver­mei­den.

Doch auch wenn sich ein gro­ßer Teil der Akti­vi­tä­ten der­zeit ins Netz ver­la­gert: Wir leben immer noch in der rea­len Welt, und dort wer­den auch die maß­geb­li­chen Ent­schei­dun­gen getrof­fen.

Aktio­nen, die etwas bewe­gen, müs­sen wei­ter­hin drau­ßen statt­fin­den. Wider­stand ist kol­lek­tiv: im Betrieb, auf der Stra­ße, im Vier­tel …

Aber da kön­nen wir gera­de nichts machen. Oder doch? Es pas­siert bereits eini­ges, sowohl in Betrie­ben als auch im öffent­li­chen Raum. Wir wer­den berich­ten.

aus der Avan­ti O., Jan. -Mrz. 2020
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