NRW-Vernetzungstreffen am 29. September in Oberhausen
Petra Stanius
Bundesweit laufen bereits Vorbereitungen für einen Frauenstreik am 8. März 2019. An Gründen für einen feministischen Streik mangelt es auch in Deutschland nicht. Im Juni hat sich für NRW ein regionales Bündnis gebildet. Im September findet am Theater Oberhausen ein öffentliches Planungs- und Vernetzungstreffen statt.
Bereits im Jahr 2017 gab es einen Aufruf zum Internationalen Frauenstreik am 8. März, der in vielen Ländern auf gute Resonanz stieß. Als für den Internationalen Frauenstreik 2018 aufgerufen wurde, waren zum Frauenkampftag weltweit so viele Menschen auf der Straße wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Viele folgten auch der Aufforderung zu streiken. Besonders beeindruckend war die Beteiligung in Lateinamerika und in Spanien. In Spanien verweigerten über 5 Millionen Frauen die Erwerbs- und/oder Sorgearbeit und legten damit das Land teilweise lahm. Sie erhielten dafür die Unterstützung von Gewerkschaften, die ebenfalls zum Streik aufriefen, und viel Zuspruch aus der Bevölkerung.
In Deutschland fanden Demonstrationen in mehr als zwanzig Städten statt, an denen Tausende sich beteiligten.
Die Vorbereitungen für eine bundesweite Beteiligung am Internationalen Frauenstreik 2019 knüpfen an die Aktivitäten von 2018 an. In mehreren Städten haben sich bereits regionale Bündnisse gebildet und sind dabei, sich zu vernetzen.

Gründung des Frauen*streikbündnisses in Oberhausen, 25. Juni 2018. Bild: PM.
„Uns verbindet mehr als uns trennt“: Gründung des NRW-Bündnisses im Juni
Am Theater Oberhausen trafen sich am 25. Juni Vertreterinnen von rund zwanzig Organisationen und Initiativen, um auch für NRW ein Bündnis zu gründen. Die dreißig Teilnehmerinnen kamen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Aktivismus, Soziale Arbeit, Politik, Gewerkschaft, Medien und Kunst. Sie trugen die Themen zusammen, die aus ihrer Sicht im Zentrum feministischer Kämpfe stehen: Verteilung der Reproduktionsarbeit, gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung, Lohn, Arbeitsbedingungen, Ausbeutung, sexualisierte Gewalt sowie mehrfache Benach- teiligung durch Rassismus, Homophobie oder wegen einer Behinderung… Der Platz reicht nicht, die Themen alle aufzuzählen. An Gründen für einen Frauenstreik mangelt es jedenfalls nicht. Und es wurde einmal mehr deutlich, dass es bei allen Unterschieden zwischen den Teilnehmerinnen eine Menge gemeinsamer Anliegen gibt. Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: „Uns verbindet mehr, als uns trennt“.
Die Themen sollen weiter diskutiert, neue Bündnispartnerinnen gewonnen und eine Debatte über die Legitimität von Streiks angestoßen werden. Einfließen sollen hier auch die Erfahrungen aus dem bundesweiten Frauenstreik 1994, der weitgehend aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden ist.
Wie können sich Frauen in ihren unterschiedlichen Lagen an einem Streik beteiligen? Für was stehen die Beteiligten des Bündnisses ein? Wie kann das aussehen?
Das Bündnis lädt dafür alle Frauen* aus NRW zu einem öffentlichen Planungs- und Vernetzungstreffen am 29.09.18 um 12 Uhr in den SAAL 2 des Theater Oberhausen ein.