Gemein­sam erfolg­reich

Solidaritätsdemo mit den streikenden Kolleg*innen in Essen, 9. August 2018. Foto: Avanti O.

Soli­da­ri­täts­de­mo mit den strei­ken­den Kolleg*innen in Essen, 9. August 2018. Foto: Avan­ti O.

O. G.

Die Beschäf­tig­ten in den Kran­ken­häu­sern haben den wach­sen­den Arbeits­druck ertra­gen, bis es nicht mehr ging. Nun haben sie durch Streik einen Teil­erfolg erzielt.

 

Seit Mona­ten fin­den an Kli­ni­ken über­all im Land Arbeits­kämp­fe statt. Die Kol­le­gIn­nen weh­ren sich mit Unter­stüt­zung ihrer Gewerk­schaft ver.di gegen den drü­cken­den Per­so­nal­man­gel und die dar­aus fol­gen­de Über­las­tung. Ihre Arbeits­be­din­gun­gen gefähr­den sowohl ihre eige­ne Gesund­heit als auch die der Pati­en­tIn­nen.

An den Uni­kli­ni­ken Essen und Düs­sel­dorf streik­ten hun­der­te Beschäf­tig­te ver­schie­de­ner Berufs­grup­pen wochen­lang für mehr Per­so­nal: Pfle­ge­kräf­te, aber auch Ser­vice­kräf­te, Rei­ni­ge­rin­nen, Elek­tri­ker, Labor- und Rönt­gen­as­sis­ten­tin­nen, Erzie­he­rin­nen, Ange­stell­te der Ver­wal­tung und ande­re.
In Essen hat sich wäh­rend des Streiks ein Soli­da­ri­täts­ko­mi­tee gegrün­det, an dem sich Unter­stüt­ze­rIn­nen auch aus der Umge­bung betei­li­gen.

Der Streik ende­te Ende August mit einem Teil­erfolg:
Tarif­ver­hand­lun­gen für die Toch­ter­fir­men, 180 zusätz­li­che Arbeits­plät­ze pro Kli­ni­kum, dar­un­ter 40 für die nicht­pfle­ge­ri­schen Beru­fe und ver­pflich­ten­de Beset­zun­gen auf den Sta­tio­nen, bei deren Unter­schrei­tung Maß­nah­men bis hin zu Bet­ten­schlie­ßun­gen ergrif­fen wer­den müs­sen.

Ein Schritt nach vor­ne, aber das Ziel men­schen­wür­di­ge Pfle­ge, die sich an den Bedürf­nis­sen von Pfle­ge­rIn­nen und Gepfleg­ten ori­en­tiert, ist damit noch nicht erreicht.
Die Kol­le­gIn­nen, die sich am Streik betei­ligt haben, haben durch den gemein­sa­men Kampf an Selbst­be­wusst­sein gewon­nen und wol­len an dem Erfolg anknüp­fen. Auch das Soli­da­ri­täts­ko­mi­tee macht wei­ter. Der Kampf ist nicht zu Ende und nur mit lan­gem Atem und brei­ter Unter­stüt­zung zu gewin­nen.

In der Okto­ber-Aus­ga­be der Sozia­lis­ti­schen Zei­tung (SoZ) ist ein Inter­view mit Alex­an­dra Wil­ler erschie­nen. Sie war Mit­glied des Streik­ko­mi­tees, das sich die Strei­ken­den am Uni­kli­ni­kum Essen zur Lei­tung ihres Streiks gewählt haben. Dort bringt sie es auf den Punkt:
„Letzt­lich wird sich auch für die Arbei­ten­den im Gesund­heits­we­sen erst dann wirk­lich etwas ändern, wenn sie und die Arbei­ten­den der ande­ren Bran­chen anfan­gen, gemein­sam zu kämp­fen: Heu­te, um sich gegen den wach­sen­den Wahn­sinn auf der Arbeit zu weh­ren, und mor­gen, um die Gesell­schaft von die­sem gan­zen kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tem mit sei­ner Pro­fit­lo­gik zu befrei­en.“

Das Inter­view, in dem Alex­an­dra Wil­ler den Ver­lauf, die Bedeu­tung und das Ergeb­nis des Streiks beur­teilt, ist sehr lesens­wert. Hier ist der Link zu dem Bei­trag in der SoZ:
www.sozonline.de/2018/10/streiks-an-unikliniken/

aus der Avan­tiO. Aug./Sept./Okt. 2018.
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