Scherz, Sati­re, Iro­nie und Die Pest von Camus

Ernst Koch­a­now­ski

Essen, April 2020. Foto: Avanti O.

Essen, April 2020. Foto: Avan­ti O.

Lie­be Homeoffice-Bewohner*innen und Coro­na-Depres­si­ve, also:
Lie­be alle,
die­se Scherz-Sati­re-Kolum­ne bricht mit allen euch gewohn­ten For­ma­ten die­sen Namens.
Sie ist näm­lich ein Wer­be­block! Für eine Wun­der­tü­te! Für das Thea­ter Ober­hau­sen!
Mein geschätz­tes Hirn­auffri­schungs-Insti­tut, das oft, aber immer zu Unrecht geschmäh­te Thea­ter, hat, wie vie­les Gute und Wah­re, dem Phä­no­men die­ses Jah­res geschul­det sei­ne Pfor­ten noch eini­ge Zeit geschlos­sen.

Geschlos­sen!? Nein, nicht ganz. In krea­ti­ver Qua­ran­tä­ne, in Sple­ndid Iso­la­ti­on fern­ab vom laschetem Küchen­land, ent­ste­hen vie­le nütz­li­che, erbau­li­che und lehr­rei­che Arbei­ten und wer­den dank www in die wei­te Welt gesandt. SARS-CoV-2-gerech­te Unter­hal­tung mit Sicher­heits­ab­stand, ohne Mund­schutz­pflicht, aber mit Hirn.
Mit Die Pest von Albert Camus schafft das Thea­ter für uns gera­de so ein Geschenk. Und was für eines!
Gute Lite­ra­tur kann ja nicht nur Ver­gan­ge­nes lehr­reich wie­der­auf­er­ste­hen las­sen, Gegen­wär­ti­ges ent­lar­ven und sogar zu Kunst ver­edeln, son­dern auch noch eine treff­li­che Schil­de­rung kom­men­der Ereig­nis­se erschaf­fen. Aller­dings ist das ohne Schmer­zen meist nicht zu haben. Die Pest ist so ein Kunst­werk.
Die­sen Roman nun hat das wun­der­ba­re Ensem­ble des Thea­ters Ober­hau­sen mit Unter­stüt­zung auch vie­ler unse­rer Mitbürger*innen als 5-tei­li­ge Lesung/Vorstellung für uns erar­bei­tet. Pro­phe­ti­sche, erschre­ckend heu­ti­ge Bil­der ent­wi­ckeln sich in unse­rem Ver­stand.
Und wer‘s nicht glaubt, schaue unter www.die-pest.de nach.
Wer‘s glaubt, sowie­so!

aus der Avan­ti O. April - Mai 2020
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