Alstom: Exem­pla­ri­scher Wider­stand Film „Unse­re Chan­ce – Résis­tan­ce“

Alstom: Exem­pla­ri­scher Wider­stand

Film „Unse­re Chan­ce – Résis­tan­ce“

Don­ners­tag, 12.02.2015 um 19:00 Uhr im Lin­ken Zen­trum in Ober­hau­sen, Elsäs­ser Str. 19.

Der Film doku­men­tiert den betrieb­li­chen Wider­stand gegen Arbeits­platz­ab­bau und Stand­ort­schlie­ßung beim Kraft­werks­bau­er Alstom Power in Mann­heim Käfer­tal, haupt­säch­lich aus den Jah­ren 2003 und 2005.

Alstom ist ein trans­na­tio­na­ler Kon­zern mit heu­te etwa 93.000 Beschäf­tig­ten in rund 100 Län­dern. Das Unter­neh­men ist vor allem im Schie­nen­fahr­zeug- und im Kraft­werks­bau, aber auch im Strom­über­tra­gungs­be­reich tätig und hat eine über 100 Jah­re alte indus­tri­el­le Tra­di­ti­on.
Das Werk in Mann­heim-Käfer­tal mit rund 1.700 Beschäf­tig­ten nimmt im Gesamt­kon­zern einen beson­de­ren Platz ein. 2003 ging von hier ein inter­na­tio­nal unüber­hör­ba­res Signal aus: Kein wei­te­rer Abbau von Arbeits­plät­zen! Kei­ne Ent­las­sun­gen! Erhalt des Wer­kes! Ein wesent­li­ches Mot­to die­ser Wider­stand­be­we­gung lau­te­te: „Unse­re Chan­ce – Résis­tan­ce!“

Der Wider­stand der Kol­le­gIn­nen von Alstom ist ein Lehr­stück über die erfolg­rei­che Orga­ni­sa­ti­on betrieb­li­chen Wider­stan­des. Immer wie­der konn­te auf die Phan­ta­sie und das Enga­ge­ment der Beleg­schaft gebaut wer­den, um Soli­da­ri­tät zu för­dern, Aktio­nen für den Erhalt der Arbeits­plät­ze durch­zu­füh­ren und Alter­na­ti­ven zum Kurs der Kon­zern­lei­tung zu ent­wi­ckeln.
Als Ende 2002 / Anfang 2003 die Kahl­schlag­plä­ne Alstoms bekannt wur­den, for­mier­te sich umge­hend ein brei­ter betrieb­li­cher Wider­stand. Die Beleg­schaft konn­te durch unter­schied­li­che Aktio­nen eine brei­te öffent­li­che Unter­stüt­zung gegen den geplan­ten Abbau mobi­li­sie­ren. Fer­ner gelang es, mit den Kol­le­gIn­nen ande­rer Alstom-Stand­or­te ein gemein­sa­mes Vor­ge­hen zu errei­chen. Schließ­lich konn­ten die Beleg­schaf­ten von Betrie­ben in der Rhein-Neckar-Regi­on für Soli­da­ri­täts­ak­tio­nen gewon­nen wer­den.

Zahl­lo­se Arbeits­nie­der­le­gun­gen, Ver­samm­lun­gen, der unan­ge­mel­de­te „Besuch“ von Auf­sichts­rats­sit­zun­gen, Demons­tra­tio­nen ein­schließ­lich einer euro­pa­wei­ten Akti­on vor der Pari­ser Kon­zern­zen­tra­le, eine 7-tägi­ge Betriebs­ver­samm­lung, die Grün­dung des Alstom Chors sowie die Akti­vi­tä­ten eines über­be­trieb­li­chen Soli­da­ri­täts­ko­mi­tees zeu­gen von dem lan­gen Atem, der für eine akti­ve Gegen­wehr nötig ist. Die jewei­li­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen ende­ten mit Betriebs­ver­ein­ba­run­gen zur Stand­ort­si­che­rung ohne Ver­zicht auf tarif­li­che Stan­dards. Vor allem ab 2003 konn­te ein zeit­lich befris­te­tes Ver­bot von Ent­las­sun­gen durch­ge­setzt wer­den.

Der sehr sehens­wer­te Film zeigt, wie es den Kol­le­gIn­nen bei Alstom immer wie­der gelun­gen ist, der Resi­gna­ti­on kei­ne Chan­ce zu geben, dafür aber der „Résis­tan­ce“.
Unter der Losung „Unse­re Chan­ce – Résis­tan­ce“ kämp­fen die Kol­le­gIn­nen von Alstom auch aktu­ell für die Wah­rung und die Durch­set­zung der Inter­es­sen der Beschäf­tig­ten:
Ende Juni 2014 ver­ein­bar­ten Alstom und Gene­ral Elec­tric (GE) die Über­nah­me des kon­ven­tio­nel­len Alstom-Kraft­werks­ge­schäfts durch den US-Kon­zern. Dazu zählt auch das Werk in Mann­heim. Für die kampf­erprob­te Beleg­schaft hat mit GE ein neu­es Zeit­al­ter begon­nen: die „Dik­ta­tur der Zah­len“. Dar­aus wer­den sich erheb­li­che Ver­än­de­run­gen in den Arbeits­be­din­gun­gen und Arbeits­zu­sam­men­hän­gen für nahe­zu alle Beschäf­tig­ten in Deutsch­land erge­ben.
Zum aktu­el­len Stand der Aus­ein­an­der­set­zung bei Alstom gibt es nach dem Film einen kur­zen Bericht.

aus der Ober­hau­se­ner Bei­la­ge zur Avan­ti 230, Febru­ar 2015
Tagged , , , , , . Bookmark the permalink.