Heraus zum 1. Mai 2018

Heraus zum 1. Mai!

Das – für einen Tag – bestreikte Oberhausener Rathaus, 20. März 2018. Foto AvantiO.Udo Filthaut

Am 1. Mai 1856 forderten in Aus­tralien Arbei­t­erIn­nen mit Massendemon­stra­tio­nen den Acht­stun­den­tag.
Darauf haben sich 1886 amerikanis­che Arbei­t­erIn­nen berufen und eben­falls zur Durch­set­zung des Acht­stun­den­tags zu einem Gen­er­al­streik am 1. Mai aufgerufen.

Diesen Aufruf beant­wortete das Kap­i­tal mit Masse­naussper­run­gen, was wiederum die berühmte Hay­mar­ket-Ver­samm­lung mit der Rede von August Spies, des Chefredak­teurs der „Arbeit­erzeitung“ zur Folge hat­te. Dies war die Geburtsstunde der amerikanis­chen Gew­erkschafts­be­we­gung. August Spies wurde nach den darauf fol­gen­den von Poli­tik und Kap­i­tal befeuerten Kämpfen mit vie­len Toten zusam­men mit drei Kol­le­gen hin­gerichtet.
Schon damals waren Arbeit­szeit und Arbeits­be­din­gun­gen die wichtig­sten Anliegen.
Nach fast 150 Jahren sind diese Forderun­gen immer noch von außeror­dentlich­er Wichtigkeit.
Wie auch das Auftreten der öffentlichen „Arbeit­ge­ber“ bei den let­zten Tar­ifrun­den in Pots­dam zeigte, wird das von denen immer noch als nicht ern­sthaft ver­han­del­bar, ja als völ­lig unzu­mut­bar, gese­hen.
Zu groß ist tat­säch­lich wohl noch die Reservearmee aus Erwerb­slosen und prekär Beschäftigten.
Und die von der GROKO gese­hene Vollbeschäf­ti­gung, wie passt die dazu?
Ganz ein­fach: Es ist eine durch Zahlen­ma­nip­u­la­tion unter­mauerte Lüge. An die 13 bis 14 % unser­er Kol­legin­nen und Kol­le­gen in Hartz IV, in Mini- oder in unfrei­willi­gen Teilzeitjobs kön­nen nicht von ihrer Hände Arbeit leben.
So lange diese und andere Gemein­heit­en existieren, so lange muss der 1.Mai ein Kampf­tag der Arbei­t­erIn­nen­klasse bleiben!

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, April/Mai 2018

Weiter so? Unser Leben ist mehr wert als ihre Profite!

Weiter so?
Unser Leben ist mehr wert als ihre Profite!

Nach zwei Jahrzehnten Umverteilung von unten
nach oben liegt vieles im Argen.

Unter anderem fehlen    Grafik: AvantiO.
• unbe­fris­tete Arbeit­splätze mit exis­ten­zsich­ern­den Löh­nen und Kündi­gungss­chutz.
• ein sol­i­darisches Renten­sys­tem, das nie­man­den in Alter­sar mut stürzen lässt. 
• Kranken­häuser und Pflege­heime, in denen die Bedürfnisse der Men­schen an erster Stelle ste­hen. Und nicht der Prof­it von Gesund­heit­skonz­er­nen.
• bezahlbare, men­schen­würdi­ge Woh­nun­gen.
• ein Bil­dungssys­tem, das diesen Namen ver­di­ent, und nicht nur „Humankap­i­tal“ her­vor­brin­gen soll.
• ein Verkehrskonzept, das Mobil­ität ermöglicht, ohne dass jedes Jahr Tausende den Verkehrstod ster­ben, unsere Städ te ver­schan­delt, Land­schaften asphaltiert und unsere Um welt vergiftet wer­den.
• Tech­nolo­gien der Energiegewin­nung, die der Tat­sache Rech­nung tra­gen, dass Ressourcen endlich sind. Und die sich nicht allein deshalb rech­nen, weil Gewinne von weni gen pri­vatisiert wer­den, während die große Mehrheit die Kosten und die Las­ten tra­gen muss.
• Frieden, Achtung der Men­schen­rechte unab­hängig von Her kun­ft, Geschlecht, sex­ueller Ori­en­tierung, …
Grundle­gende Bedürfnisse will oder kann unser ange­blich so leis­tungs­fähiges Wirtschaftssys­tem nicht erfüllen.

Wer sich auf die GroKo ver­lässt, ist ver­lassen
Die GroKo 3.0 zeigt kein­er­lei Nei­gung, die Pri­vatisierun­gen wieder rück­gängig zu machen, die zum aktuellen erbärm­lichen Zus­tand des Gesund­heits-, Woh­nungs- und Bil­dungswe­sens geführt haben. Auch die Dereg­ulierung des Arbeits­mark­tes und das HartzIV-Regime stellen CDU/CSU und SPD nicht ern­sthaft in Frage. Und es gehört schon einiges dazu, die befris­tete Festschrei­bung des Renten­niveaus auf 48 % als Erfolg zu feiern.
Tat­säch­lich bläst die GroKo in das Horn so genan­nter Recht­spop­ulis­ten und fördert deren unsol­i­darische „Lösun­gen“. Aus­gren­zung, Hass und Gewalt gegen Geflüchtete, Zuge­wan­derte, Ander­s­gläu­bige, Frauen aber spal­tet und schwächt alle Lohn­ab­hängi­gen – auch diejeni­gen, die so han­deln.
Unsere Alter­na­tive heißt Sol­i­dar­ität
Wer heute mit men­schlichen Grundbedürfnis­sen Prof­ite macht, wird nicht frei­willig darauf verzicht­en. Wer den geset­zlichen Rah­men dafür geschaf­fen hat, nimmt das nicht ein­fach zurück.
Statt darauf zu warten, das jemand anders die drän­gen­den Prob­leme unser­er Zeit löst, kön­nen wir alle bess­er selb­st etwas tun. Zum Beispiel, sich ein­set­zen für mehr Per­son­al in den Kranken­häusern. Oder für einen neuen gemein­nützi­gen Woh­nungs­bau. Für den Aus­bau des Öffentlichen Per­so­nen­nahverkehrs und der Rad­wege. Für ein men­schen­würdi­ges Leben für alle.
Wer mit offe­nen Augen durch Ober­hausen geht, wird viele Möglichkeit­en find­en, sich zu engagieren. Gemein­sam mit den Betrof­fe­nen und möglichst vie­len Unter­stützerIn­nen. Im besten Fall auch gemein­sam mit Gew­erkschaften – nicht als Dien­stleis­tern, son­dern als den größten existieren­den Sol­i­darge­mein­schaften von Lohn­ab­hängi­gen.

ISO Ober­hausen & Fre­undIn­nen

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, April/Mai 2018

Gelungene Veranstaltungsreihe Hundert Jahre Oktoberrevolution in Oberhausen

Gelungene Veranstaltungsreihe „Hundert Jahre Oktoberrevolution“ in Oberhausen

Die OrganisatorInnen machen auch 2018 gemeinsam weiter. Und spenden das Restgeld aus 2017 für die von Repression betroffenen G20-GegnerInnen.

C. P.

Dem Ver­anstal­tungs­bünd­nis ist es gelun­gen, von Sep­tem­ber bis Novem­ber 2017 ein bre­it gefächertes Ver­anstal­tungsange­bot rund um das The­ma „Okto­ber 1917“ auf die Beine zu stellen.
Die Ver­anstal­tungsrei­he wurde getra­gen, organ­isiert und finanziert von DIE LINKE Ober­hausen, DKP Oberhausen/Mülheim, His­torisch­er Vere­in Ober­hausen-Ost, ISO Ober­hausen und Paroli – Vere­in für poli­tis­che Kul­tur e.V. sowie weit­eren nicht genan­nten Einzelper­so­n­en.
Alle Bünd­nis­part­ner­In­nen sind sich einig, dass sie gemein­sam auch die im näch­sten Jahr anste­hen­den Jubiläen wie den 200. Geburt­stag von Karl Marx und die Novem­ber­rev­o­lu­tion 1918 mit einem entsprechen­den Ange­bot würdi­gen wollen.
Um sich sol­i­darisch mit den nach den G20-Protesten von Strafver­fahren und Haft­strafen Betrof­fe­nen zu zeigen, spendet das Bünd­nis das übrig gebliebene Geld, das zur Finanzierung der Rei­he zusam­menge­tra­gen wurde, für die Prozesskosten der G20-Geg­ner­In­nen.

Während der Ver­anstal­tungsrei­he wur­den auch Plakate mit Brechtgedicht­en gezeigt, die von Paroli e.V. in Zusam­me­nar­beit mit dem His­torischen Vere­in Ober­hausen Ost e.V. erstellt wur­den. Einen Auss­chnitt davon präsen­tieren wir hier zum Abschluss des Jubiläum­s­jahres.

Gedichte von Brecht - Veranstaltungsreihe "Oktoberrevolution" in Oberhausen.

Brecht- Veranstaltungsreihe "Oktoberrevolution" Oberhausen - Das Lied vom Klassenfeind.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Dezember 2017

Flugblatt der ISO Oberhausen zum 1. Mai 2017 Welche Alternative?

Flugblatt der ISO Oberhausen zum 1. Mai 2017
Welche Alternative?

Wir begrüßen, dass der DGB ein deut­lich­es Zeichen gegen Rechts set­zen will.
Der Aufruf des DGB, dass wir bei der anste­hen­den Land­tagswahl nicht die AfD, son­dern eine demokratis­che Partei wählen sollen, blendet jedoch aus, dass es für Lohn­ab­hängige nicht nur „post­fak­tis­che“ Gründe für Äng­ste und Unsicher­heit gibt.
Unwider­sprochen bleibt das neolib­erale Glaubens­beken­nt­nis: „There is no Alter­na­tive“, es gibt keine Alter­na­tive zu den herrschen­den Ver­hält­nis­sen. Und damit gibt es auch keine pos­i­tive Per­spek­tive. Gle­ichgültigkeit, Pas­siv­ität und Res­ig­na­tion, die durch Per­spek­tivlosigkeit befördert wer­den, bilden aber den Nährbo­den für die recht­en Parteien, die doch eigentlich bekämpft wer­den sollen.

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RSB Oberhausen ist nun die ISO Oberhausen

RSB-Oberhausen ist nun die ISO Oberhausen

Nach dem Zusam­men­schluss des Rev­o­lu­tionär Sozial­is­tis­chen Bun­des (RSB) und der inter­na­tionalen sozial­is­tis­chen linken (isl) am 3. und 4. Dezem­ber 2016 in Frank­furt gehört der RSB Ober­hausen zur daraus ent­stande­nen neuen Organ­i­sa­tion, der Inter­na­tionalen Sozial­is­tis­chen Organ­i­sa­tion (ISO), als deutsch­er Sek­tion der IV / Inter­na­tionale.

Die ISO Ober­hausen wird sich auch kün­ftig in der neuen Organ­i­sa­tion aktiv, kon­se­quent und partei­isch für die Inter­essen der arbei­t­en­den Klasse ein­set­zen.
Wir set­zen unbeir­rt auf das gemein­sam organ­isierte Engage­ment für eine bessere, eine sol­i­darische Welt. Dabei freuen wir uns auf die Zusam­me­nar­beit mit möglichst vie­len anderen Men­schen.

Denn nur wer sich wehrt, lebt nicht verkehrt.

Die Web­seite der ISO Ober­hausen ist unter fol­gen­der Adresse zu erre­ichen:
www.iso-4-oberhausen.de
Email: info (aet) iso-4-oberhausen.de

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Januar / Februar 2017