Rechtsruck und kapitalistische Angriffe – Was tun?

Rechtsruck und kapitalistische Angriffe – Was tun?

Wer vom Kapitalismus nicht reden will,
soll vom Faschismus schweigen!“

1. Mai-Demo 2017 in Oberhausen. Foto: Avanti O.

O. G.

Zum diesjähri­gen 1. Mai sehen wir uns vor die Wahl gestellt zwis­chen Alter­na­tivlosigkeit und Scheinal­ter­na­tive:
Auf der einen Seite ste­ht das neolib­erale Glaubens­beken­nt­nis: „There is no Alter­na­tive“: Das einzig mögliche Wirtschaftssys­tem soll das kap­i­tal­is­tis­che sein.

Auf der anderen Seite ist mit der AfD eine Partei auf den Plan getreten, die sich selb­st als Alter­na­tive beze­ich­net. Als vorge­bliche Protest­partei hat sie zahlre­iche Lohn­ab­hängige für sich ein­nehmen kön­nen, auch Gew­erkschaftsmit­glieder.

Diese Kol­legin­nen und Kol­le­gen – meist sind es let­ztere – set­zen offen­bar lieber auf „alter­na­tive Fak­ten“, als sich mit der unbe­que­men Wirk­lichkeit auseinan­derzuset­zen. Nach oben zu buck­eln, um auf Kosten möglichst von Schwächeren einen per­sön­lichen Wet­tbe­werb­svorteil zu ergat­tern, ist jedoch keineswegs „alter­na­tiv“. Im Gegen­teil ist dies in ein­er Gesellschaft, die auf der Konkur­renz aller gegen alle beruht, völ­lig sys­temkon­form. Das dies auch für das Pro­gramm der AfD gilt, das lediglich weit­ere Ver­schlechterun­gen für Beschäftigte und Erwerb­slose und ihre Fam­i­lien vor­sieht, kön­nen alle wis­sen, die sich der Real­ität nicht bewusst ver­schließen.

aus der Oberhausener Beilage zur Avanti, Mai 2017

Flugblatt der ISO Oberhausen zum 1. Mai 2017 Welche Alternative?

Flugblatt der ISO Oberhausen zum 1. Mai 2017
Welche Alternative?

Wir begrüßen, dass der DGB ein deut­lich­es Zeichen gegen Rechts set­zen will.
Der Aufruf des DGB, dass wir bei der anste­hen­den Land­tagswahl nicht die AfD, son­dern eine demokratis­che Partei wählen sollen, blendet jedoch aus, dass es für Lohn­ab­hängige nicht nur „post­fak­tis­che“ Gründe für Äng­ste und Unsicher­heit gibt.
Unwider­sprochen bleibt das neolib­erale Glaubens­beken­nt­nis: „There is no Alter­na­tive“, es gibt keine Alter­na­tive zu den herrschen­den Ver­hält­nis­sen. Und damit gibt es auch keine pos­i­tive Per­spek­tive. Gle­ichgültigkeit, Pas­siv­ität und Res­ig­na­tion, die durch Per­spek­tivlosigkeit befördert wer­den, bilden aber den Nährbo­den für die recht­en Parteien, die doch eigentlich bekämpft wer­den sollen.

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Zukunft = „Industrie-4.0“?

Zukunft = „Industrie-4.0“?

Dig­i­tale Tech­nolo­gien ließen sich auf unter­schiedlich­ste Weise ein­set­zen. „Indus­trie-4.0“ aber ist ein neolib­erales Konzept für die Dig­i­tal­isierung der Gesellschaft, das keine Alter­na­tive ken­nt.

Petra Sta­nius   

Ste­hen wir an der Schwelle zur vierten indus­triellen Rev­o­lu­tion?

Mit der ersten indus­triellen Rev­o­lu­tion wurde mit­tels Wass­er- und Dampfkraft die Pro­duk­tion mech­a­nisiert. Mit der zweit­en wurde durch den Ein­satz von elek­trisch­er Energie und Fließbän­dern Massen­pro­duk­tion möglich. Die dritte brachte mit der Infor­ma­tion­stech­nik die ganzheitlichen Pro­duk­tion­ssys­teme (GPS) mit com­puterun­ter­stützter Pla­nung, Steuerung und Fer­ti­gung her­vor.
In den kom­menden zehn bis fün­fzehn Jahren wird die Wirtschaft nun eine neue Stufe der tech­nis­chen Entwick­lung erk­lim­men, die die Pro­duk­tion rev­o­lu­tion­ieren und umfassende gesellschaftliche Verän­derun­gen mit sich brin­gen wird. In welche Rich­tung diese Verän­derun­gen gehen wer­den, ste­ht bere­its heute im Wesentlichen fest.
Dies verkün­den zumin­d­est die Pro­pa­gan­dis­ten von „Indus­trie-4.0“.

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Russische Revolution 1917 Der Krieg und sein Klassencharakter

Russische Revolution 1917
Der Krieg und sein Klassencharakter

Manuel Kellner

Lenins „Aprilthe­sen“ bein­hal­teten einen Aufruf zu ein­er sozial­is­tis­chen Rev­o­lu­tion in Rus­s­land. Vier Tage nach ihrem Bekan­ntwer­den nahm die Praw­da („Wahrheit“), die Partei-Zeitung der Bolschewi­ki, dazu kri­tisch Stel­lung. Ihre Redak­tion stand damals unter der Leitung von Kame­new und Stal­in.
In der Praw­da war zu lesen: „Was das all­ge­meine Schema des Genossen Lenin bet­rifft, so erscheint es uns unan­nehm­bar, insofern es von der Ein­schätzung der bürg­er­lich-demokratis­chen Rev­o­lu­tion als ein­er abgeschlosse­nen aus­ge­ht und mit der sofor­ti­gen Umwand­lung dieser Rev­o­lu­tion in eine sozial­is­tis­che Rev­o­lu­tion rech­net.“ Das bedeutete auch eine zwei­deutige Hal­tung zur Pro­vi­sorischen Regierung und zum Krieg. Vertei­digte die rus­sis­che Armee jet­zt nicht die Rev­o­lu­tion gegen das deutsche Kaiser­re­ich?

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Ohne Klassenkampf keine Überwindung des Kapitalismus (Teil 1)

Ohne Klassenkampf keine Überwindung des Kapitalismus (Teil I)

Am 22. und 23. April 2017 war die Kap­i­tal­is­mu­s­analyse und -kri­tik von Karl Marx The­ma des diesjähri­gen Früh­jahrssem­i­nars der ISO Rhein-Neckar. Wir veröf­fentlichen hier den ersten Teil eines der dort gehal­te­nen Refer­ate.

O. H.

Nach marx­is­tis­ch­er Auf­fas­sung ist der Kampf zwis­chen den Klassen, der unter­drück­ten gegen die unter­drück­ende und umgekehrt, eine wirk­same Triebkraft der Entwick­lung jed­er Klas­sen­ge­sellschaft. So wie das Bürg­er­tum, die Bour­geoisie, gegen den Feu­daladel kämpfte – kämpfen musste – und gewann, weil sie fortschrit­tlich­er war, so muss die arbei­t­ende Klasse, das Pro­le­tari­at, gegen die Bour­geoisie kämpfen und hat die Möglichkeit, weil es wiederum fortschrit­tlich­er ist als die Bour­geoisie, zu gewin­nen.

Die Bour­geoisie kann sich beim Kampf gegen das Pro­le­tari­at in der bürg­er­lichen Gesellschaft auf die bürg­er­liche Staats­ge­walt stützen, während der pro­le­tarische Klassenkampf gegen die Bour­geoisie ein­herge­ht mit dem Kampf gegen den Staat. Aus diesem Grund kann das Pro­le­tari­at die existierende Staats­macht nicht ein­fach in Besitz nehmen und sie für ihre Zwecke ein­set­zen.
Der pro­le­tarische Klassenkampf tritt nach marx­is­tis­ch­er Auf­fas­sung in drei For­men auf – als the­o­retis­ch­er, als prak­tisch-ökonomis­ch­er (wirtschaftlich­er) und als poli­tis­ch­er Kampf. Diese drei For­men müssen jedoch eine Ein­heit bilden. Sie kön­nen nur zum Erfolg führen, wenn sie nicht voneinan­der getren­nt sind.

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