Karl Marx wird 200 (Teil II) Ein bestimmtes Menschenbild

Karl Marx wird 200 (Teil II)
Ein bestimmtes Menschenbild

Manuel Kellner

Karl Marx – verfremdet von Bernd Köhler.

Karl Marx – ver­fremdet von Bernd Köh­ler.

Jed­wede Auflehnung gegen Unter­drück­ung wäre sinn­los, wenn das Bedürf­nis, andere Men­schen auszubeuten dem Men­sch­sein wesentlich zuge­hörte. Ein anderes  Men­schen­bild ist voraus­ge­set­zt, um sich über Ver­hält­nisse zu empören, in denen Men­schen einan­der bekämpfen, bekriegen, ver­sklaven und aus­nutzen.
Für den Philosophen Lud­wig Feuer­bach war der Men­sch grundle­gend gut. Auch wenn er böse ist, han­delt er doch gegen das, was er selb­st für gut hält: Heuchelei ist darum die Ver­beu­gung des Lasters vor der Tugend. Für Karl Marx hinge­gen sind die Men­schen zu allem fähig, im Guten wie im Schlecht­en: Sie brauchen men­schliche Ver­hält­nisse um sich men­schlich zu ver­hal­ten.
Mit dem Aufkom­men der gesellschaftlichen Arbeit­steilung, die den einzel­nen Men­schen Berufe zuweist und sie damit lebenslänglich an die Ausübung ein­er ganz bes­timmten Art von Tätigkeit ket­tet, begin­nt für Karl Marx die Ent­frem­dung:

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Ohne Klassenkampf keine Überwindung des Kapitalismus (Teil 1)

Ohne Klassenkampf keine Überwindung des Kapitalismus (Teil I)

Am 22. und 23. April 2017 war die Kap­i­tal­is­mu­s­analyse und -kri­tik von Karl Marx The­ma des diesjähri­gen Früh­jahrssem­i­nars der ISO Rhein-Neckar. Wir veröf­fentlichen hier den ersten Teil eines der dort gehal­te­nen Refer­ate.

O. H.

Nach marx­is­tis­ch­er Auf­fas­sung ist der Kampf zwis­chen den Klassen, der unter­drück­ten gegen die unter­drück­ende und umgekehrt, eine wirk­same Triebkraft der Entwick­lung jed­er Klas­sen­ge­sellschaft. So wie das Bürg­er­tum, die Bour­geoisie, gegen den Feu­daladel kämpfte – kämpfen musste – und gewann, weil sie fortschrit­tlich­er war, so muss die arbei­t­ende Klasse, das Pro­le­tari­at, gegen die Bour­geoisie kämpfen und hat die Möglichkeit, weil es wiederum fortschrit­tlich­er ist als die Bour­geoisie, zu gewin­nen.

Die Bour­geoisie kann sich beim Kampf gegen das Pro­le­tari­at in der bürg­er­lichen Gesellschaft auf die bürg­er­liche Staats­ge­walt stützen, während der pro­le­tarische Klassenkampf gegen die Bour­geoisie ein­herge­ht mit dem Kampf gegen den Staat. Aus diesem Grund kann das Pro­le­tari­at die existierende Staats­macht nicht ein­fach in Besitz nehmen und sie für ihre Zwecke ein­set­zen.
Der pro­le­tarische Klassenkampf tritt nach marx­is­tis­ch­er Auf­fas­sung in drei For­men auf – als the­o­retis­ch­er, als prak­tisch-ökonomis­ch­er (wirtschaftlich­er) und als poli­tis­ch­er Kampf. Diese drei For­men müssen jedoch eine Ein­heit bilden. Sie kön­nen nur zum Erfolg führen, wenn sie nicht voneinan­der getren­nt sind.

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1. Mai 2017 ISO Oberhausen Welche Alternative

Flugblatt der ISO Oberhausen zum 1. Mai 2017:

Welche Alternative?

 

Flugblatt der ISO Oberhausen zum 1. Mai 2017

Flug­blatt der ISO Ober­hausen zum 1. Mai 2017

Wir begrüßen, dass der DGB ein deut­lich­es Zeichen gegen Rechts set­zen will. 

Der Aufruf des DGB, dass wir bei der anste­hen­den Land­tagswahl nicht die AfD, son­dern eine demokratis­che Partei wählen sollen, blendet jedoch aus, dass es für Lohn­ab­hängige nicht nur „post­fak­tis­che“ Gründe für Äng­ste und Unsicher­heit gibt.

Unwider­sprochen bleibt das neolib­erale Glaubens­beken­nt­nis: „There is no Alter­na­tive“, es gibt keine Alter­na­tive zu den herrschen­den Ver­hält­nis­sen. Und damit gibt es auch keine pos­i­tive Per­spek­tive. Gle­ichgültigkeit, Pas­siv­ität und Res­ig­na­tion, die durch Per­spek­tivlosigkeit befördert wer­den, bilden aber den Nährbo­den für die recht­en Parteien, die doch eigentlich bekämpft wer­den sollen.

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Gewerkschaftsbekämpfung XXXL Rück ist kein Einzelfall

Veranstaltung

Gewerkschaftsbekämpfung und
Betriebsrats-Mobbing:

XXXL Rück ist kein Einzelfall

Der Fall XXXL hat (nicht nur) in Ober­hausen für neg­a­tive Schlagzeilen gesorgt. Ein Einzelfall ist er nicht. Seit etwa fün­fzehn Jahren bre­it­et sich die sys­tem­a­tis­che Bekämp­fung von Betrieb­sräten und engagierten Gewerkschafter/innen in Deutsch­land zunehmend aus.

P.S./R.J.

Unter­stützung garantiert inter­essierten Unternehmen ein Net­zw­erk aus Denk­fab­riken, Anwalt­skan­zleien, Unternehmens­ber­atun­gen und Detek­teien.
Die Gew­erkschaften reagieren auf diese exis­ten­zielle Bedro­hung nur zöger­lich. Bis heute haben sie keine angemessene Antwort darauf gefun­den.

Gegen­wehr aus der Gew­erkschafts­ba­sis
Um organ­isierte Angriffe abwehren zu kön­nen, muss sich auch der Wider­stand organ­isieren und eine gemein­same Strate­gie entwick­eln. Dies ist in erster Lin­ie eine Auf­gabe der Gew­erkschaften. Da diese sich damit schw­er tun, die Sit­u­a­tion aber sofor­tiges Han­deln erfordert, haben sich im Laufe der let­zten Jahre ver­schiedene Ini­tia­tiv­en gegrün­det, die dieses Prob­lem ange­hen, und die zum Teil miteinan­der ver­net­zt sind.
Sie unter­stützen betrof­fene Kol­legin­nen und Kol­le­gen und organ­isieren Aktio­nen gegen Unternehmen, Anwalt­skan­zleien und andere Akteure, die Union Bust­ing – Gew­erkschafts­bekämp­fung – prak­tizieren. Und nicht zulet­zt schaf­fen sie Öffentlichkeit. Die Mit­glieder dieser Ini­tia­tiv­en sind oft auch in Gew­erkschaften aktiv und bemühen sich darum, dort das Prob­lem­be­wusst­sein zu schär­fen und die Gew­erkschaften zum gemein­samen Han­deln zu motivieren.
Zu diesen Vere­ini­gun­gen zählt der Aktion­skreis gegen Unternehmer­willkür (AKUWILL) aus dem west­lichen Ruhrge­bi­et. Auf dessen Web­site www.akuwill.de find­en sich Links zu weit­eren Ini­tia­tiv­en.

Ver­anstal­tung: Wie kön­nen sich Betrof­fene wehren?
Am 20. April führt der Rosa-Lux­em­burg-Club Ober­hausen in Koop­er­a­tion mit AKUWILL, Arbeit und Leben (DGB/VHS), der IG BAU-MEO und der NGG Region Ruhrge­bi­et eine Ver­anstal­tung durch zum The­ma Mob­bing von Betrieb­sräten, Gew­erkschaf­terIn­nen und engagierten Beschäftigten:
Ger­hard Klas von Work-Watch aus Köln (www.work-watch.de) erläutert, was hin­ter dem Begriff „Union Bust­ing“ steckt und beschreibt gängige Boss­ing-Meth­o­d­en. Aus sein­er Arbeit für die Ini­tia­tive ken­nt er viele ein­schlägige Fälle aus der Prax­is.

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Veranstaltung Rote-Hilfe nach 1933 Teil 2

Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!“

Teil 2: Die Rote-Hilfe nach 1933

Im ersten Teil des Berichts über die Ver­anstal­tung zur Geschichte der Roten-Hil­fe (siehe Avan­ti O. Nr. 10) ging es um die Entste­hung der Roten Hil­fe Deutsch­lands (RHD) und um ihre Aktiv­itäten in der Weimar­er Repub­lik. Der zweite und let­zte Teil behan­delt den antifaschis­tis­chen Wider­stand der RHD ab 1933. Die Ref­er­entin vom Hans-Lit­ten-Archiv1 schilderte anschaulich, auf welche Weise prak­tis­che Sol­i­dar­ität mit poli­tisch Ver­fol­gten geübt wurde, wer die Aktiv­en waren, und welche Rolle ihre Arbeit für den Klassenkampf und den Wider­stand gegen die Nazis gespielt hat. Auch im Ruhrge­bi­et.

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Veranstaltung Die Rote-Hilfe in der Weimarer Republik

Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!“

Teil 1: Die Rote-Hilfe in der Weimarer Republik

Am 12. Mai 2015 fand im Linken Zen­trum in Ober­hausen eine Ver­anstal­tung zur Geschichte der Roten-Hil­fe statt. Schw­er­punk­te waren ihre Entste­hung und ihre Aktiv­itäten in der Weimar­er Repub­lik sowie der antifaschis­tis­che Wider­stand der Roten Hil­fe ab 1933. Die Ref­er­entin schilderte anschaulich, auf welche Weise prak­tis­che Sol­i­dar­ität mit poli­tisch Ver­fol­gten geübt wurde, wer die Aktiv­en waren, und welche Rolle ihre Arbeit für den Klassenkampf und den Wider­stand gegen die Nazis gespielt hat. Auch im Ruhrge­bi­et.

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