Karl Marx wird 200 Teil 3 Ein radikaler Demokrat

Karl Marx wird 200 (Teil III)
Ein radikaler Demokrat

Manuel Kellner

Sockel des Marx-Denkmals in Chemnitz. Foto: Avanti².

Sock­el des Marx-Denkmals in Chem­nitz. Foto: Avan­ti².

Von Okto­ber 1842 bis Jan­u­ar 1843 war Marx lei­t­en­der Redak­teur der Rheinis­chen Zeitung. Die Geldge­ber waren bürg­er­liche Lib­erale, doch nun wurde die Rheinis­che  Zeitung radikal demokratisch. Das hieß damals, für eine demokratis­che Repub­lik einzutreten, während rechtere bürg­er­liche Demokrat­en für eine kon­sti­tu­tionelle Monar­chie waren.
In seinen Bemerkun­gen über die neueste preußis­che Zen­surin­struk­tion (MEW 1, S. 3 ff.) kommt Marx zu dem Schluss: „Die eigentliche Radikalkur der Zen­sur wäre ihre Abschaf­fung.“ Das hält ihn nicht davon ab, die königliche Instruk­tion in Preußen kri­tisch zu sezieren und sich über sie lustig zu machen: „Gewiss! Ist die Zen­sur ein­mal eine Notwendigkeit, so ist die freimütige, die lib­erale Zen­sur noch notwendi­ger.“ Ein Zen­suredikt von 1819, das nur pro­vi­sorisch fünf Jahre lang gel­ten sollte, war immer noch in Kraft. Die Instruk­tion ver­hieß aber keine Verbesserung.

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Karl Marx wird 200 Teil 4 Ein Demokrat wird Kommunist

Karl Marx wird 200 (Teil IV)
Ein Demokrat wird Kommunist

Manuel Kellner

Friedrich Engels schreibt im April 1895, er habe „von Marx immer gehört, grade durch seine Beschäf­ti­gung mit den Debat­ten über das Holzdieb­stahls­ge­setz […] sei er von der bloßen Poli­tik auf ökonomis­che Ver­hält­nisse ver­wiesen wor­den und so zum Sozial­is­mus gekom­men.”Marx-Denkmal in Chemniz. Foto: Avanti².

Marx‘ Artikel der Jahre 1842/43 in der Rheinis­chen Zeitung bestäti­gen das. Er schreibt zu den Debat­ten des Rheinis­chen Land­tags über das Holzdieb­stahls­ge­setz: „Gle­ich im Beginn der Debat­te opponiert ein Stadt­deputiert­er gegen die Über­schrift des Geset­zes, wodurch die Kat­e­gorie ‚Dieb­stahl´ auf ein­fache Holzfrev­el aus­gedehnt wird. Ein Deputiert­er der Rit­ter­schaft erwidert: ‚dass eben, weil man es nicht für einen Dieb­stahl halte, Holz zu entwen­den, dies so häu­fig geschehe´. Nach dieser Analo­gie müsste der­selbe Geset­zge­ber schließen: weil man eine Ohrfeige für keinen Totschlag hält, darum sind die Ohrfeigen so häu­fig. Man dekretiere also, dass eine Ohrfeige ein Totschlag ist.”

Der Land­tag stellt im Inter­esse der Waldeigen­tümer das bloße Sam­meln von abge­fal­l­en­em Holz als „Dieb­stahl” auf die gle­iche Stufe mit dem Abhauen und Entwen­den von ste­hen­dem grü­nen Holz. Marx weist nach, dass sog­ar die „hochnot­pein­liche Hals­gericht­sor­d­nung” des 16. Jahrhun­derts mit den Ärm­sten der Armen glimpflich­er umging und etwa den Mundraub von Frücht­en nur als eine Art von Ord­nungswidrigkeit ansah.

Die Waldeigen­tümer besitzen den Baum, aber nicht die Äste und Zweige, die die Natur selb­st vom Baum getren­nt hat, argu­men­tiert Marx, und so „lügt das Gesetz, und der Arme wird ein­er geset­zlichen Lüge geopfert”. So wird die Legit­im­ität der Geset­ze unter­graben: „Das Volk sieht die Strafe, aber es sieht nicht das Ver­brechen, und weil es die Strafe sieht, wo kein Ver­brechen ist, wird es schon darum kein Ver­brechen sehen, wo die Strafe ist.”

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Festveranstaltung aus Anlass des 200. Geburtstags von Karl Marx -6-5-18 in Duisburg

Wir laden ein zu einer Festveranstaltung aus
Anlass des 200. Geburtstags von Karl Marx.

Sonntag, 6. Mai, 11-14 Uhr, im Haus Kontakt, Duisburg, Scharnhorststr. 32.*

Der Veranstaltungsflyer zum Download. Karl Marx wird 200 - Veranstaltung 6.5.18 in Duisburg.

Der Ver­anstal­tungs­fly­er zum Down­load.

Dafür kon­nten wir das renom­mierte Weber-Her­zog-The­ater Berlin gewin­nen.

Nach ein­er kurzen Fes­trede von Thomas Keuer, Gew­erkschaftssekretär ver.di-Bezirk Duis­burg-Nieder­rhein, bringt es das Musik­the­ater­stück „Frau Kap­i­tal und Dr. Marx“ auf die Bühne. In anschaulich­er und unter­halt­samer Form wer­den wesentliche Inhalte des Marx’schen Hauptwerks „Das Kap­i­tal“, Band 1 präsen­tiert.

Von dessen Urauf­führung schrieb die West­deutsche Zeitung begeistert:„Amüsant wurde es im Anschluss mit der Büh­nen-Aufar­beitung der Marxschen The­sen durch ‚Frau Kap­i­tal und Dr. Marx‘. Christof Her­zogs Musik im Stil von Kurt Weill begleit­ete Chan­sons und freche Dialoge, bei denen Christa Weber aufge­donnert als Kap­i­tal­istin von ‚Dr. Marx‘ gnaden­los ent­larvt wurde. ‚Seit 200 Jahren kommst Du mir in die Quere‘, giftete die mit Gold behängte Kap­i­tal­istin den Mann an, der die Welt verän­derte. Schar­fzüngiges poli­tis­ches Kabarett, das einen eben­so anspruchsvollen wie unter­halt­samen Nach­mit­tag abschloss.“ (WZ vom 29.1.18)

Ein­trittskarten (5 € - ermäßigt 2 €) sind ab sofort bei den Ver­anstal­tern und in den Geschäftsstellen der LINKEN in Duis­burg und Ober­hausen erhältlich.

An der Tageskasse kostet der Ein­tritt 8 €. Bei Bedarf wird Kinder­be­treu­ung ange­boten.

eMail:
Marx-in-Marxloh ät online.de. Mobil: 0151-14 27 49 34

Es laden ein:
Marx in Marxloh - Deutsch­er Frei­denkerver­band NRW • Marx-Engels- Stiftung • DIE LINKE Ober­hausen • DIE LINKE Duis­burg • DKP Mül­heim-Ober­hausen DKP Duis­burg • Friedens­fo­rum Duis­burg • VVN-BdA Duis­burg • ISO Ober­hausen • Net­zw­erk gegen Rechts • Rosa-Lux­em­burg-Club Duis­burg

* Wegbeschrei­bung zum Haus Kon­takt, mit ÖPNV:

Ab Duis­burg Hbf. mit der Tram Lin­ie 901 Rich­tung Ober­marxloh – nach 3 Hal­testellen Lan­desarchiv NRW aussteigen; von dort sind es noch 350m = 4 Gehmin. Fußweg Rich­tung Ruhrort – am Mah­n­mal der erschla­ge­nen Gew­erkschafter auf der Ruhrorter Straße vor­bei – links in die Scharn­horststraße, dieser auch beim Abknick­en fol­gen.

V.i.S.d.P.: Edith Fröse, Jugend- und Kulturzentrum, Duisburg, Kaiser-Wilhelm-Str. 284

Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“ in Oberhausen Auftaktveranstaltung mit Dr. Manuel Kellner 17-04-2018

Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“
in Oberhausen

Auftaktveranstaltung mit Dr. Manuel Kellner:
Deutsche Revolution 1848/49 – Was hat das mit heute zu tun?

Dienstag, 17. April 2018, 19:00 Uhr
Fabrik K14, Lothringer Str. 64, 46045 Oberhausen.

Veranstaltungsreihe „Revolution, Revolution!“ in Oberhausen Auftaktveranstaltung mit Dr. Manuel Kellner am 17.04.2018 in Oberhausen.

Ver­anstal­tungs­fly­er zum Down­load.

In diesem Jahr wird das Bünd­nis „Rot­er Okto­ber“, das 2017 die Ver­anstal­tungsrei­he zur Rus­sis­chen Rev­o­lu­tion organ­isiert hat, in Ober­hausen erneut eine  Ver­anstal­tungsrei­he durch­führen: 2018 würde Karl Marx seinen 200. Geburt­stag feiern. Bert Brecht würde 120 Jahre alt. Die Märzrev­o­lu­tion 1848 jährt sich zum 170. Mal. Die Novem­ber­rev­o­lu­tion 1918 wird 100. Und der geschicht­strächtige Mai 1968 hat 50-jähriges Jubiläum.

Die neue Rei­he „Rev­o­lu­tion, Rev­o­lu­tion!“ begin­nt mit der Infor­ma­tions- und Diskus­sionsver­anstal­tung zur Deutschen Rev­o­lu­tion mit Manuel Kell­ner am 17.04.2018:

Die Ziele der deutschen Rev­o­lu­tion 1848/49 waren Demokratie, nationale Ein­heit und Unab­hängigkeit von den in der „Heili­gen Allianz“ zusam­mengeschlosse­nen Fürsten­häusern. Die Rev­o­lu­tion erzwang zunächst die „Märzk­abi­nette“, die dem lib­eralen Bürg­er­tum Zugeständ­nisse macht­en sowie die Wahl ein­er ver­fas­sunggeben­den Ver­samm­lung, die am 18. Mai 1848 in der Frank­furter Paulskirche zusam­men­trat. Die führende Rolle hat­ten dort die bürg­er­lich-lib­eralen Kräfte, die für eine kon­sti­tu­tionelle Monar­chie ein­trat­en. Die linke Min­der­heit war radikal demokratisch, näm­lich für eine par­la­men­tarisch-demokratis­che Republik.Als die Rev­o­lu­tion auf dem absteigen­den Ast war, schlug der preußis­che König die ihm von der „Paulskirche“ ange­tra­gene Kaiserkro­ne aus. Preußis­che und öster­re­ichis­che Trup­pen schlu­gen die Rev­o­lu­tion nieder.

Karl Marx zog die Bilanz, dass die Arbei­t­erIn­nen­klasse beim näch­sten Anlauf unab­hängig vom demokratis­chen Klein­bürg­er­tum auftreten müsse – zugun­sten ein­er „Rev­o­lu­tion in Per­ma­nenz“, bis alle mehr oder weniger besitzen­den Klassen von der Macht ver­drängt sind. Dr. Manuel Kell­ner, Jahrgang 1955, ist Mit­glied der ISO (Vierte Inter­na­tionale) und der Partei Die Linke sowie der IG Met­all. Er ist Redak­teur der Sozial­is­tis­chen Zeitung (SoZ).

Karl Marx wird 200 Teil I Eine neue Biografie

Karl Marx wird 200 (Teil I)
Eine neue Biografie

Manuel Kellner

Karl Marx war dafür, „alle Ver­hält­nisse umzuw­er­fen, in denen der Men­sch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein ver­lassenes, ein verächtlich­es Wesen ist.“ Aktuell bleibt auch seine Kri­tik der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise, die „die Erde und den Arbeit­er unter­gräbt“. Immer bere­it an allem zu zweifeln, ver­di­ent er nicht zum Säu­len­heili­gen gemacht zu wer­den. Sein Konzept der Selb­st­be­freiung der Arbei­t­erIn­nen­klasse als Mit­tel uni­ver­saler Emanzi­pa­tion bleibt allerd­ings entschei­den­der Bestandteil des rev­o­lu­tionären Kampfs für eine weltweite sozial­is­tis­che Gesellschaft.

Das Kapital als Sparbüchse. Foto: Avanti².

Das Kap­i­tal als Spar­büchse. Foto: Avan­ti².

Karl Marx wurde immer wieder zum „toten Hund“ erk­lärt oder wahlweise zum Ver­ant­wortlichen für den Gulag. Doch immer,  wenn spek­takuläre Krisen auftreten, ist seine Kri­tik der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise wieder in aller Munde. Seit 2013 gehören das Kom­mu­nis­tis­che Man­i­fest und Das Kap­i­tal gar zum Welt­doku­mentenerbe der UNESCO. Im Jan­u­ar 2017 stellte Die Zeit in großen Let­tern auf der Titel­seite die Frage: „Hat­te Marx doch recht?“

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